Finanzchat zu Geldanlage und Vermögen

Experten: Tobias Böhm, Maxemilian Speer und Sylvie Ernoult
Partner: Welt am Sonntag

Carlos

Guten Tag, gibt es ETF für den Bereich KI und Robotik? Danke!

Tobias Böhm

Hallo Carlos, ETFs existieren mittlerweile in diversesten Ausprägungen und können daher auch sehr kleine Nischen abbilden. So existieren natürlich auch ETFs im von Ihnen präferierten Bereich, dies sogar schon seit einigen Jahren. Eine konkrete Empfehlung für ein Wertpapier erhalten Sie nach einer Prüfung der individuellen Geeignetheit in Ihrer Bank.

Christine

Bonjour, mir ist klar, dass Sie als Repräsentant des Bankenverbandes den Fragestellern stets das persönliche, vertrauliche Gespräch mit dem Bankberater ("Hausbank") empfehlen bzw. empfehlen müssen. Vertrauen ist aber etwas, das man nicht automatisch bei einer Bank "geschenkt" bekommt oder erwirbt, auch nicht nach Dokumentation von Anlagegesprächen. Ich persönlich habe miserable Erfahrungen gemacht mit sog. Hausbanken, wurde betrogen (Unterlagen unterschlagen bzw. gefälscht, Falschaussagen usw.), kurzum wir wurden schwer geschädigt, nicht nur finanziell. Die Gerichte stehen stets auf Seiten der Institutionen, nicht auf Anlegerseite. Auf dem Lande gibt es übrigens die "Hausbanken" nicht mehr, dies nur am Rande. Seit diesem Trauma sieht die Welt anders aus. Wir hatten daher nur eine Wahl: alles selbst in die Hand nehmen. Dies taten wir und können eine Performance von 100 % bzw. 35 % für Aktiendepots aufweisen. Das Managen der Depots ist zeitaufwendig, aber lohnend, wenn man-wie gesagt- die Nerven dafür hat und auch mit seinen Emotionen gut umgehen kann,dh. bei Baisse keine Panik aufkommen lässt, bei Hausse nicht in Übermut und Gier verfällt. Man muss sich auch etwas mit volkswirtschaftlichen Themen auseinandersetzen und nicht den vielen Börsengurus folgen. Ich lasse mir z.B. von Firmen, wo ich mit einem größeren Betrag investiert bin, die Quartalsberichte schicken oder lade sie mir runter (bevorzuge Papierform) und setze mich mit dem Zahlenwerk auseinander. Meine Frage lautet daher ganz simpel: welche drei bis fünf (ausser KGV, KBV) der "Zahlengrößen" würden Sie als erstes anschauen? Merci, bonne journée, Christine

Sylvie Ernoult

Liebe Christine, hier könnte Ihnen ein Banker beim Lesen entsprechender Bilanzen behilflich sein. Alternativ können Sie sich selbstverständlich durch das Lesen entsprechender Fachliteratur eine entsprechende Kenntnis aneignen. Bonne journée Sylvie Ernoult

Alex G.

Hallo, Meines Wissens bekommt man bei ETF`s (z.B. auf den DAX) auch Dividenden gutgeschrieben. D.h. man braucht eigentlich keine Einzelaktien, um an den Dividendenausschüttungen zu partizipieren. Ist das korrekt und gilt das für alle ETF´s (z.B. den MSCI World) oder ist das davon abhängig, welchen ETF man gekauft hat? Vielen Dank!

Maxemilian Speer

Hallo Alex G., Sie haben recht. Es gibt diverse ETF´s , die die Dividenden in Form von Ausschüttungen (jährlich, quartalsweise oder monatlich) an ihre Anleger weitergeben. Sie sollten allerdings darauf achten, ob der jeweilige ETF auch ausschüttend ist oder ob er die Erträge automatisch wieder anlegt ( thesaurierend). Welche Variante der ETF verfolgt, können Sie dem Fondsportrait entnehmen. Jeder ETF, unabhängig ob DAX oder MSCI World, kann eine dieser Varianten wählen.

