Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion

6. Januar 2015

Michael Kemmer zur Debatte über einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion:

„Die Kreditengagements deutscher Banken in Griechenland sind gering. Sollte es zur Zahlungsunfähigkeit Griechenlands kommen, wären die unmittelbaren Effekte für die deutschen Banken daher verkraftbar.
Auch die mit einem solchen Austritt verbundenen Ansteckungseffekte können heute deutlich besser bewältigt werden als noch vor zwei oder drei Jahren. Zum einen, da Länder wie Irland, Spanien oder Portugal erkennbare Erfolge in der Reformpolitik aufweisen können. Zum anderen wegen der institutionellen Reformen im Euro-Raum, wie etwa dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und der Bankenunion. Gleichwohl sind die konkreten Auswirkungen eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion auf die restlichen Euro-Staaten nur schwer abschätzbar. Die Politik sollte die Türen für einen Austritt Griechenlands daher nicht vorschnell öffnen. Gewinner wird es auf keinen Fall geben.  Die von der Syriza versprochenen Wahlgeschenke sind objektiv betrachtet jedenfalls weder finanzierbar noch realistisch. Dies ist umso bedauerlicher, da auch Griechenland Reformerfolge vorweisen kann. So etwa beim Rückgang der Lohnstückkosten, des Leistungsbilanzdefizits und beim öffentlichen Haushaltssaldo.“
Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes

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