In 50 Jahren von der Scheckkarte zur girocard

In 50 Jahren von der Scheckkarte zur girocard

Vor 50 Jahren legten die deutschen Banken den Grundstein für die girocard: mit der Einführung der ersten Scheckkarten und dem in den nächsten Jahren aufgebauten einheitlichen eurocheque-System. Über die Jahrzehnte wurde aus der Scheckgarantiekarte etwas, das heute fast jeder Deutsche im Geldbeutel hat – und bald auch im Smartphone. 

Fast jeder hat sie im Portemonnaie: die girocard. Auch wenn sie erst seit 2007 so heißt, reicht ihre Geschichte viel weiter zurück. Ihre Geburtsstunde schlug vor 50 Jahren – im Januar 1968, als die deutschen Banken mit der Ausgabe der ersten Scheckkarten begonnen hatten. Diese dienten zunächst als reine Zahlungsgarantiekarten zusammen mit einem Scheck. Aber damit wurde der Grundstein für das elektronische Bezahlen gelegt.

Schnell kam die Idee auf, dieses Verfahren nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit anzubieten. Denn auch der Tourismus und die Möglichkeiten, im Ausland Urlaub zu machen, entwickelten sich weiter. 1972 schuf die europäische Kreditwirtschaft das eurocheque-System und brachten die eurocheque-Karten (ec-Karten) und eurocheques heraus. Jetzt gab es eine Zahlungsgarantie für Schecks auch im Ausland – ein wichtiger Schritt der internationalen Vernetzung im bargeldlosen Zahlungsverkehr auch für den Privatkunden war geschafft. 

ec: eurocheque und electronic cash

Im Laufe der Jahre bekam die eurocheque-Karte neue Funktionen. Als Ende der 1970er immer mehr Geldautomaten verfügbar waren, wurde die Karte um eine Debitfunktion ergänzt: Wer eine eurocheque-Karte hatte, konnten nun mittels des schwarzen Magnetstreifens Geld abheben. 

Dank Magnetstreifen war aber noch mehr möglich: Ab 1991 konnten die Deutschen flächendeckend per Karte und Geheimzahl (PIN) in Supermärkten, Tankstellen und anderen Geschäften bezahlen – das Debitkartensystem Electronic Cash war geboren. 1995 folgte die Prepaid-Funktion „Geldkarte“, eine elektronische Geldbörse, um kleine Beträge ohne PIN oder Unterschrift zu bezahlen.

Für den eurocheque war electronic cash indes der Anfang vom Ende. Zehn Jahre nach dessen Einführung wurde 2001 die Bezahlung mit Schecks eingestellt. Der Name ec-Karte aber blieb vorerst noch – genauso wie das Logo mit dem blauen „e“ und roten „c“, das seit den 1960er Jahren Schecks und Karten zierte.

Die ec-Karte heißt heute girocard – und fast jeder hat sie im Portemonnaie 

Seit 2007 trägt die ec-Karte einen neuen Namen: girocard. Auslöser war eine Umstellung der Zahlungssysteme – die für den Kunden aber kaum bemerkbar war. Der Magnetstreifen spielt heute dank moderner und sicherer Chiptechnologie in Deutschland keine Rolle mehr; dafür ist kontaktloses Bezahlen möglich. 2017 kam die „girocard kontaktlos“ deutschlandweit in Umlauf. 

Eine Funktion, die nach Aussage der EURO Kartensysteme, die die girocard vermarktet, so schnell wie keine andere Neuerung zuvor angenommen wurde: Unter den Inhabern einer „girocard kontaktlos“ stieg der Anteil derer, die die Funktion bereits genutzt haben, von 38 Prozent im Februar 2017 auf 47 Prozent im Oktober des gleichen Jahres. Das ergab eine GfK-Studie

Heute ist die girocard fast flächendeckend verbreitet: Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 besitzen 95 Prozent der Bürger eine girocard, insgesamt sind über 100 Millionen Karten im Umlauf. Im Jahr 2016 wurden rund 3 Milliarden Transaktionen per girocard bezahlt. Die Umsätze lagen bei 151,2 Milliarden Euro. Und die nächste Neuerung steht bereits an: In diesem Jahr soll die girocard ins Smartphone wandern – als digitale Bezahlkarte. 

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