Ossig: EZB verlässt Krisenmodus nur im Schleichtempo

13. September 2018

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, zur heutigen EZB-Entscheidung:

„Die Europäische Zentralbank verlässt den geldpolitischen Krisenmodus nur im Schleichtempo. Ein vorbehaltloses Enddatum für das Aufkaufprogramm wäre überfällig gewesen. Vor allem aber schiebt die Europäische Zentralbank das Thema ‚Ende der Negativzinsen‘ weiter auf die lange Bank. Dabei ist auch diese geldpolitische Krisenmaßnahme schon längst nicht mehr erforderlich. Beim Bestreben, die Bankbilanzen zu stärken, sind die negativen Zinsen sogar schädlich. Nur zur Erinnerung: In den USA, wo die Banken schon seit längerem solide Erträge erzielen, hat es in keiner Phase der Krisenbekämpfung negative Leitzinsen gegeben.

Auch in Europa ist die Zeit jetzt reif, die Phase der Negativzinsen endlich zu beenden. Wenn die EZB überzeugend kommuniziert, dass das Ende der Minuszinsen zum Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus gehört, sollten die Kapitalmarktzinsen nur moderat reagieren. Erst recht, wenn man die weiterhin vergleichsweise moderaten Inflationsperspektiven bedenkt.“

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.