21. März 2013

Aktien statt Anleihen? Zehn goldene Regeln für die Aktienanlage

Seit Ende 2011 liegt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen unter 2 Prozent, aktuell beträgt sie nur etwa 1,5 Prozent (Mitte März 2013). Anleihen mit kürzeren Laufzeiten und Sparguthaben bieten in der Regel noch weniger. Kein Wunder, dass Sparer und Anleger angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus nach höher rentierlichen Alternativen Ausschau halten. So mancher überlegt in Aktien anzulegen. Immerhin haben die Aktienkurse in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt, und die Dividendenzahlungen sind oft attraktiv. So beträgt die Dividendenrendite der DAX-Werte im Schnitt mehr als 3 Prozent.

Doch ist Aktiensparen für jedermann geeignet? Anleger sollten zehn Grundregeln beachten:

1. Nur Geld in Aktien anlegen, das langfristig investiert werden kann. Wer Aktien erwirbt, obwohl er das Geld kurzfristig wieder benötigt, geht ein großes Risiko ein. Die Erfahrung zeigt, dass Aktienanlagen auf lange Sicht hohe Renditechancen bieten. Kurzfristig muss der Anleger mit starken Wertschwankungen rechnen.

2. Aktienanlagen immer breit streuen. Nur auf die Aktien eines Unternehmens zu setzen, ist zu riskant. Besser: Das Geld auf Aktien verschiedener Wirtschaftszweige verteilen. So wird das Verlustrisiko gemindert.

3. Auf Kosten achten. Für den Kauf und Verkauf von Aktien entstehen Kosten. Üblich sind bis zu etwa 1 Prozent des Aktienwertes. Für kleine Kaufaufträge gelten meist Mindestgebühren. Betragen diese zum Beispiel 30 Euro pro Transaktion, macht es wenig Sinn, für 300 Euro Aktien zu kaufen. Außerdem sollten Anleger die Depotkosten vergleichen.

4. Aktienfonds für Kleinanleger. Für kleine Anlagebeträge sind Aktienfonds besser geeignet als Einzelaktien. Zudem kann man in Aktienfonds regelmäßig sparen. Schon mit beispielsweise 50 Euro lässt sich so breit gestreut in Aktien investieren.

5. Die Abgeltungsteuer berücksichtigen. Auf Veräußerungsgewinne von Aktien, die nach 2008 erworben wurden, fällt beim Verkauf grundsätzlich Abgeltungsteuer an. Wurden die Aktien vor dem 1.1.2009 erworben, sind Kursgewinne dagegen steuerfrei. Veräußerungsverluste aus Aktien, die nach 2008 erworben wurden, können steuermindernd verrechnet werden.

6. Keine Aktien auf Kredit. Derzeit sind nicht nur die Sparzinsen niedrig, sondern auch die Kreditzinsen. Anleger sollten sich jedoch nicht dazu verleiten lassen, Aktien auf Kredit zu kaufen. Fallen wider Erwarten die Kurse und geht die Spekulation schief, ist der finanzielle Schaden groß.

7. Persönliche Risikobereitschaft nüchtern abwägen. Als Substanzwerte mit Inflationsschutz gehören Aktien in jedes breit gestreute Depot. Dabei sollte sich der Aktienanteil am Vermögen nach den individuellen Lebensumständen und der persönlichen Risikomentalität richten. Die Faustregel Aktienanteil gleich 100 minus Lebensalter gilt nicht in jedem Fall.

8. Hin und her macht Taschen leer. Gute Aktien ruhig liegen lassen. Nicht ständig von tagesaktuellen Nachrichten beirren lassen. Wer hektisch auf jede Meldung reagiert und ständig Aktien kauft und verkauft, erzielt oft nicht den gewünschten Gewinn, wohl aber hohe Kosten.

9. Es gibt keine todsicheren Tipps. Aktiensparer sollten sich regelmäßig informieren. Doch Vorsicht vor angeblich sicheren Aktientipps, zumal wenn sie per E-Mail oder Telefon angepriesen werden. Niemand kann die Zukunft  vorhersehen. Beratungsangebote der Bank nutzen.


10. Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne. Nach einem guten Kursverlauf sollte man Aktien auch mal verkaufen, um Gewinne zu sichern. Hat sich beispielsweise der Kurs einer Aktie verdoppelt, kann es nicht schaden, die Hälfte des Bestandes zu verkaufen.


Pressekontakt:
Tanja Beller
Pressesprecherin
Bundesverband deutscher Banken
Telefon: +49 30 1663-1220
Telefax: +49 30 1663-1272
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www.bankenverband.de/presse

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