Berlin123

Liebes Finanzteam, mein Mann erwartet bald ein Erbe i.H.v. ca. 200.000€. Wir wohnen in einer DHH in Berlin, die wir 2008 für 450000 gekauft haben und noch abbezahlen. Wir überlegen das Geld a) möglichst maximal in die Abzahlung des Hauses zu stecken oder b) eine kleine Wochenendimmobilie im Berliner Umland zu kaufen. Was raten Sie uns? Der Wert unseres Hauses hat sich inzwischen nahezu verdoppelt. Ich tendiere dazu, bei den steigenden Immobilienpreisen ein 2. Domizil mit der Option auf späteren gewinnbringenden Verkauf zu erwerben. Mein Mann möchte lieber schuldenfrei werden. Vielen Dank!

Tobias Böhm

Hallo Berlin123, eine Entschuldung hat für Sie eine sofortige Ersparnis durch wegfallende künftige Zinsen zur Folge. Überdies können Sie Teile Ihrer bisherigen Annuitätsrate in einen Sparplan investieren und neues Kapital aufbauen. Die Spekulation auf steigende Immobilienpreise durch eine Investition in eine Wochenendimmobilie im Berliner Umland ist mit diversen Chancen und Risiken verbunden. Hier bietet sich natürlich die Chance für Sie, nochmals ein derart erfreuliches Ergebnis zu erzielen, wie sie heute beim Verkauf Ihrer eigenen Immobilie erzielen könnten. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Kaufpreis beim Verkauf der Wochenendimmobilie nicht mehr erzielen zu können. Das kann Gründe in der Qualität der Immobilie (nachträglich auftretende Baumängel, Renovierungsdruck, fehlende Vermietung, etc.), oder in einer Umkehr in der Preisentwicklung haben. Momentan ist eine Umkehr der Preisentwicklung nicht absehbar, die Möglichkeit besteht jedoch.

bonedoc0815

Guten Tag, nachdem ich am Aktienmarkt + Anleihenmarkt recht gut investiert bin und auch über Sparpläne vorsorge spiele ich mit dem Gedanken in ein Immobilienprojekt zu Renditezwecken zu investieren. Eine selbstgenutze Immobilie, weitestgehend abbezahlt, ist vorhanden. Leider bin ich auf diesem Gebiet nicht wirklich erfahren. Ich hatte vor 2010 eine offenen Immobilienfonds gehalten, welchen ich gerade noch rechtzeitig verkaufen konnte. Mein aktueller Anlagehorizont wäre ca. 20 Jahre. Meine Fragen wären folgende: Welche Regionen können überhaupt noch interessant sein? Oder an welchen Kriterien kann ich dies festmachen? können Sie mir entsprechendes Info-Material zu o.g. Thematik empfehlen? Besser mit Eigenkapital (Teil-)finanzieren oder aus steuerlichen Gründen komplett finanzieren (aktuelle Zinsen...)? Vielen Dank für Ihre Antwort

Sylvie Ernoult

Guten Tag, eine pauschale Aussage ist hierzu leider nicht möglich. Zuletzt sind insbesondere die Preise in den Großstädten stark gestiegen. Sie bleiben aber zum Teil im internationalen Vergleich noch günstig, sodass sie voraussichtlich weiter steigen werden. Strukturschwache Regionen bieten zwar recht günstige Kaufmöglichkeiten an, das Wertsteigerungspotential bleibt jedoch überschaubar. Verschiedene Banken haben zu diesem Thema Studien erstellt, die Sie online abrufen können. Darüber hinaus bietet sich ein Gespräch mit Ihrer Hausbank an, die Ihnen da ebenfalls eine Einschätzung geben kann. Beste Grüße Sylvie Ernoult

qqapaerf

Hallo, danke für Ihren sonntäglichen Service! Wir haben ein Barvermögen von ca. 150 Tsd €, das zinslos auf einem Geldmarktkonto schlummert. Die Anlage in ETF nach dem Rat von Finanztest wr erfolgreich. Ihr Rat?

