Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Ausbildung

Die diesjährige Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt: Immer mehr Unternehmen können ihre freien Ausbildungsplätze nicht besetzen.

Der Trend der letzten zehn Jahre ist eindeutig: Den Unternehmen in Deutschland fällt es zunehmend schwerer, für ihre Ausbildungsplätze geeignete oder überhaupt irgendwelche Bewerber zu finden. Dies belegt eine jährlich vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) durchgeführte Umfrage, an der zuletzt mehr als 10.000 Unternehmen teilnahmen. Der Umfrage zufolge fanden im Jahr 2017 ganze 34 Prozent aller Unternehmen keinen Auszubildenden für ihre ausgeschriebenen Stellen, teilweise ging bei ihnen keine einzige Bewerbung ein. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 blieben lediglich 15 Prozent der Stellen unbesetzt. Der Wert von 2017 ist der höchste jemals erhobene. Signifikant sind die Unterschiede im Ost-West-Vergleich: Zwischen Ostsee und Erzgebirge lag die Zahl mit 46 Prozent unbesetzter Stellen deutlich über den 32 Prozent in Westdeutschland.

Unternehmen werben um Studienabbrecher

Oftmals bemängeln die Unternehmen die fehlende Qualität der Bewerber: Mehr als zwei Drittel der Betriebe, die Plätze nicht besetzen konnten (70 Prozent), erhielten nach eigenen Angaben keine geeigneten Bewerbungen. Hochgerechnet 17.000 Unternehmen haben auf ihre offenen Stellen keine einzige Bewerbung erhalten – auch das ist ein Rekord. Besonders viele Ausbildungsplätze blieben der Umfrage zufolge im Gastgewerbe, in der Verkehrsbranche oder im Baugewerbe, aber auch in der Industrie offen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung werben die Unternehmen zunehmend auch um die jährlich etwa 140.000 Studienabbrecher: Fast die Hälfte der Befragten gab an, dies zu tun. Anscheinend mit Erfolg, denn während im Jahr 2008 nur 22 Prozent der Studienabbrecher eine Ausbildung begannen, waren es im vergangenen Jahr mit 43 Prozent fast doppelt so viele.

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