#ohneBanken

Wie sähe unser Alltag, unsere Wirtschaft, unser Leben ohne Banken aus? Vorstellbar wäre dies vielleicht und sicherlich ein interessantes Gedankenspiel. Aber ist es auch realistisch? Die Bedeutung von Banken wird mehr und mehr angezweifelt und ihre Zukunft in Frage gestellt. Die Medien sprechen bereits von einer „Bankendämmerung“. Doch was wären die Konsequenzen, wenn es keine Banken in Deutschland gäbe? Welche Folgen hätte dies beispielsweise für den Außenhandel, die Bargeldversorgung und den Zahlungsverkehr? Oder anders gefragt: Was leisten Banken eigentlich so alles – für ihre Kunden und für die gesamte deutsche Volkswirtschaft? In einer ersten Kampagne im Frühjahr 2019 haben wir unterschiedliche Szenarien ohne Banken durchgespielt - durchaus augenzwinkernd, aber fakten- und zahlenbasiert.

In der zweiten Kampagne vom Oktober 2019 kommen nun Azubis aus Banken zu Wort. Sie schildern aus Ihrer Sicht, wie eine Welt ohne Banken wäre ... immer noch augenzwinkernd, aber natürlich mit ernstem Hintergrund. Insgesamt 18  Azubis aus sechs Banken sagen in kurzen Videos ihre Meinung; mehr dazu auch in unserem Blogbeitrag.

Ohne Banken ... kein sicherer Ort für Geld

David Hipp, TARGOBANK: Ohne Banken würde man sich fragen "Wieso gibt es keinen sicheren Ort, an dem ich mein Geld lagern oder abholen kann, wenn ich es brauche?"

Aber da es diesen Ort gibt, müssen Sie diese Frage gar nicht stellen. Das Geld auf dem Konto ist sicher und Sie können jederzeit darüber verfügen.

Victoria Liga, Deutsche Bank: Ohne Banken müssten wir unser Zuhause zur Festung umbauen, weil dort fast unser gesamtes Vermögen lagern würde. 

Es gibt eine sinnvolle Alternative: das Schließfach bei der Bank. Dort sind Ihre Wertgegenstände sicher. Und zu viel Bargeld zu halten, ist ohnehin nicht sinnvoll. 

Julius Cupei, HypoVereinsbank: Ohne Banken können unsere Großeltern zum Beispiel viel schlechter schlafen, da so viel Bargeld unter der Matratze Verbrecher geradezu anlockt.

Bargeld unter der Matratze? Keine gute Idee. Sicher ist das Geld hingegen auf dem Konto. Da kommen Einbrecher nicht heran. Und Wertgegenstände können Sie sicher im Schließfach der Bank aufbewahren.

Ohne Banken ... keine Überweisungen

Dennis Buretzek, Deutsche Bank: Ohne Banken und ohne Konto müssten mehr als 40 Millionen Beschäftige jeden Monat ihre Lohntüten beim Arbeitgeber abholen.

Das waren noch Zeiten, als der Lohn cash ausgezahlt wurde – und ein Teil davon womöglich gleich in der nächsten Kneipe in Flüssigwährung investiert wurde. Heute ist das anders: Das Gehalt landet sicher und schnell auf dem Girokonto.

Julia Heinemann, HypoVereinsbank: Ohne Banken müssten die 43 Millionen Mieter in Deutschland ihre Miete zum Vermieter nach Hause bringen – und das Monat für Monat.

Im Schnitt mehr als 17 Millionen Überweisungen in einer Gesamthöhe von knapp 140 Milliarden Euro, und das Tag für Tag – Banken und Sparkassen in Deutschland sorgen dafür, dass das Geld zuverlässig von A nach B gelangt. Die technische Infrastruktur, die hierfür notwendig ist, bleibt für den Kunden unsichtbar, ist aber komplex und muss reibungslos funktionieren. Die Banken sorgen dafür.

Seray Agdas, Deutsche Bank: Ohne Banken müssten 550.000 Studierende, die BAföG bekommen, ihr Geld an der Universitätskasse abholen – auch in den Semesterferien.

