Weltkarte

WTO erleichtert Dienstleistern die Geschäfte

Welthandel

16.12.2021

Erstmals seit langem ist der Welthandelsorganisation (WTO) der Abschluss eines neuen Handelsabkommens gelungen, wenn auch nur im kleineren Kreis. 67 der 164 WTO-Mitglieder, darunter die EU, Großbritannien, Japan, Brasilien, China und die Vereinigten Staaten, einigten sich auf Regeln, die es Dienstleistern in Zukunft erleichtern, im Ausland tätig zu werden. Die Einigung gilt für 90 Prozent des weltweiten Dienstleistungshandels und soll für Wachstum in Milliardenhöhe sorgen: Nach einer gemeinsamen Studie von WTO und OECD könnte das Abkommen den Unternehmen jährlich Handelskosten in Höhe von 150 Milliarden Dollar ersparen. 

Transparentere Vorschriften und weniger Bürokratie

Dass dieses Abkommen als so wichtig wahrgenommen wird, hat Gründe. Dienstleistungen sind heute zwar der größte und am schnellsten wachsende Wirtschaftssektor, aber komplizierte Vorschriften und Verfahren schränken ihren globalen Handel und Austausch erheblich ein. Mit der nun geschlossenen Vereinbarung verpflichten sich die Länder zu transparenten Vorschriften und Genehmigungsverfahren, wenn es um den Zugang und die Zulassung von Dienstleistern aus dem Ausland geht. Qualifikationserfordernisse und -verfahren werden dafür genauso angeglichen wie technische Normen. Insgesamt soll der Weg zur Genehmigung oder Zertifizierung einer Dienstleistung klarer, vorhersehbarer und transparenter und dadurch unbürokratischer für die Anbieter werden. 

Durch die Regelungen dieses Abkommens wird der Dienstleistungshandel erheblich erleichtert. Dies dürfte insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen, die nicht über die Ressourcen und die Erfahrung ihrer größeren Mitbewerber verfügen, wenn es gilt, mit komplexen Verfahren zurechtzukommen, so die Einschätzung der Europäischen Union. Mit den neuen Regeln werde es in Zukunft für Juristen, Architekten oder IT-Berater einfacher werden, ihre Leistungen im Ausland anzubieten. 

Allianz der Willigen

Bedeutung hat dieses Abkommen auch deshalb, weil die WTO in der Vergangenheit schon fast totgesagt wurde. Grund hierfür: Der Einstimmigkeitszwang hat jedes multilaterale Handelsabkommen in den vergangenen Jahren unmöglich gemacht. Da das aktuelle Abkommen nur von einer Gruppe von Staaten beschlossen wurde, könnte es eine Art Muster darstellen, wie die WTO künftig Fortschritte im Freihandel erzielen kann. Sollten multilaterale Abkommen auch weiterhin kaum zu erreichen sein, sei es besser, so Experten und Expertinnen, die WTO über eine „Allianz der Willigen“ wenigstens auf kleinerer Flamme am Leben zu halten, zumal der jetzt geschmiedete Pakt auch jenen Ländern offensteht, die bisher noch außen vor sind. 

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