Bankenverband bewertet EZB-Entscheid als vertretbare Ausnahme

27. März 2020

Die EZB hat die europäischen Banken aufgefordert, für das Jahr 2020 und - soweit noch nicht erfolgt - für das Jahr 2019 keine Dividende auszuschütten. Banken sollen so zusätzliche Rücklagen bilden. Der Bankenverband hält diese Maßnahme in der aktuellen Krisensituation für vertretbar. „Banken müssen in dieser außergewöhnlichen Krise an der Seite ihrer Kunden stehen“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Dazu gehört auch, dass die Institute verantwortungsvoll mit ihren Kapitalreserven umgehen.“

Ossig betonte, dass es sich bei der Vorgabe der Bankenaufsicht um eine Ausnahme handeln muss. Nur die außergewöhnliche weltweite Notlage vieler Unternehmen rechtfertige einen solchen Eingriff in die Autonomie der Banken. „Die Aufsicht muss im Interesse der Finanzstabilität deutlich machen, dass weitere Eingriffe in die Ausschüttungspolitik der Institute nicht erfolgen werden.“ Ansonsten werde es für Banken schwierig langfristig Investoren zu finden. Darunter würde die Stabilität und Leistungsfähigkeit des europäischen Finanzsektors leiden. „Die Entscheidung über die Gewinnverwendung muss weiterhin beim Eigentümer liegen“, so Ossig.

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