Im Schnitt mehr als 17 Millionen Überweisungen in einer Gesamthöhe von knapp 140 Milliarden Euro, und das Tag für Tag – Banken und Sparkassen in Deutschland sorgen dafür, dass das Geld zuverlässig von A nach B gelangt. Die technische Infrastruktur, die hierfür notwendig ist, bleibt für den Kunden unsichtbar, ist aber komplex und muss reibungslos funktionieren. Die Banken sorgen dafür.  

Nelly Eggert, HypoVereinsbank: Ohne Banken müssten 1,5 Millionen deutsche Rentner, die aber im Ausland leben, ihre Rente in Deutschland abholen – und das jeden Monat.

Auslandsüberweisungen machen es möglich, dass auch Rentner, die ihren Lebensabend außerhalb Deutschlands verbringen, pünktlich an ihr Geld kommen. Besonders einfach und schnell ist eine Überweisung innerhalb des Euro-Raums.

Ohne Banken ... keine Kartenzahlungen oder mobile Payment

Nadja Frehe, Deutsche Bank: Ohne Banken würden uns die Kassierer an jeder Kasse fragen, ob wir’s denn nicht kleiner hätten, denn wir könnten niemals und nirgendwo mit unserer Karte zahlen.

Die girocard (ehemals ec-Karte) ist aus dem Leben der Verbraucher kaum mehr wegzudenken. Zahlen können Sie mit ihr an so gut wie jeder Ladenkasse, und seitdem es die „kontaktlose Bezahlfunktion“ für Beträge bis zu 25 Euro gibt, geht es noch einmal schneller als in der Vergangenheit. Hinter der girocard steht die Deutsche Kreditwirtschaft.

Lukas Markovic, TARGOBANK: Ohne Banken könnte ich nicht mit meinem Handy Kinotickets oder an der Tankstelle bezahlen, weil ohne Konto geht das nicht.

So ist es. Auch die meisten Zahlungen, die Sie über digitale Anbieter anstoßen, haben eine zwingende Voraussetzung: Sie müssen über ein Girokonto bei einer Bank verfügen. Und selbst wenn dies mal nicht der Fall sein sollte: Der Großteil des Zahlungsverkehrs, der für das Geschäftsmodell der neuen Bezahldienste unabdingbar ist, wird von den Banken abgewickelt.

Ohne Banken ... keine Finanzierungen 

Mervecan Askari, Commerzbank: Ohne Banken würden viele große und kleine Träume unserer Kunden platzen, denn von wem bekämen sie einen Ratenkredit?

Der Ratenkredit ist die beste Möglichkeit, um sich einen konkreten Traum zu erfüllen, für den gerade nicht genügend Liquidität vorhanden ist. Bei ihm handelt es sich um einen Kredit, der in aller Regel in zeitlich genau festgelegten und betraglich gleichbleibend hohen Teilzahlungen zurückgezahlt wird. Zum Ende des Jahres 2018 belief sich die Summe der vergebenen Konsumentenkredite (also Ratenkredite plus Dispositionskredite) in Deutschland auf rund 233,7 Milliarden Euro.

Afif Chowdhury, Deutsche Bank: Ohne Banken müssten sich die Firmen in Deutschland ganz andere Geldgeber suchen – denn heute finanzieren sich viele von ihnen über Unternehmenskredite.

Über 1,35 Billionen Euro Kredite hatten Banken und Sparkassen insgesamt an Unternehmen im Jahr 2018 vergeben. In Deutschland läuft die Finanzierung der Unternehmen überwiegend über Bankkredite.

Dennis Knuth, Commerzbank: Ohne Banken müssten Häuslebauer für ihr künftiges Eigentum 100 Prozent Eigenkapital aufwenden – oder für immer zur Miete wohnen.

241 Milliarden Euro – in dieser Höhe haben im vergangenen Jahr Banken und Sparkassen Kredite für den privaten Wohnungsbau vergeben. Daran wird deutlich: In Deutschland wird kaum ein Traum vom Eigenheim ohne Finanzierungshilfe der Banken verwirklicht. 

