Containerschiff

Schiffe für Container sind gefragt

Globalisierung

27.09.2021

Die Engpässe im globalen Güterverkehr auf See haben Folgen für die großen Schiffswerften: Nach Jahren des Stillstands bestellen die Reeder wieder neue Schiffe, wobei besonders Containerriesen gefragt sind, heißt es in einer Marktstudie der Hamburger Messe Mitteilung. Nach Angaben des internationalen Branchenverbandes BIMCO sind 2021 schon 381 Schiffe mit einer Kapazität von 3,44 Millionen Standardcontainern (TEU) geordert worden, was einem Rekordhoch entspreche. Auch der aktuelle SMM-Maritime Industry Report zur Lage der maritimen Industrie spiegelt den Auftragsboom wider. In der groß angelegten internationalen Studie gaben 39 Prozent der Reederei-Manager an, neue Schiffe kaufen zu wollen. Bei der letzten Befragung 2019 hatten das nur 28 Prozent geplant. 

Boom durch Lockdown

Warum aber werden nun so viele neue Schiffe geordert? Antwort: Es gibt gehörige Engpässe bei den Transportkapazitäten zu See. Nachdem die Nachfrage nach Containertransporten coronabedingt zu Beginn des Jahres 2020 noch stark eingebrochen war, ist sie seit dem dritten Quartal 2020 enorm angestiegen. Für die Containerreeder ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung, lief doch das Geschäft in den letzten zwölf Jahren überwiegend schlecht, ehe dann auch noch die Corona-Pandemie dazu kam. Mit zu dem neuen Boom beigetragen hat dann aber ausgerechnet der Lockdown. Da viele Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben (und dies zum Teil noch immer tun) und dadurch und weniger Geld für Reisen oder Dienstleistungen ausgaben, war zugleich mehr Geld da für Konsumgüter. Neue Möbel, Unterhaltungselektronik, Sportgeräte oder Fahrräder werden aber häufig in Übersee produziert und dann mit dem Schiff über die Weltmeere angeliefert. Hinzu kommt: Großunternehmen und Großhändler füllen inzwischen wieder ihre Lager.

Frachtraten steigen

Mit dem unerwartet deutlichen Wachstum der Transportnachfrage konnte das Flottenwachstum nicht mithalten, zumal sich viele Reeder in den vergangenen Jahren von vielen älteren Schiffen getrennt hatten. Es gab und gibt aber nicht nur zu wenig Schiffe; durch Corona in Kombination mit der riesigen Nachfrage ist es auch zu massiven Störungen in den Häfen und beim Weitertransport ins Hinterland gekommen. Personelle Engpässe wegen Lockdown-Maßnahmen, Erkrankungen und Quarantäne sind hierfür verantwortlich. Im Mai etwa schlossen chinesische Behörden wegen eines Corona-Ausbruchs für einige Wochen einen der wichtigsten Häfen des Landes nahe der Industriemetropole Shenzhen. Ergebnis: Die Reeder können längst nicht alle Aufträge abwickeln – mit entsprechendem Druck auf die Preise für Transporte, die sogenannten Frachtraten. Selbst für 2022 werden anhaltend hohe Frachtraten vorhergesagt. Die Hochstimmung gilt aber übrigens nicht für die gesamte Schifffahrt: Denn während die Reederei boomt, ist die Kreuzfahrt fast zum Erliegen gekommen. 

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