Münzen und Scheine: Nach rundem Metall kam die Revolution auf Papier

Eine kleine Geschichte des Geldes

Mit buntem Papier zahlen – heute weltweit eine Selbstverständlichkeit. Das war nicht immer so: Die ersten Geldscheine gab es im Gebiet des heutigen Deutschland erst vor gut 300 Jahren, und anfangs waren die Menschen äußerst misstrauisch gegenüber dieser neuen Bezahlweise. Warum, das lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie „Eine kleine Geschichte des Geldes“.

Wie ist eigentlich Geld entstanden? Dieser Frage widmet sich unsere neue Serie. Im zweiten Teil erzählen wir, seit wann wir mit Münzen bezahlen, warum sie den Handel revolutioniert haben – und wann das Papiergeld seinen Siegeszug antrat.

Zunächst war das Gewicht entscheidend …

Die Welt ohne Geld funktionierte durch den Tausch von Waren und Primitivgeld wie Muscheln oder Steinen. Im 7. Jahrhundert vor Christus entstanden die ersten heute noch bekannten Münzen im kleinasiatischen Königreich Lydien, einem Teil der heutigen Türkei. Diese bestanden meist aus einer Legierung von Gold und Silber. Ihr Wert war im Gegensatz zu Muscheln oder Steinen viel einfacher zu bestimmen: Je schwerer eine Münze, desto wertvoller war sie gegenüber einer anderen (zumindest bei identischem Material). 

Die runde Form, die bis heute verbreitet ist, entstand wohl durch Zufall bei der Münzprägung, indem Metallklümpchen mit einem Hammer platt gedrückt wurden. Bei der Prägung waren zunächst Symbole, zum Beispiel Wappen, später auch Porträts von Herrschern auf den Münzen abgebildet. 

… später der aufgeprägte Wert

Durch spezielle Kennzeichen ließ sich nicht nur die Herkunft der Münze ablesen, sondern auch ihr Wert. Diese Form der Münzprägung war ein bedeutender Schritt: Fortan mussten Kaufleute die Münzen nicht mehr wiegen, sondern nur noch abzählen. Zudem war es nicht mehr nötig, dass sich der Wert der Münze am Wert des Materials orientiert. So wurde die Herstellung deutlich günstiger und diese neue Form des Geldes konnte ihren Siegeszug antreten – zunächst in Europa und Vorderasien, später in der ganzen Welt.

Papiergeld: Nachzügler Europa

Doch das Bezahlen mit größeren Summen war aufgrund des hohen Gewichts oft eine Herausforderung. Zudem wurde Münzgeld durch den fortgeschrittenen Handel immer knapper. Die Lösung für diese Probleme kam schließlich aus China: Dort wurde vor rund 1.000 Jahren das Papiergeld erfunden. 

Bis die ersten Scheine auch in Europa zum Einsatz kamen, dauerte es allerdings noch eine Weile: Erst 1483 wurde in Spanien der erste europäische Geldschein gedruckt. Im 17. Jahrhundert folgten die heutigen Niederlande, Schweden und England. Im Gebiet des heutigen Deutschland war es eine Bank in Köln, die im Jahr 1705 die ersten Scheine ausgab. Dass Papiergeld hierzulande vergleichsweise spät eingeführt wurde, hatte vor allem einen Grund: Verunsicherung in der Bevölkerung.

Misstrauen in gedrucktes Geld

Denn obwohl Papiergeld praktisch war, hatten viele Menschen anfangs Bedenken. Das lag vor allem an der Wertlosigkeit von Papier. Silber- und Goldmünzen hatten durch ihr Material einen deutlich höheren Eigenwert. Um den Wert der Noten abzusichern, hielten die Banken für jeden herausgegebenen Geldschein den entsprechenden Wert in Gold vorrätig. So konnte man die Banknoten jederzeit wieder gegen Münzen aus Edelmetall tauschen. 

Geld aus Luft? 

Unser heutiges Papiergeld gründet indes auf dem gegenteiligen Prinzip: der Fiat-Währung. Dieser Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „Es werde …“ – oder etwas freier übersetzt: „Geld aus Luft“. Aus Luft deshalb, weil die Banken heutzutage keinen realen Gegenwert für Geldscheine mehr einlagern; diese sind nur durch Vertrauen und die gesamte volkswirtschaftliche Leistung gedeckt.

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