Anna Langensiepen, Aareal Bank: Ohne Banken müssten Investoren ihre Finanzierung gewerblicher Immobilien in Deutschland und im Ausland selber in die Hand nehmen.

Auch die Finanzierung gewerblicher Immobilien würde ohne Banken nicht funktionieren. Das Kreditgeschäft bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen lag 2018 bei 69,9 Milliarden Euro, wovon 41,9 Milliarden Euro auf das Inland und 28 Milliarden Euro auf das Ausland entfielen. 

Ohne Banken ... kein sorgenfreies Verreisen

Kyra-Celina Grimm, Deutche Bank: Ohne Banken könnten Urlauber nicht einfach Geld am Automaten abheben. Sie müssten es teuer auf der Straße tauschen – egal ob Argentinien, Russland oder Neuseeland.

Geld am Automaten im Ausland? Heutzutage vielerorts kein Problem mehr. Für Geldautomaten außerhalb der Eurozone übrigens gilt: Immer die Anzeige in Landeswährung wählen und den Betrag nicht in Euro anzeigen oder umrechnen lassen. Entscheidet sich der Kunde für die Landeswährung, wird der Wechselkurs über die eigene Bank abgerechnet und nicht über den Betreiber des Geldautomaten, der dafür einen zusätzlichen Aufschlag nimmt. 

Guelistan Günaydin, Santander: Ohne Banken könnten Urlauber nicht sorgenfrei verreisen – denn gestohlenes Bargeld ist für immer weg. Die Karte kann man jedoch jederzeit sperren lassen.

Nichts ist einfacher als das. Wichtig ist allerdings, sich die Telefonnummern zu notieren, unter denen die Karte gesperrt werden kann. Jedes Kreditinstitut hat eigene Sperrnummern, die auf seiner Webseite zu finden sind. Es gibt auch die zentrale Sperrnummer +49 116 116, die rund um die Uhr aus dem Ausland zu erreichen ist.

Ohne Banken ... keine Online-Einkäufe

Samiha Stambouli, TARGOBANK: Ohne Banken müssten die 2,6 Milliarden Bahnreisenden pro Jahr wieder Schlange stehen – weil der Kauf eines Onlinetickets ohne Konto nicht möglich ist. 

Auch bei der Bahn gilt: Für den Kauf eines Onlinetickets müssen Sie über ein Girokonto bei einer Bank verfügen – auch wenn Sie die Zahlung über digitale Anbieter anstoßen. Deren Geschäftsmodell basiert wesentlich darauf, dass der Zahlungsverkehr von den Banken abgewickelt wird.

Paul Ostarek, Commerzbank: Ohne Banken wären Ticketbuchungen vom Sofa fast undenkbar, denn online bezahlen funktioniert ohne Konto nicht.

Online-Zahlungsverkehr so ganz ohne Bankkonto? Klar, dafür habe ich doch meine Bezahl-App. Doch was auf dem ersten Blick so ausschaut, als würden Banken keine Rolle mehr spielen, ist bei genauerem Hinsehen ein Trugschluss. Denn die meisten Zahlungen, die Sie über digitale Anbieter anstoßen, haben eine zwingende Voraussetzung: Sie müssen über ein Girokonto bei einer Bank verfügen. Und selbst wenn dies mal nicht der Fall sein sollte: Der Großteil des Zahlungsverkehrs, der für das Geschäftsmodell der neuen Bezahldienste unabdingbar ist, wird von den Banken abgewickelt.

Lukas Hertrampf, Deutsche Bank: Ohne Banken gäbe es kein "heute bestellt, morgen da", denn online bezahlen ohne Konto, das funktioniert nicht.

Was für den Verbraucher möglichst einfach und schnell gehen soll, das Bestellen und das Auslösen eines Bezahlvorganges, setzt eine komplexe Infrastruktur voraus – schließlich geht es darum, dem Verkäufer auf sicherem Wege den Kaufpreis zukommen zu lassen. Banken haben mit die technischen Möglichkeiten dafür geschaffen, dass die Vorgänge ineinandergreifen und es im Online-Handel viele Zahlungsmöglichkeiten gibt, aus denen der Kunde auswählen kann.

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