19. März 2018

Bankenverband sieht Brexit-Zeitplan in Gefahr

  • Krautscheid: Brexit-Uhr tickt für London und Europa
  • Handelsabkommen sollte Finanzdienstleistungen umfassen

Der Bankenverband fordert, den Druck auf die Brexit-Verhandlungen zu erhöhen. „Ein gutes Jahr vor dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union sind noch zu viele Fragen offen“, sagte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes heute in Frankfurt. Der Europäische Rat Ende dieser Woche müsse ein Weckruf sein. Er appellierte an die britische Regierung, einer Übergangsphase zuzustimmen. Ansonsten sei das Szenario eines harten Brexits nahezu unausweichlich. „Die Brexit-Uhr tickt unaufhörlich für London und Europa – und sie tickt immer lauter“, so Krautscheid.

In einer Übergangsphase würde das Vereinigte Königreich behandelt wie ein Mitglied der Europäischen Union mit allen Rechten und Pflichten, allerdings ohne Stimmrecht. „Für die europäische und britische Wirtschaft hätte dies den Vorteil, dass Geschäfte im bisherigen Rechtsrahmen sicher abgewickelt werden können.“ Zudem wäre das Passporting, also der Marktzugang zu Ländern der Europäischen Union, weiterhin nutzbar.

Ein mögliches Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich sollte auch Finanzdienstleistungen umfassen. Eine solche Regelung wäre im Interesse der deutschen Banken und der deutschen Exportwirtschaft. „Wir streben weiterhin enge wirtschaftliche Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich an“, betonte Krautscheid.  Diese enge Zusammenarbeit müsse sich im Bereich des Aufsichtsrechts fortsetzen. London werde nach dem Brexit ein wichtiger Finanzplatz bleiben. Insofern sei es im Interesse aller Marktteilnehmer, dass die EU-Behörden eng verzahnt mit ihren britischen Kollegen zusammenarbeiteten.

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