Währungen aus aller Welt – Teil 1: Gulden, Kreuzer und Käsch

Tagtäglich beschäftigen wir uns mit Geld. Doch woher kommen eigentlich unsere Währungen? Eine Reise zurück ins Mittelalter zu Gulden und Cash – und mit Cash meinen wir nicht das englische Wort für Bargeld.

In unserer neuen Reihe blicken wir auf die Herkunft von Währungen aus der ganzen Welt. Wo ist der Ursprung von Dollar und Pfund? Wo gibt es immer noch Schilling und Lire als offizielles Zahlungsmittel? Zum Start: Gulden, Kreuzer und Käsch – Währungen aus längst vergangenen Zeiten.

Heute verwenden wir Währungseinheiten wie Dollar, Franken oder Pfund ganz selbstverständlich. Wie solche Namen entstanden sind, weiß jedoch kaum jemand… 

Das heutige Deutschland war im Mittelalter in viele eigenständige Herzog-, Fürsten- und Bistümer unterteilt. Entsprechend entwickelten sich parallel verschiedene Währungen, zum Beispiel die Gulden: Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert galten Goldgulden in vielen deutschsprachigen und nordeuropäischen Regionen als offizielles Zahlungsmittel. Das Wort „Gulden“ leitet sich aus dem Begriff „golden“ oder „goldener“ ab, da die Münzen zunächst aus Gold hergestellt wurden. Erst ab Ende des 15. Jahrhunderts nutzten Münzpräger Silber als alternatives Herstellungsmaterial.  

Kreuzer gibt es nicht nur bei Dagobert Duck

Die Goldgulden lösten ab Mitte des 14. Jahrhunderts in vielen Gegenden die bis dahin verwendeten Florentiner ab. Zunächst überzeugten Lübecker Ratsmänner Kaiser Ludwig IV., das Münzregal (eine Art Währungsgesetz) auszuweiten und so die erste eigene Währung auf den Markt zu bringen. Rasch befanden sich mehr als 30.000 Münzen im Umlauf – und die Goldgulden entwickelten sich zu einer der wichtigsten Währungen in den Gebieten des heutigen Deutschlands, der Schweiz und der Niederlande. 

Neben den „großen“ Gulden entstanden bald auch kleinere Einheiten mit verschiedenen Bezeichnungen: Im Norden waren mehrheitlich Groschen im Umlauf; in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz dagegen Kreuzer (Comic-Fans auch bekannt als Währung in Entenhausen). 

Den Namen verdankt die Silbermünze ihrer Prägung, dem Abbild eines Doppelkreuzes. Später verzichtete man teilweise auf die Kreuze und prägte das Wort “Kreuzer“ in Buchstaben auf die Münzen. Das Reichsmünzgesetz von 1551 bestimmte den Kreuzer zur Einheit für das kleine Silbergeld. Die Werte schwankten allerdings. Mal entsprachen 50 Kreuzer dem Wert eines (Gold-)Guldens, mal 60, mal 72. Nach heutigen Maßstäben wäre das Kleingeld jedenfalls ziemlich wertvoll: Ein Kreuzer hätte einen Wert von knapp 1,30 Euro; wäre er aus reinem Silber sogar von 2 Euro – und umgerechnet auf die heutige Kaufkraft von 7 Euro.   

Cash – eine Münze zum Kopfschütteln

Aus dem fernen Osten kommt eine weitere Währung ins Spiel: Cash, auch Käsch geschrieben. Der Begriff, der heute für „Bargeld“ steht, stammt aus Ostasien. In Ländern wie China, Japan oder Korea bezeichnet er ein Zahlungsmittel, das vom späten Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert verwendet wurde. Cash-Münzen bestanden aus billigen Metallen wie Kupfer oder Messing. Das Besondere: Sie zierte kein Bildnis eines amtierenden Herrschers – diese Art des Personenkults war in den fernöstlichen Kulturen verpönt. 

Zudem waren die Münzen in der Mitte gelocht. Europäische Kaufleute konnten darüber nur die Köpfe schütteln. Dabei dienten die Löcher einem simplen Zweck – dem einfacheren Transport des Geldes. Cash gab es in mehreren Ländern zu unterschiedlichen Umrechnungswerten. Daher ist es heute schwierig, einen ungefähren Wert in Euro zu ermitteln. Dennoch lässt sich sagen, dass die Währung generell nicht sehr viel wert war – schuld daran waren die billigen Materialien. 

Glücklicherweise ist es mit den Währungen heute nicht mehr ganz so kompliziert wie im Mittelalter. Doch ähnlich wie beim Cash werden Währungen wie Dollar oder Pfund in mehreren Ländern verwendet, allerdings in unterschiedlichen Wertigkeiten. Lesen Sie im nächsten Teil unserer neuen Serie, warum in mehr als 20 Staaten der Dollar als gültiges Zahlungsmittel verbreitet ist. 

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