Maxemilian Speer

Hallo qqapaerf, das freut mich, dass Sie bereits gute Erfahrungen mit der Anlage in ETFs gesammelt haben. Wenn Sie weiter anlegen möchten, empfehle ich Ihnen einen Termin bei ihrem Anlageberater der gemäß Ihrem Risikoprofil die passende Anlage (ggf. wieder ETFs) finden wird.

Jan U.

Bitte um Anlage-Tipp: Bayer jetzt kaufen, nachdem die abgestürzt sind oder noch zu riskant wegen dem Monsanto-Debakel?

Maxemilian Speer

Hallo Jan U., wann und ob Sie Einzelwerte kaufen sollten, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Wenden Sie sich dazu an ihren Anlageberater.

Dr. Karl Horst Wirz

Wir verfügen über ein Barvermögen von ca. 180.000 € und haben ca. 60.000 € erfolgen 8 ETF und Adidas und Daimler-Benz Aktien angelegt. Ihr Rat für den Rest des Barvermögens?

Tobias Böhm

Werter Herr Dr. Karl Horst Wirz, leider werde ich aus Ihrer Frage nicht umfassend schlau und beantworte Sie nun gern so, wie ich sie verstanden habe: In Ihrem Wertpapierdepot unterhalten Sie 60.000 EUR, die sich auf acht ETFs, Adidas und Daimler-Benz verteilen. Außerdem bestehen 180.000 EUR Barvermögen, vermutlich auf Girokonten und Tagesgeldern. Ein Rat für das Barvermögen hängt von diversen Faktoren ab. Insbesondere von Ihrer persönlichen Lebensplanung, Ihrer individuellen Risikoneigung, Ihren bisherigen Kenntnissen und Erfahrungen und Ihren persönlichen Präferenzen. Hieraus ergeben sich ein Laufzeithorizont, mögliche Wertpapiergattungen und ein Mischungsverhältnis aus defensiveren Anlageformen (bspw. Anleihen/Renten, Bankeinlagen oder Immobilienfonds) und offensiveren Wertpapieren (bspw. Aktien). Dieses Konzept erarbeitet gern Ihre Bank gemeinsam mit Ihnen in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

Thilo Berger

Guten Morgen, ich habe ein Depot im Wert von 105k€, zu etwa gleichen Teilen Daimler, LH, Vonowia, CoBa, FraPort, Bayer, Linde, Allianz und MunichRE. Alle gekauft seit 2015.Wie schätzen Sie das ein? Ist das gut diversifieziert? Ich finde schon, mein Nachbar sagte neulich, es sei zu sehr Deutschland-AG. Aber ja und, die läuft ja rund. Oder denke ich da falsch?

Sylvie Ernoult

Lieber Herr Berger, es stimmt, dass das Portfolio deutschlandlastig ist und die Möglichkeiten jenseits der hiesigen Grenzen damit nicht abgebildet werden. Ein solches Portfolio bietet mit Blick auf die aktuelle Konjunktur sowohl Chancen als auch Risiken. Die Diversifizierung ließe sich in mehrerer Hinsicht steigern: regional, indem Sie Anlagen aus anderen Ländern beimischen. Über Asset-Klassen hinweg, aktuell investieren Sie nur in Aktien sowie über den Kauf von kleinen Werten. Beste Grüße Sylvie Ernoult

Mike Kaltmann

Glauben Sie, das Bitcoins wieder auf den Stand vom Jahresende steigen. Wenn ja, wann. Wäre nämlich schön, weil da hab ich gekauft... ;-)

Tobias Böhm

Hallo Mike, meiner Meinung nach zu Recht hängt dem Bitcoin das Laster an, ausgesprochen intransparent zu sein. Der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage auf den entsprechenden Börsen, wobei ich auch bei den Börsenplätzen Mängel im Bezug auf Transparenzthemen sehe. Das macht es mir leider nicht möglich, Ihnen eine haltbare Prognose zu liefern. Jedoch drücke ich Ihnen ganz fest die Daumen, dass Sie Ihren Einstandskurs wieder erreichen. Wenn sie anschließend Fragen zur klassischen Investition Ihres Kapitals haben, verweise ich gern auf meine netten Kolleginnen und Kollegen in einer Bank Ihres Vertrauens.

