Trinkgeld

Stimmt so?!

Ein Trinkgeld wird fast überall gerne gesehen – doch trotzdem gibt es in manchen Ländern so einige Stolpersteine. Unser kleiner Knigge klärt auf.

22.07.2019

von Blog - Redaktion

Ob Kellner, Roomservice oder Taxifahrerin – im Touristik- und Gastronomiegewerbe sind die Löhne oft knapp kalkuliert. Viele, die in diesen Branchen arbeiten, sind daher auf Trinkgelder angewiesen. Nicht nur bei der Höhe des Trinkgelds gibt es von Land zu Land Unterschiede – es kommt zuweilen auch auf die Art und Weise der Zahlung an.


1. Generell gilt: Mit fünf bis zehn Prozent Aufschlag liegt man beim Taxifahren und im Restaurant weltweit fast nie falsch – außer in den USA: Hier werden tendenziell eher 15 bis 20 Prozent erwartet. Kofferträger in Europa erhalten im Durchschnitt 1 Euro pro Gepäckstück und das Housekeeping in Hotels pro Tag 1-1,50 Euro.

2. Es gibt Länder, in denen Trinkgeld nicht erwartet, aber trotzdem gern gesehen wird. Dazu gehören Belgien, Dänemark, Estland, Israel, Jordanien, Kroatien, der Libanon, Luxemburg, Malaysia, die Niederlande, Österreich und die Schweiz sowie Slowenien. Hier genügt Aufrunden oder ein kleinerer Obolus.

3. Aufgepasst in asiatischen Ländern: In China, Japan, Südkorea und Taiwan kann das Geben von Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst werden: Denn guter Service gilt in diesen Ländern als Selbstverständlichkeit. Eine Servicepauschale ist häufig bereits in den Preisen von Bars, Restaurants und Hotels enthalten. Wenn Sie Ihrer Zufriedenheit dennoch Ausdruck verleihen möchten, können Sie der entsprechenden Person ein kleines, symbolisches Geschenk persönlich überreichen.

4. Trinkgeld ist nach Möglichkeit bar zu entrichten – bei Kartenzahlung ist nicht gewährleistet, dass das Trinkgeld hinterher wirklich bei der richtigen Person ankommt.

5. Eigentlich selbstverständlich: Zahlen Sie das Trinkgeld in der Landeswährung. Als Notlösung gelten US-Dollars.

 6. In Frankreich, Griechenland und Spanien ist es nicht üblich, das Trinkgeld im Rahmen des Bezahlvorgangs zu übergeben. Lassen Sie den Obolus lieber beim Verlassen des Restaurants auf dem Tisch liegen. Nicht gern gesehen wird übrigens, wenn Sie auf diese Weise ihr gesammeltes Klein- und Kupfergeld loswerden und zu einem Haufen auftürmen …

7. In Großbritannien, Irland und Schottland wird der Begriff Trinkgeld übrigens wörtlich genommen: Wenn Sie in einem gemütlichen Pub mit der Leistung des Personals zufrieden waren, dann geben Sie der Person am Zapfhahn einfach ein Getränk aus – das macht man dort so.

8. Eine lokale Besonderheit der neapolitanischen Kultur ist es, einen Caffè sospeso zu bestellen und zu bezahlen: einen „schwebenden Kaffee“. Sie erhalten im Gegenzug – nichts. Die Bestellung wird von dem oder der Barista notiert und der Kaffee auf Nachfrage an eine bedürftige Person ausgeschenkt.

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