Goldbarren und Wertpapier

Dollar, Yen und Gold – die Währungsreserven der EZB

Währungen

Die Währungsreserven der EZB haben einen Rekordstand erreicht: Nach Angaben der Notenbank mit Sitz in Frankfurt betragen sie knapp 69 Milliarden Euro. Der kleinere Teil (18 Milliarden Euro) entfällt dabei auf Goldreserven, der größere (51 Milliarden Euro) besteht aus Fremdwährungen – allerdings nicht aus Bargeld, sondern zum großen Teil aus Staatsanleihen in der jeweiligen Währung sowie aus anderen Wertpapieren und Forderungen gegenüber Banken. Hier rangieren Anleihen bzw. Wertpapiere, die in Dollar notiert sind (38,6 Milliarden Dollar), ganz vorne, auf Platz 2 liegt der Yen (11,7 Milliarden Dollar). Seit dem Jahr 2017 wird ein kleinerer Teil der EZB-Reserven in der chinesischen Währung Renminbi (0,4 Milliarden Euro) gehalten. Die nationalen Notenbanken im Eurosystem, wie die Bundesbank oder die Banque de France, haben eigene Reserven, die sich zusammen auf 827 Milliarden Euro belaufen.

Goldbestände nicht weiter aufgestockt

Was für die Währungsreserven in Fremdwährungen gilt, gilt auch für die nicht unerheblichen Goldbestände, über die die EZB verfügt: Sie wurden ihr bei der Gründung von den nationalen Notenbanken des Euroraums übertragen. Im Gegensatz zu anderen großen Notenbanken hat die EZB die Goldreserven nicht weiter aufgestockt. Dagegen haben allen voran Russland, China und die Türkei erheblich in Gold investiert, um die eigenen Reserven zu diversifizieren und sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Einige nationale Notenbanken des Euro-Raums, wie die Bundesbank, verfügen über eigene große Goldbestände, die sie relativ autonom verwalten.

Reserven für Notfälle

Was macht die EZB mit ihren Reserven? Zunächst einmal ist durchaus angestrebt, mit den erworbenen Anleihen einen Ertrag zu erzielen, der das Vermögen der EZB steigert. In erster Linie aber sollen die Währungsreserven sicherstellen, dass die EZB über genügend liquide Mittel verfügt, um bei Bedarf Devisengeschäfte durchzuführen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die EZB eine aktive Wechselkurspolitik betreiben und etwa versuchen würde, der eigenen Exportwirtschaft durch eine Schwächung des Wechselkurses einen Vorteil zu verschaffen. Für eine solche Politik hat die EZB kein Mandat. Sie hält die Reserven vielmehr für Notfälle und zum Ausgleich externer Schocks. In der Geschichte des Euros wurden die Währungsreserven angeblich erst dreimal für Interventionen am Devisenmarkt genutzt – zweimal in einer frühen Phase der Währungsunion im Jahr 2000 zur Stützung des jungen Euros sowie einmal im März 2011. Damals hatten die großen Notenbanken gegen die Aufwertung des Yen interveniert, weil die Finanzmärkte spekulierten, nach der Fukushima-Katastrophe würden Japaner Auslandsanlagen auflösen und das Geld ins Land holen.

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