Artikel

Sicherheit an Geldautomaten

Tanja Beller
Tanja Beller

In Deutschland gibt es mehrere Wege, sich mit Bargeld zu versorgen: An den mehr als 56.000 Geldautomaten mit Karte und persönlicher Identifikationsnummer (PIN), in der Bankfiliale oder im stationären Handel als sogenanntes „Cashback“. Dabei teilen Kunden vor dem Bezahlen ihres Einkaufs an der Kasse mit, welchen Betrag sie von ihrem Konto abheben möchten. Autorisiert wird der Auszahlungsbetrag dann zeitgleich mit der Einkaufssumme. 

Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland geht tendenziell zurück. Dies liegt wesentlich auch daran, dass das bargeldlose Bezahlen mit Karte immer mehr an Bedeutung gewinnt. Schon 2020 wurden laut EHI Retail Institute nur noch 40 Prozent der Einkäufe im Einzelhandel bar bezahlt. Insbesondere das kontaktlose Bezahlen hat während der Pandemie seinen Durchbruch erlebt. Stand Ende 2021 waren fast drei Viertel aller Bezahlungen mit der girocard kontaktlos. Vor der Pandemie waren es noch weniger als 50 Prozent. 

Sicherheit beim Geldabheben

Das Bargeldabheben am Geldautomaten mit Karte und PIN ist sehr sicher, wenn dabei einige grundsätzliche Regeln beachtet werden. Dazu zählt, dass Kunden ihre Zugangsdaten tatsächlich geheim halten sollten, also nirgendwo notieren, abspeichern oder an Dritte weitergeben. Zum Schutz vor Ausspähen der PIN ist es wichtig, diese mit der Hand als Sichtschutz über dem Eingabepad verdeckt einzugeben. Zudem sollte dabei niemand unmittelbar in der Nähe stehen oder gar über die Schulter schauen können. 

Die in den 2010er Jahren noch stärker verbreitete Manipulation von Geldautomaten – das so genannte „Skimming“ – ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Beim „Skimming“ manipulieren Kriminelle Geldautomaten so, dass der auf den Karten vorhandene Magnetstreifen kopiert und dadurch eine Kartendublette angefertigt werden kann. Zugleich wird die PIN ausgespäht, um damit auf das Konto des Betrugsopfers zugreifen zu können. In Deutschland wird im Geldautomatensystem bereits seit 2011 nur noch der EMV-Chip verwendet – ein internationaler Sicherheitsstandard, bei dem die Echtheit der Karte geprüft wird. Eine Chipkarte kann nicht kopiert und missbräuchlich genutzt werden. Inzwischen hat sich dieser hohe Sicherheitsstandard in vielen Ländern der Welt verbreitet, so dass „geskimmte“ Kartendubletten in den meisten Ländern der Welt nicht mehr nutzbar sind. 

Angriffe auf Geldautomaten

Seit mehreren Jahren haben allerdings physische Angriffe auf Geldautomaten, insbesondere Sprengungen, zugenommen, zuletzt häufig mit gefährlichen Festsprengstoffen. Das Bundeskriminalamt (BKA) wertet diese Angriffe regelmäßig aus und veröffentlicht detaillierte Informationen in seinem jährlichen Bundeslagebild „Angriffe auf Geldautomaten“. Die Verbände der Kreditwirtschaft arbeiten in der Deutschen Kreditwirtschaft eng mit den Polizeibehörden zusammen. Das gemeinsame Ziel ist es, durch umfangreiche Präventionsmaßnahmen, die Tat möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen die Tatausführung zu unterbinden.

Sicherheitstechnik

Die Banken investieren seit vielen Jahren in die Sicherheit ihrer Geldautomaten. Zu den Sicherheitsmaßnahmen zählen beispielsweise mechanische Sicherungen am Geldautomaten, Videoüberwachung, Einbruchmeldesysteme, Farbpatronen, Vernebelungstechnik etc. Welche Technik aber an welchem Standort eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sind die Risiken je nach Standort sehr unterschiedlich, je nachdem ob sich ein Geldautomat beispielsweise in einer hochfrequentierten Lage – etwa an Flughäfen oder Bahnhöfen – befindet, oder aber in einem SB-Bereich einer kleineren Filiale, die gerade nachts nur sehr selten aufgesucht wird. 

Auch organisatorische Maßnahmen – etwa das nächtliche Schließen von Standorten – sind möglich. Letztendlich entscheidet die passende Kombination geeigneter Präventionsmaßnahmen über den Schutz des Geldautomaten am jeweiligen Standort.

Das könnte Sie auch interessieren:

Generationenstudie Teil 1
Artikel

Durchwachsene Gegenwart, unsichere Zukunft

Wie die Generationen auf Rente und Vorsorge blicken

Die finanzielle Gegenwart wirkt für viele Menschen noch annähernd stabil - doch der Blick auf die Rente weckt größere Sorgen: Die Generationenstudie 2026 zeigt, warum besonders Jüngere an ihrer Absicherung im Alter zweifeln.

Spartipps
Artikel

Endspurt bis zum Jahresende: Mit diesen sechs Tipps klappt’s mit dem Sparen

Vom No-Buy-Month bis zum digitalen Haushaltsbuch

Sommerkleidung im Herbst kaufen oder einen Monat lang auf Shopping verzichten: Manchmal lohnt es sich, beim Sparen neue Wege zu gehen. Entdecken Sie sechs alltagstaugliche Ideen, mit denen Sie Ihre Ausgaben senken und oft auch nachhaltiger leben können.

Frau sitzt traurig vor dem Laptop
Artikel

Wenn Betrüger eine falsche Identität vortäuschen

Beim Identitätsbetrug versuchen Kriminelle mit gefälschten Rufnummern, E-Mails oder Internetseiten, an persönliche Daten oder an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Wer die Warnsignale kennt, kann sich schützen. Die Kampagne „Machen wir Phishen Impossible“ informiert über verbreitete Betrugsmaschen.