SA

Hallo früher war doich mal die Rede vom sicheren Hafen Gold. Jetzt ist der Bitcoin tot, Aktien dümpeln, Immobilien kann eh keiner mehr kaufen. Gold entwickelt sich trotzdem schwach. Ihre Prognose?

Maxemilian Speer

Hallo SA, der Goldpreis ist von verschiedenen Faktoren abhängig (z.B. Zinsmarkt, politisches Umfeld, Wirtschaft). Daher kann ich Ihnen eine verlässliche Prognose nicht geben. Wenn Sie in Gold investieren möchten, müssen Sie beachten, dass Gold keine Zinsen oder Dividenden abwirft und grundsätzlich sehr volatil in der Kursentwicklung sein kann. Daher sind auch erhebliche Verluste möglich. Daher ist der Begriff "sicherer Hafen" eventuell etwas irreführend. Wenn Sie physisch Gold kaufen möchten, sollten Sie dies nur bei seriösen Anbietern machen. Banken beispielsweise garantieren für die Echtheit der von ihnen angebotenen Goldbarren und Goldmünzen. Weitere hilfreiche Tipps zum Goldkauf können Sie lesen: https://bankenverband.de/blog/gold-weihnachtsgeschenk-tipps/

Guten Tag,

würden Sie derzeit noch Immobilien in Großstädten kaufen? Habe zwei Angebote in Friedrichshain, beide >5.000 EUR pro QM. Zustand ok, Lage ok bis gut. Sie können die Objekte natürlich nicht im Detail bewerten, aber wie ist Ihre Haltung zu denderzeitigen Immobilienpreisen? DANKE!

Sylvie Ernoult

Guten Tag, eine pauschale Aussage kann hier nicht getroffen werden. Neben dem Zustand der Immobilie sowie der Lage greifen in der Beurteilung des Preises noch weitere Elemente wie zum Beispiel die Verfügbarkeit eines Fahrstuhls etc.. Sollten Sie ein ernsthaftes Kaufinteresse haben, so sollten Sie die Immobilie noch von einem Experten auf Bausubstanz etc begutachten lassen. Beste Grüße und viel Erfolg! Sylvie Ernoult

Herr Körner

Hallo Zusammen, würde gerne ein Teil meines Vermögens im Euro—Ausland (ganz legal und official) anlegen - auch aus Gründen der Risikostreuung und Schutz vor dem Zugriff des deutschen Staates im Falle einer Krise. Wer kann mir hier weiterhelfen bzw. wo findet man zu diesem Thema Beratung/Informationen? Besten Dank und Grüße

Sylvie Ernoult

Hallo Herr Körner, für Investments im Euroraum sollten Sie sich vertrauensvoll an Ihren Bankberater wenden und gezielt nach Auslandsinvestitionen fragen. Beste Grüße Sylvie Ernoult

Herr Körner

Hallo Frau Ernoult, vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Aber meine Frage war ja gerade nach Anlagemöglichkeiten außerhalb des Euroraums/EU, zum Bsp. USA, Kanada, Panama, ... Natürlich kann man direkt jeweils vor Ort ein Konto eröffnen aber meine Frage ist ja ob es nicht auch Möglichkeiten gibt dieses auch direkt von Deutschland aus zu starten. Grüße, Körner

Sylvie Ernoult

Hallo Herr Körner, auch für Anlageberatung im EU-Ausland ist Ihre Bank die richtige Anlaufstelle. Grüße Sylvie Ernoult

wunderelg

Guten Morgen, ich möchte DAX-Aktien gegen fallende Kurse absichern. Welche Zertifikate empfehlen Sie? Bitte am Beispiel 100 Aktien Münchner Rück erläutern. Gibt es Möglichkeiten bei weiter steigenden Kursen -trotz Absicherung- keinen Verlust zu erleiden?

