29. September 2016

Konjunkturprognose des Bankenverbandes: Festgefahren in der Mittelmäßigkeit

„Die Weltwirtschaft befindet sich im Kriechgang, sie ist festgefahren in Mittelmäßigkeit“, erklärt Carsten Klude, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes und Chefvolkswirt von M.M. Warburg, mit Blick auf die Konjunkturprognose 2016/2017 der privaten Banken. Die 15 Chefvolkswirte des Ausschusses betonen, dass das globale Wachstum mit 3 % im Jahresverlauf erneut enttäuscht habe. Allein in den Schwellenländern seien erste Lichtblicke auszumachen. Ursache: die etwas höheren Öl- und Rohstoffpreise. Bei einem im nächsten Jahr auch wieder etwas höheren Wirtschaftswachstum in den USA könnte die Weltwirtschaft dann im Jahr 2017 um 3,3 % wachsen. Aber Klude warnt: „Die Risiken für die Weltkonjunktur werden auch im kommenden Jahr außergewöhnlich hoch bleiben.“

Statement zur Konjunkturprognose Carsten Klude, Vorsitzender Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes from Bankenverband on Vimeo.

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum habe im ersten Halbjahr 2016 leicht positiv überrascht. Im Jahresdurchschnitt 2016 dürfte die gesamtwirtschaftliche Leistung in der Währungsunion um 1,5 % steigen. Schalte man einmalige Sondereffekte aus, sei dies in etwa das gleiche Tempo wie im vergangen Jahr. Klude erwartet: „Auch im nächsten Jahr wird sich nichts Grundlegendes an diesem Bild ändern.“ Aber: Da die positiven Konjunktureffekte durch die günstigen Ölpreise und die Euro-Abwertung hervorgerufen und im nächsten Jahr wohl vollständig wegfallen würden, werde die Wirtschaft mit 1,3 % geringfügig schwächer wachsen.

Auch die Wachstumsprognose für Deutschland haben die Chefvolkswirte der privaten Banken in diesem Jahr leicht angehoben, für nächstes Jahr aber etwas gesenkt. Durch besondere Kalendereffekte (in diesem Jahr stehen mehr Arbeitstage zur Verfügung als im nächsten) falle der Tempoverlust optisch deutlicher aus (nicht kalenderbereinigt von 1,8 % in diesem auf 1,2 %), als er tatsächlich sei (kalenderbereinigt von 1,7 % auf 1,5 %). Klude bekräftigt: „Zentrale Stütze für die deutsche Konjunktur bleiben die private Konsumnachfrage sowie der zur Finanzierung der Zuwanderung deutlich expandierende Staatsverbrauch. Die Wachstumsraten beider Komponenten sollten im nächsten Jahr nur geringfügig nachlassen.“

Die aktuelle Herbst-Konjunkturprognose 2016/2017 ist online abrufbar unter: www.bankenverband.de/konjunkturprognose. Sie wird alle sechs Monate durchgeführt und beruht auf einer Umfrage unter den 15 Chefvolkswirten von privaten Banken, die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik sind.

Mitglieder sind:

Carsten Klude, Chefvolkswirt, M.M.Warburg & CO KGaA, Hamburg, Ausschussvorsitzender.
Burkhard Allgeier, Chefvolkswirt & Leiter Anlagestrategie, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA, Frankfurt am Main.
Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt, Deutsche Postbank AG, Bonn.
Dr. Elga Bartsch, Chefvolkswirtin Europa, Morgan Stanley UK Group, London.
Dr. Klaus Bauknecht, Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf
Dr. Jan Bottermann, Chefvolkswirt, NATIONAL-BANK AG, Essen.
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt, ING-DiBa AG, Frankfurt am Main.
Dr. Felix Hüfner, UBS Deutschland AG, Frankfurt am Main.
Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt, Commerzbank AG, Frankfurt am Main.
Dr. Martin Moryson, Chefvolkwirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie, AG & Co., KGaA, Köln.
Dr. Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland, UniCredit Bank AG, Frankfurt am Main.
Stefan Schilbe, Chefvolkswirt, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf.
Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, London.
Stefan Schneider, Chief International Economist, Deutsche Bank Gruppe, Frankfurt am Main.
Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt Deutschland, Goldman, Sachs & Co. oHG, Frankfurt am Main.

Geschäftsführung:
Dr. Christian Ossig, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Bankenverband, Berlin.
Dr. Siegfried Utzig, kommissarischer Leiter Wirtschaftspolitik und internationale Beziehungen, Bankenverband, Berlin.

Pressekontakt:
Dr. Kerstin Altendorf
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1250
kerstin.altendorf@bdb.de

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