8. Oktober 2016

Bankenpräsident Peters warnt vor neuen Kapitalanforderungen

„Deutlich höhere Kapitalanforderungen für Banken sind weder notwendig noch gerechtfertigt“, sagt Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken und Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg, anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Nach derzeitigem Stand würden die Kapitalanforderungen für viele Institute durch die Pläne zum Abschluss des Basel-III-Paketes deutlich steigen. Wenn die Zentralbankpräsidenten und Leiter der Bankenaufsichtsinstanzen (GHOS) betonen, dass die Baseler Überarbeitungen keine signifikanten Steigerungen der Kapitalanforderungen beinhalten, so dürfe dies nicht nur unter dem Strich, sondern müsse auch für einzelne Regionen, Märkte und Risikokategorien gelten.

„Wir sind ganz klar für ein weltweit einheitliches Regelwerk, aber nicht zu Lasten von Banken und Kunden in einzelnen Regionen“, betont Peters. Peters befürchtet, dass die neuen Regeln in Europa zu einem drastischen Anstieg der Kapitalanforderungen im Bereich der Immobilienfinanzierung führen werden. Neben dem privaten Wohnungsbau wären davon die gewerbliche Immobilien- sowie die Projektfinanzierung etwa von erneuerbaren Energien und Infrastrukturvorhaben betroffen. Damit würden die neuen Regeln nicht nur Banken treffen, sondern sich auch negativ auf die Wirtschaftslage auswirken. Diese Gefahr werde inzwischen auch von der Politik gesehen. „Wir müssen auch zukünftig in der Lage sein, Wirtschaft und Wachstum zu finanzieren“, erklärt Peters. „Eine prosperierende Wirtschaft braucht profitable und wettbewerbsfähige Banken.“    

Pressekontakt:

Thomas Schlüter
Pressesprecher
Telefon: +49 30 1663-1230
thomas.schlueter@bdb.de

Drucken/PDF

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.