Tobias Böhm

Hallo wunderelg, Sie beschreiben ein Derivat, bspw. auf die Münchner Rück. Dies kann ein (Reverse-)Zertifikat oder bspw. auch ein Optionsschein sein. Beide Lösungen haben gemeinsam, dass der Kauf dieser Papiere mit Kosten verbunden ist und Wertpapieranlagen dieser Coleur mit erheblichen Verlustrisiken verbunden sind, wenn das gewünschte (oder abzusichernde) Ereignis nicht eintritt. Ich gebe Ihnen gern einen weiteren Denkanstoß, der sehr naheliegend ist, aber manchmal gern in Vergessenheit gerät: Das Verkaufslimit. Sobald die entsprechenden Aktien einen vorher definierten Kurs unterschreiten, werden diese automatisiert an der Börse bestens zum Verkauf gestellt. Steigt Ihre Aktie hingegen, passiert nichts weiter und Sie können weiter an den Kursentwicklungen des Unternehmens partizipieren.

Maik

Guten Tag, als Einsteiger überlege ich in ETFs zu investieren. Nun bietet meine Bank ein Rundumpaket mit dynamischem Portfolio-Man­age­ment, börsentäglichem Risiko­man­age­ment und kontinuierliches Rebalancing (cominvest der Comdirectbank). Ist das für einen Einsteiger eine sinnvolle Option? Vielen Dank!

Tobias Böhm

Hallo Maik, Vermögensmanagement-Fonds, wie von Ihrer Bank angeboten, sind sicher eine Option für einen Einsteiger im Wertpapierbereich. Der Vorteil dieser Lösungen liegt darin, dass sich ein professionelles Fondsmanagement um die Zusammenstellung der verschiedenen Assetklassen (bspw. Aktien, Renten, Cash, etc.) nach vorher definierten Regeln kümmert. In Ihr Depot wird dann häufig nur eine Position eingebucht, die sich im Anschluss entsprechend übersichtlich durch Sie nachverfolgen lässt. Die Kosten dieser Fonds sind in der Regel, höher als die von ETFs, was sich aus der Tatsache ergibt, dass sich ein Management-(Team) um die Wertpapieranlage kümmert und hierdurch Personal-, Transaktions- und weitere Kosten entstehen. Das Fondsmanagement verantwortet im Anschluss entsprechend den Erfolg des Fonds. Weitere Vor- und Nachteile erläutert Ihre Hausbank sehr gern in einem Beratungsgespräch, an dessen Ende für Sie eine konkrete und geeignete Handlungsempfehlung stehen wird.

Yannis

Hallo, glauben Sie, dass Bitcoins weiter steigen? Wie weit? Die letzten Monate waren ja zumindest etwas hoffnungsvoll nach der Schlachthaus-Stimmung davor

Sylvie Ernoult

Lieber Yannis, wir können leider keine Prognosen über die Entwicklung des Bitcoin abgeben. Bitcoins bleiben ein hochspekulatives Produkt. Jedem Bitcoin-Besitzer muss klar sein, dass im Falle eines Crashes der Totalverlust droht. Beste Grüße Sylvie Ernoult

Ludwig Bergmann

Hallo, ich habe 250000 Euro geerbt, würde gerne langfristig investieren (15 Jahre +), aber sehr schlechte Erfahrungen mit Aktien/Fonds. Gibt es ernsthafte Alternativen?

