Finanzchat zu Geldanlage und Vermögen

Experte: Sandro Klemet
Partner: Frankenpost

Sabrina

Hallo Herr Klemet, was raten Sie in Sachen ETFs: sich besser an einen Sparplan mit geringer Einzahlung binden (unter 50 Euro im Monat) oder unregelmäßig größere Summen einzahlen, wenn das Geld grad zur Verfügung ist? Danke fürs Tipps!

Sandro Klemet

Hallo Sabrina, hier kann ich durchaus zu beiden Varianten raten. Mit einem Sparplan kaufen Sie zu unterschiedlichen Kursen und "profitieren" bei Kursrückgängen von einem günstigen Einstandskurs (s.g. Cost Average Effekt). Die aktuellen Prognosen für die Kapitalmarkt sind nach wie vor positiv, daher sind auch Einzahlungen mit größeren Summe zu empfehlen, so mal die Einstiegskosten bei ETFs relativ günstig sind.

Mitleser

Ein regelmäßiger Sparplan ist aus psychologischer Sicht besser, da das Geld ersteinmal weg (im Sinne einer Investition) ist. Anders ist die Sparvariante: Hier haben Sie bis zum Kauf die Möglichkeit, auf Ihre Rücklagen zurückzugreifen. Ein guter Sparplan lässt sich zwischenzeitlich auch kostenfrei aussetzen oder ändern. Versuchen Sie, einen Sparplan direkt bei einer Bank (Online-Banking) abzuschließen. Achten Sie auf die Kosten (Ausgabeaufschälge, Monatliche Grundgebühr). Bei vielen Banken können Sie kostenfrei sparen, Ihr Depot kostet auch nichts.

Bauarbeiter

Hallo. Ich bin 33 verheiratet 2 Kinder und Haus. Wie sehen Sie den kryptomarkt als Geldanlage an? Würden Sie davon abraten darin zu investieren? Bzw wie sieht der Bundesverband die Tatsache dass z.bei eine Commerzbank in so eine "Technologie" investiert um den Fuß selbst früh genug in der Tür zu haben? Was halten Sie allgemein von diesem Markt? Freue mich auf eine Antwort. Auch wenn vllt die Materie relativ unbekannt scheinen mag ;)

Sandro Klemet

Hallo, zum Kryptomarkt geben die Banken nach wie vor i.d.R. keine Empfehlung/Beratung. Die Entwicklung dieses Marktes ist im Vergleich zu klassischen Aktien- und Fondsanlagen sehr schlecht prognostizierbar. Des weiteren ist dieser Markt in den letzten Monaten stark gesunken. Die Frage ist immer, was einem bei einer Anlage wichtig ist und wie lange die Gelder angelegt werden können. Im aktuellen Marktumfeld und den Prognosen kann man mit klassischen Aktien- und Fondsanlagen (in einer gesunden Streuung nach Ländern und Branchen) ebenfalls eine ordentliche Performance erzielen.

Nachfolger2016

Guten Morgen, Ich bin jetzt 65 Jahre und seit 2 Jahren in Ruhestand. Aus meiner gesetzlicher Rentenversicherung erhalte ich monatlich 700 €. Weitere 1000€ aus Vermietung. Im Oktober kommt eine Lebensversicherung in Höhe von 210000€ zur Auszahlung. Ich würde gerne einen Teil anlegen, den Rest verrenten. Oder gibt's noch andere Möglichkeiten. Anlagen sollten nicht spekulativ sein. Mit freundlichen Grüßen Erwin

Sandro Klemet

Hallo Nachfolger2016, das ist in Ihrem Fall eine gute Kombination. Es gibt Anlagen mit einem Versicherungsmantel, bei denen eine sofortiger Verrentung (eine Art Entnahmeplan) stattfindet. Das Restkapital mindert sich um die ausgezahlten Renten, wird aber weiterhin festverzinslich angelegt. Für den Teil der Einmalanlage gibt es auch in aktuellen Marktumfeld Anlage, welche weniger spekulativ und dennoch eine solide Performance bieten. Hier kann z.B. der Bereich offene Immobilienfonds eine Möglichkeit sein. Eine weitere Möglichkeit sind s.g. gemanagte Anlagen, die je nach Risikobereitschaft und aktueller Marktsituation die Aktienquote erhöhen oder reduzieren können.

Mitleser

Sinnvoll ist es auch, nicht nur zu einer Bank/Versicherung, sondern mehrere Banken/Versicherungen anzufragen. Achten Sie hier einmal auf die Kosten. Vor allem müssen Sie das Produkt auch selber verstehen. Bei der von Ihnen angesprochenen Auszahlung wäre es sinnvoll, einen Honorarberater zu Rate zu ziehen. Gute Beratung kommt teilweise auch von Verbraucherschützern. Letztlich geht es auch ohne Beratung: Hier wäre ein für Stiftungen konzipierter Fond durchaus eine Überlegung wert. Dieser ist auch für Privatinvestoren kaufbar. In der Regel handelt es sich hierbei um teilweise sehr konservativ handelnde Mischfonds. Interessant sind aber auch regelmäßig ausschüttende Produkte. So schütten einige ETFs quartalsmäßig aus. Diese bestehen aus oftmals hunderten von Einzeltiteln so das die Risiken einen offenen Immobilienfonds (Siehe u.a. 2008/09: Schließung offener Immobilienfonds) auf ein Minimum reduzieren können. Letztlich ist es davon abhängig, über welche Investmentklassen Sie bereits verfügen. Als weiterer letzter Tipp: Nie alles in einen Korb zu investieren.

Sandro Klemet

Es ist immer sinnvoll sich verschiedene Meinungen unterschiedlicher Häuser einzuholen. Zu den offenen Immobilienfonds sei noch zu erwähnen, dass ein eingeführtes Gesetz "Kapitalanlagegesetzbuch" aus 2013 genau diese Risiken bei offenen Immobilienfonds reduziert haben.

Experte

Sandro Klemet

für den Bankenverband 

Hinweise zum Finanzchat

Der Bankenverband erbringt im Rahmen dieser Aktion keine Anlageberatung. Er äußert sich daher auch in keiner Weise zu einzelnen Finanzinstrumenten. Bitte sprechen Sie hierfür die Anlageberater Ihrer Hausbank an. Außerdem möchten wir Sie auf die rechtlichen Bedingungen zu unserem Finanzchat hinweisen. Damit der Austausch sachlich und angenehm bleibt, bitten wir Sie zudem, die Spielregeln des Bankenverbands zu beachten.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

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