#ohneBanken

Unser Leben, unsere Wirtschaft ohne Banken? Vielleicht vorstellbar. Aber funktioniert das überhaupt? Wir haben das einfach mal in elf Fällen durchgespielt.

13.03.2019

von Redaktion

Wie sähe unser Alltag, unsere Wirtschaft, unser Leben ohne Banken aus? Vorstellbar wäre dies vielleicht und sicherlich ein interessantes Gedankenspiel. Aber ist es auch realistisch? Die Bedeutung von Banken wird mehr und mehr angezweifelt und ihre Zukunft in Frage gestellt. Die Medien sprechen bereits von einer „Bankendämmerung“. Doch was wären die Konsequenzen, wenn es keine Banken in Deutschland gäbe? Welche Folgen hätte dies beispielsweise für den Außenhandel, die Bargeldversorgung und den Zahlungsverkehr? Oder anders gefragt: Was leisten Banken eigentlich so alles – für ihre Kunden und für die gesamte deutsche Volkswirtschaft? In elf Einzelfällen entwerfen wir in unserer kompakten Digital-Aktion unterschiedliche Szenarien ohne Banken; durchaus augenzwinkernd, aber fakten- und zahlenbasiert. Und mit der klaren Botschaft: Banken sind von zentraler Bedeutung für eine starke Volkswirtschaft wie die deutsche, ihre Dienstleistungen unverzichtbar für die gesamte Gesellschaft. Die elf "Fälle" veröffentlichen wir hier - nach und nach - bis Anfang April 2019.

 

Ohne Banken könnten wir Luftschlösser bauen

ohne banken

241 Milliarden Euro – in dieser Höhe haben im vergangenen Jahr Banken und Sparkassen Kredite für den privaten Wohnungsbau vergeben. Daran wird deutlich: In Deutschland wird kaum ein Traum vom Eigenheim ohne Finanzierungshilfe der Banken verwirklicht. Die verantwortungsvolle Kreditvergabe ist dabei eine Besonderheit der deutschen Institute. Ergebnis: Immobiliendarlehen hierzulande ermöglichen das dauerhafte Wohnen in den eigenen vier Wänden und einen Vermögensaufbau, der auch für die Altersvorsorge wichtig ist. Nicht zuletzt stützen sie einen wichtigen Wirtschaftszweig, der für viele Arbeitsplätze und hohe Investitionen in unserem Lande steht.


 

Ohne Banken müssten wir Bananen im Ausland essen

OhneBanken - Bananen

Manches ist vorstellbar, doch ein internationaler Handel ohne funktionierendes Bankensystem ist es nicht. Wie sollten Importeure ihre Waren bezahlen, wie Exporteure ihre Risiken absichern, ohne auf die Dienstleistungen von Banken zurückgreifen zu können? Wie könnte überhaupt ein Geschäft zwischen einem Unternehmen aus Land A und einem Unternehmen aus Land B zustande kommen, wenn Banken keine Infrastruktur für einen internationalen Zahlungsfluss bereitstellen würden? Keine Frage, Banken und ein funktionierender Finanzmarkt sind essenziell für den internationalen Handel und für eine florierende Weltwirtschaft. Übrigens: Unsere Bananen kommen zu 90 Prozent aus Lateinamerika. Das wichtigste Lieferland war im Jahr 2017 Kolumbien: Rund 457.800 Tonnen Bananen exportierte das südamerikanische Land nach Deutschland.


 

Ohne Banken würden wir Geld noch mit der Postkutsche transportieren

ohnebanken Postkutschen

Niemand muss heute noch Scheine oder gar Goldmünzen auf die Reise schicken, wenn er einen Geldbetrag überweisen möchte. Angefangen mit der Papierüberweisung am Bankschalter, über den Automaten in der Filiale bis hin zum Online-Banking am Computer zu Hause haben sich die technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren und Jahrzehnten stets weiterentwickelt. Inzwischen ist über die App der jeweiligen Bank auch die Überweisung von unterwegs ohne weiteres möglich – mit dem Smartphone bequem und sicher zugleich. Und auch das Tempo, mit dem das Geld zum Empfänger gelangt, hat zugelegt: Mit der Echtzeitüberweisung kann sich der Kunde für eine Zahlungsart entscheiden, bei der das Geld in maximal 10 Sekunden als Gutschrift beim Zahlungsempfänger verbucht wird. 


 

Ohne Banken wäre Ebbe im Geldbeutel

ohnebanken kein Geld im Geldbeutel

Bargeld kommt für die Verbraucher vor allem aus den Geldautomaten, und von denen gibt es viele in Deutschland: über 55.000. Den Bargeldkreislauf in Deutschland aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, dass Bargeld rund um die Uhr verfügbar ist, gleicht einem logistischen Meisterwerk. Viele Akteure sind daran beteiligt: die Bundesbank, die Geldtransporteure, der Einzelhandel – und eben die Banken und Sparkassen. Sie vor allem sorgen dafür, dass das Bargeld über die Ausgabeautomaten oder den klassischen Bankschalter, aber auch über die von Banken betriebenen Kassenterminals einzelner Tankstellen in den Umlauf und damit unter das Volk gelangt. Dieser Service ist nicht billig, aber er ist notwendig, denn viele Menschen hierzulande wollen auch weiterhin mit Bargeld zahlen. 


 

 
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