Maxemilian Speer

Hallo Ludwig Bergmann, welche Anlageform für Sie die richtige ist, kann Ihnen am besten ein Anlageberater von ihrer Hausbank sagen. Dieser führt mit Ihnen ein detailliertes Beratungsgespräch durch, der ihre Ziele und Wünsche hinsichtlich ihrer Geldanlage berücksichtigt. Außerdem wird ein Risikoprofil erstellt, der ihre Risikotragfähigkeit und Risikoneigung einordnet. Es tut uns natürlich leid, dass Sie mit Aktien und Fonds schlechte Erfahrungen gemacht haben. Denn beides sind Anlageformen, die rückblickend langfristig die beste Rendite erbracht haben und das auch noch sehr kontinuierlich. Natürlich gab es Krisen, etwa 2001 und 2008. Aber wer z.B. 1987 einen DM-Betrag von umgerechnet 10.000 Euro bis Oktober 2018 gehalten hat, der kam auf eine jährliche Rendite von durchschnittlich rund 8 Prozent p.a. Und das, obwohl die beiden Krisen in diesen Zeitraum fielen. Mehr dazu hier: https://bankenverband.de/blog/regeln-geldanlage-aktien-fonds/. Dies ist natürlich kein Garant für die zukünftige Entwicklung. Wenn Sie Alternativen suchen, dann hier ein eine generelle Anmerkungen: Diversifizieren Sie ihr Vermögen auf mehrere Varianten z.B. Tagesgeld / Festgeld als konservative Anlageform und ggf. Indexpolicen als längerfristige Anlage. Trotz ihrer Vorbehalte sind Wertpapiere aufgrund ihrer angegebenen langfristigen Anlagedauer ggf. ebenfalls ein möglicher Anlage-Baustein. Lassen Sie sich beraten.

Ines L.

Einen wünderschönen guten Morgen, liebe Banker, danke erst einmal für den tollen Service. Meine Frage ist recht umfänglich einfach, ich brauche die Antwort für meine Bachelor-Arbeit: Ich bräuchte eine Einschätzung zu den Perspektiven von DAX, Eurostoxx, Nasdaq und dem englischen Index. Wo lohnt es für private AnlegerInnen zu investieren? Aus welchen Gründen? Welche Märkte haben welche besonderen Risiken? Für das Resümee wäre es dann noch toll, wenn Sie die Chancen der vier Indizes von 1 bis 4 bewerten würden. Danke im Voraus!

Tobias Böhm

Guten Morgen liebe Ines, zu aller erst: Tolles Thema für eine Bachelor-Arbeit! Die Indizes DAX (30 Unternehmen aus Deutschland), EuroStoxx50 (50 Unternehmen aus Europa), NASDAQ Composite (3.000 Unternehmen aus den USA), FTSE 100 (100 Unternehmen aus Großbritannien) bilden entsprechend Ihrer Definition die Märkte ihrer Domizile ab. Welche Aktiengesellschaft in einem Index landet, hängt von den Kriterien der zusammenstellenden Unternehmen der Indizes ab. Die Deutsche Börse AG zum Beispiel kann mit dem von ihr zusammengestellten DAX die wirtschaftliche Zukunft des Landes recht treffend abbilden. Hieraus ergibt sich auch das öffentliche Interesse an den Indizes, eine Garantie besteht darauf jedoch nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Frage nach den Perspektiven der Märkte nur mit einem volkswirtschaftlichen Ausblick für die entsprechenden Regionen beantworten lässt. Eine Investition privater Anleger im Aktienbereich ist bei gegebener individueller Risikostreuung und mit langfristigem Anlagehorizont grundsätzlich empfehlenswert. Dabei ist immer zu beachten: Je kleiner man sich selbst sein Investitionsuniversum steckt (zum Beispiel durch Fokussierung auf eine Region, oder einen Index), desto abhängiger wird man von diesem einen Markt und desto riskanter wird ein Portfolio. Sie sehen: Die Frage lässt sich in diesem Raum leider nur oberflächlich beantworten. Das liegt zum einen am Prinzip des Chats und Ihrer recht komplexen Frage. Zum anderen driften Einschätzungen zu Indizes in den Bereich einer dokumentationspflichtigen Wertpapierberatung ab, die ich Ihnen hier nicht bieten kann.

Maximilian Sebastian

Guten Morgen liebe Experten, ich bin 28 Jahre alt und verfüge nur über ein sehr geringes Einkommen. Trotzdem würde ich gerne rund 100 Euro monatlich sparen. Allerdings habe ich im Finanz-Dschungel überhaupt keinen Überblick, welche Anlageform sich dafür eignet. Was wäre ihre Empfehlung für einen ausgewogenen Mix aus Rendite und Risiko. Schließlich kann ich es mir aufgrund meines Gehalts nicht leisten, meine Ersparnisse leichtfertig zu "verzocken". Herzliche Grüße Maximilian Sebastian

