Peters: Auf Draghis EZB-Präsidentschaft fällt am Ende viel Schatten

24. Oktober 2019

„Die Leistungen von Mario Draghi als EZB-Präsident insbesondere in der ersten Hälfte seiner Amtszeit sind unbestritten“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters mit Blick auf die letzte EZB-Ratssitzung des scheidenden Notenbankpräsidenten. „Mit einer klaren Kommunikation ist es der europäischen Notenbank ab Sommer 2012 gelungen, das Vertrauen in die Währungsunion wieder zu stärken.

In der Folgezeit hat sich die EZB mit dem von ihr eingeschlagenen Krisenmodus jedoch festgefahren. Trotz eines kräftigen Wirtschaftswachstums im gesamten Euroraum ist es ihr nicht gelungen, aus der Krisenpolitik herauszukommen. Noch schlimmer, sie hat die Zinsen immer weiter in den Minusbereich gedrückt – zum Leid der Sparer und des gesamten Finanzwesens. Während die Banken im Euroraum für ihre Einlagen Zinsen an die EZB zahlen müssen, erhalten US-amerikanischen Mitbewerber dafür Geld von der Fed. Die Differenz seit Mitte 2014: 120 Milliarden Euro! Das kann so nicht bleiben: Negative Zinsen auf Dauer festzuschreiben, bringt unser Finanzsystem in ganz schweres Fahrwasser.“

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