Junge Deutsche tun wenig für ihre Altersvorsorge

Junge Deutsche tun wenig für ihre Altersvorsorge

Rente + Vorsorge

Die Angst vor Altersarmut ist hoch – dennoch investieren viele Deutsche kaum etwas in die private Vorsorge. Das geht aus dem jüngsten Risiko-Report des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung im Auftrag der Ergo-Versicherung hervor. Fast ein Viertel der Bundesbürger (22 Prozent) legt über die gesetzliche Rente hinaus gar nichts für die Zeit nach dem Arbeitsleben zurück; weitere 20 Prozent sparen weniger als 50 Euro pro Monat. 

Besonders nachlässig beim Sparen sind unter 30-Jährige: Mehr als die Hälfte von ihnen sorgt mit monatlich weniger als 50 Euro oder gar nicht vor. Dabei müsste sich gerade diese Bevölkerungsgruppe intensiv um ihre private Altersvorsorge kümmern. Eine 2017 veröffentlichte Studie prognostiziert, dass ihnen im Alter bis zu 800 Euro monatlich fehlen werden. Doch gerade die Jungen haben oft weder das nötige Bewusstsein noch das nötige Einkommen, um effektiv vorzusorgen: Wer am Anfang seines Berufslebens steht und noch nicht so gut verdient, investiert auch nur wenig in die Rente.

44 Prozent der Deutschen fürchten Altersarmut – doch sorgen die wenigsten gut vor

Wer privat Geld fürs Alter anlegt, tut dies meist konservativ: Jeder Dritte steckt sein Geld in Immobilien, 28 Prozent setzen auf private Kapital-Lebensversicherungen, dicht gefolgt von betrieblicher Altersvorsorge. In Aktien, Anleihen und Fonds investieren 21 Prozent der Befragten (Mehrfachantworten waren möglich).

Vielen Deutschen ist durchaus bewusst, dass ihnen die Rente möglicherweise nicht reicht: 44 Prozent fürchten sich vor Altersarmut – vor allem diejenigen, die wenig verdienen (60 Prozent). Unter den Besserverdiener spielt dies indes kaum eine Rolle: Nur 15 Prozent gaben an, sich wegen ihrer finanziellen Situation im Alter zu sorgen. 

Zur Unsicherheit trägt bei, dass viele Befragte nicht einschätzen können, wie viel Geld sie im Alter bekommen werden. Nur jeder Fünfte kann seine Rentenhöhe „recht genau“ einschätzen. Vor allem Frauen (50 Prozent) und die unter 30-Jährigen (knapp 90 Prozent) sind unsicher, wie hoch ihre Alterseinkommen ausfallen werden. Ein Problem, mit dem sich auch der Bankenverband beschäftigt: Um Versorgungslücken frühzeitig aufzudecken, fordert er zusammen mit der Deutschen Renten Information eine zentrale Info-Plattform (mehr dazu lesen Sie hier). 

Was bringt die Zukunft? Zwei Drittel der Befragten gehen von einem weiter sinkenden Renten aus. Um Altersarmut vorzubeugen, glauben 53 Prozent, dass die private Vorsorge innerhalb der nächsten zehn Jahre verpflichtend sein wird. Zwei Drittel halten dies allerdings für den falschen Schritt.

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