Sylvie Ernoult

Guten Morgen lieber Maximilian Sebastian, Ihr Ansatz ist völlig richtig, denn auch schon kleinere Beträge bieten sich zum Vermögensaufbau an! Grundsätzlich sollte man sich nicht auf eine Anlageform beschränken, um wie Sie richtig sagen, das Risiko zu streuen. Insbesondere mit Blick auf die andauernde Niedrigzinsphase bietet sich für Sie ein Einstieg in Fonds an. Zum Beispiel ETFs stellen hier eine kostengünstige Möglichkeit dar, da dieses Produkt bereits ab geringen Beiträgen im Monat verfügbar ist. Am besten Sie nehmen Kontakt mit Ihrer Hausbank auf und schauen gemeinsam mit Ihrem Berater nach einer passenden Anlagestrategie. Herzliche Grüße Sylvie Ernoult

Herr Matthes

Mein unabhängiger Finanzberater rät von mir von einem ETF-Portfolio (z.B nach Kommer) ab und empfiehlt ein, nach individueller Risikobereitschaft aufgestelltes, Portfolio mit Dimensional Funds. Was halten Sie von dieser Strategie? Vielen Dank für Ihre Meinung!

Tobias Böhm

Guten Morgen Herr Matthes, grundsätzlich sollte jedes Portfolio, ob aus passiven Fonds (ETFs) oder aktiven Fonds (wie in Ihrem Fall die Dimensional Fonds) zusammengestellt, gemäß Ihrer individuellen Risikobereitschaft strukturiert sein. Den Kostenvorteilen von ETFs gegenüber den aktiv gemanagten Fondslösungen steht ihr starres Konstrukt und die fehlende "humane" Anpassungslogik eines dafür verantwortlichen Fondsmanagers mit seiner Expertise und auch seinem Bauchgefühl entgegen. Beide Konzepte schließen sich damit nicht aus. Es ist also ebenso denkbar, ein gemischtes Portfolio aus ETFs und aktiv gemanagten Fonds mit den oben erläuterten Vor- und Nachteilen aufzubauen. Unterm Strich, lieber Herr Matthes, kommt es darauf an, wie viel Vertrauen Sie Ihrem Berater für die künftige Betreuung schenken und in wie weit Sie sich selbst um die Folgebewertung Ihrer Wertpapiere kümmern möchten. Eventuell ist in Ihrer Situation ebenfalls das Einholen einer dritten Meinung, zum Beispiel von Ihrer Hausbank, eine gute Wahl, die für Sie weitere Klarheit bringen kann.

TheresaKlumpe

ETFs werden in den letzten Monaten stark beworben, vor allen Dingen wegen der niedrigen Kosten. Niemand scheint irgendwelche Risiken in der Anlageform zu sehen. Könnte Sie dies näher erläutern? (synthetische ETFs sind selbstverständlich risikoreicher, aber was ist mit physischen?)

Maxemilian Speer

Hallo TheresaKlumpe, Sie haben recht, ETF´s haben in der Regel eine niedrigere Kostenquote als beispielsweise aktiv gemanagte Fonds, da Sie meist nur einen bestimmten Index nachbilden und keine Möglichkeiten haben, bestimmte Wertpapiere aus dem Index auszuschließen. Aktiv gemanagte Fonds werden in der Regel von einem "Menschen" (Fondsmanager) geführt, der einzelne Wertpapiere kaufen bzw. ausschließen kann. Beide Anlageformen haben gewisse Risiken. Daher kann man pauschal nicht sagen, dass eine Variante grundsätzlich risikoärmer oder risikoreicher ist.

Maxemilian Speer

Grundsätzlich würde ich eine Anlageentscheidung nicht nur von den Kosten abhängig machen. Was hilft Ihnen ein beispielsweise günstiger ETF, der aber kaum Rendite abwirft.

Sandra Billenberger

"eine niedrigere Kostenquote" schreiben Sie. Wann ist denn ein ETF günstig?

