Peters: EZB-Entscheidung erneut nicht überzeugend

10. Dezember 2020

„Die heutige geldpolitische Entscheidung der EZB überzeugt erneut nicht“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters mit Blick auf die Entscheidung der EZB, ihr Pandemie-Notkaufprogramm kräftig auszuweiten. „Mit den zusätzlichen Käufen wird die Überschussliquidität der Banken einen weiteren Sprung nach oben machen. Über die Negativzinsen fließt dann immer mehr Geld von den Banken direkt an die EZB. Daher hätte die Ausweitung des Kaufprogramms zwingend verbunden sein müssen mit einer Erhöhung des Freibetrags für die Banken.

Als die EZB vor gut einem Jahr einen Freibetrag eingeführt hat, wurde knapp die Hälfte der Überschussliquidität vom Negativzins befreit. Aktuell sind nur noch rund ein Viertel vom Minuszins ausgenommen. Für den Rest zahlen die Banken im Euroraum bereits heute mehr als eine Milliarde Euro im Monat an die EZB. Geld, das den Instituten gerade jetzt Luft für mehr Kredite für die Wirtschaft verschaffen würde. Da helfen auch die zusätzlichen Langfristtender nicht wesentlich weiter. Davon profitieren nicht unbedingt die Banken, die den größten Teil der Negativzinsen zahlen.“

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