18. Juli 2017

Deutsche Kreditwirtschaft zum EU-Zwischenbericht für ein nachhaltiges Finanzwesen: Anreize für Investitionen sinnvoll, unnötige Regulierung vermeiden

Zu ihrer Initiative für ein nachhaltiges Finanzwesen hatte die Europäische Kommission Ende letzten Jahres eine hochrangige Expertengruppe einberufen, die nun am 13. Juli 2017 einen ersten Zwischenbericht vorgelegt hat. Dieser wird heute in einer öffentlichen Anhörung der Kommission in Brüssel diskutiert. Den Zwischenbericht und die Arbeit der Expertengruppe bewertet die Deutsche Kreditwirtschaft als wichtigen Diskussionsbeitrag. Die deutschen Kreditinstitute leisten bereits durch die finanzielle Versorgung der Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Stimulierung von Investitionen und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Unternehmen, wie die Expertengruppe sie fordert. Zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft in Zeiten der Energiewende und des Klimawandels bietet die deutsche Kreditwirtschaft zudem eine Palette an nachhaltigkeitsorientierten Finanzdienstleistungen und -produkten an. Hierzu gehören auch sogenannte Green Bonds, für die durch Industrieinitiativen wie die Green Bond Principles bereits Standards entwickelt wurden, oder auch Klimaschutzbriefe, die für breite Bevölkerungsschichten speziell von regionalen Instituten angeboten wurden.

Generell sollten regulatorische Eingriffe auf das Nötigste beschränkt werden. Eine indirekte Regulierung der Realwirtschaft über den Weg der obligatorischen Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsanforderungen insbesondere bei der Unternehmensfinanzierung darf nicht die Innovationsfähigkeit einschränken. Zudem dürfen sich die regulatorischen Anforderungen, die bereits aktuell die Kreditwirtschaft erheblich belasten, nicht unnötigerweise erhöhen. Angesichts der erst eingeführten weitgehenden Pflichten zur nichtfinanziellen Berichterstattung im Zuge der Umsetzung der Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie sollte eine Bewertung der ab dem Geschäftsjahr 2017 erforderlichen nichtfinanziellen Berichte vorgenommen werden, bevor eine Ausweitung von Berichtspflichten geprüft wird.

Vielversprechender erscheint aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft, durch gezielte Anreize den Markt zu einer fortdauernden Nachhaltigkeitsorientierung zu stimulieren. Den Hinweis im Zwischenbericht der Expertengruppe, dass für ein noch stärkeres Engagement der Banken in langfristige Infrastrukturfinanzierungen ein auch langfristig stabiler regulatorischer Rahmen zwingend erforderlich ist, unterstützt die Deutsche Kreditwirtschaft uneingeschränkt.

Ansprechpartner:

Melanie Schmergal
für die Deutsche Kreditwirtschaft
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V.
Tel.: +49 30 2021-1300

Dr. Kerstin Altendorf/Tanja Beller
Bundesverband deutscher Banken e. V.
Tel.: +49 30 1663-1250 / -1220

Dominik Lamminger
Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e. V.
Tel.: +49 30 8192-162

Stefan Marotzke
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e. V.
Tel.: +49 30 20225-5110          

Dr. Helga Bender
Verband deutscher Pfandbriefbanken e. V.
Tel.: +49 30 20915-330

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