Maxemilian Speer

Hallo Sandra, grundsätzlich haben aktiv gemanagte Fonds einmalige Kosten (Ausgabeaufschlag) und laufende Kosten (beispielsweise Verwaltungsaufwendungen). ETF´s haben meist keinen Ausgabeaufschlag, dafür jedoch beispielsweise Kaufkosten (über die Börse). Die Kostenquote / laufenden Kosten ist/sind bei ETF´s meist im 0,.. % p.a.- Bereich, bei aktiven Fonds fangen diese Kosten meist bei 1,00 % p.a. an. Ab wann ein ETF günstig ist, kann man pauschal nicht beantworten.

TheFuturist

Daimler oder VW – welche Aktie ist besser? Oder lieber heute autofrei im Portefolio, das ist ja die Frage...

Tobias Böhm

Hallo und guten Morgen TheFuturist, ob und welche Aktie der beiden in Ihr Portfolio passt, hängt immer von Ihrer persönlichen Überzeugung der entsprechenden Unternehmen sowie von Ihrem Anlagehorizont und Anlageziel ab. Pauschal lässt sich diese Frage also nicht beantworten. Ich rate Ihnen für Ihre Frage zu einem Beratungsgespräch in einer Hausbank, denn hier können die oben grob angerissenen Fragen für Sie geklärt und eine persönliche Geeignetheit festgestellt werden.

Christina

Besser Fonds bei über die Investmentgesellschaft der Hausbank (Deka, Unioninvestment) oder online über Discountbroker kaufen?

Maxemilian Speer

Hallo Christina, da es eine große Anzahl an unterschiedlichen Fonds mit unterschiedlichem Risiko gibt, rate ich Ihnen zuerst ein Beratungsgespräch bei ihrer Hausbank zu führen. Dort wird detailliert auf ihre Ziele und Wünsche eingegangen. Ebenfalls wird ihre Risikoneigung und Risikotragfähigkeit anhand eines Risikoprofils überprüft.

Maxemilian Speer

Grundsätzlich ist es so, dass Sie über einen Discountbroker günstiger Fonds beziehen können, da dieser aufgrund seiner Struktur geringeren Aufwand betreibt. Bei Ihrer Hausbank erhalten Sie dafür eine entsprechende Beratung.

Janine

Stimmt es, dass mein Arbeitgeber mir ein bAV Angebot machen muss? Steht bei Google, aber er sagt, das ist ein 100-prozent freiwilliges Angebot und das gäbe es bei uns halt eben nicht...

Maxemilian Speer

Hallo Janine, rechtliche Fragen können wir leider nicht beantworten. Die Verbraucherzentrale oder ein Rechtsexperte kann Ihnen hier sicherlich behilflich sein.

Bergdoktor

Grüß Gott, sollte man jetzt langsam englische Aktien kaufen? Schlechter als jetzt kann GB ja wohl kaum mehr dastehen...

Tobias Böhm

Guten Morgen Bergdoktor, ganz grundsätzlich spricht nichts gegen eine Investition in Aktien. Besonders mit einem langfristigen Anlagehorizont und einer breiten Streuung verschiedener Unternehmen in Ihrem Depot bieten Aktien attraktive Renditechancen. Beachten Sie aber: Je kleiner Sie sich Ihren eigenen Markt definieren, desto weniger Möglichkeiten zur Risikostreuung bieten sich folglich. Sprechen Sie hierzu gern mit Ihrer Hausbank, die Ihnen eine für Sie persönlich risikoadjustierte Anlage empfehlen kann.

Experte

Maxemilian Speer

für den Bankenverband 

Tobias Böhm

für den Bankenverband 

Sylvie Ernoult

für den Bankenverband

Hinweise zum Finanzchat

Der Bankenverband erbringt im Rahmen dieser Aktion keine Anlageberatung. Er äußert sich daher auch in keiner Weise zu einzelnen Finanzinstrumenten. Bitte sprechen Sie hierfür die Anlageberater Ihrer Hausbank an. Außerdem möchten wir Sie auf die rechtlichen Bedingungen zu unserem Finanzchat hinweisen. Damit der Austausch sachlich und angenehm bleibt, bitten wir Sie zudem, die Spielregeln des Bankenverbands zu beachten.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

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