Skyline Frankfurt

Unternehmensfinanzierung AKTUELL

25. August 2022
  • Trotz eines konjunkturell guten Jahresauftakts blickt die deutsche Wirtschaft angesichts einer möglichen Rezession sorgenvoll in die Zukunft. Auch ein weiterer Anstieg der Inflation erscheint denkbar. Die EZB hat bereits weitere Zinsanstiege in Aussicht gestellt. 
     
  • Die Unternehmen bekommen die Unsicherheit und Rezessionssorgen unmittelbar zu spüren, auch wenn direkte Auswirkungen noch nicht im Umsatz oder Absatz ablesbar sind. Weitere Einschränkungen in der Energieversorgung könnten dies rasch ändern.
     
  • Mit dem derzeit vor allem kurzfristigen Finanzierungsbedarf von Unternehmen steigt die Nachfrage nach Unternehmenskrediten deutlich an. Parallel bilden die Banken höhere Risikorücklagen, wodurch sich die Kreditstandards leicht verschärfen. 
     
  • Rohstoffsicherung ist ein wichtiger Baustein bei der Transformation der Wirtschaft. Durch EU-koordiniertes Vorgehen können Liefer- und Raffineriestrukturen gestärkt werden.
     
  • Aufgrund der deutlich gewordenen Abhängigkeiten der deutschen Wirtschaft von globalen Handels- und Lieferketten sollte die Außenwirtschaftsförderung und konkret die Exportgarantien des Bundes an den neuen Herausforderungen ausgerichtet werden. 
     
  • Das Ausbremsen der Wirtschaft sowie der Umfang der Stützungsmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie sind beispiellos. Der Bankenverband hat die einzelnen Maßnahmen bewertet und Schlussfolgerungen für kommende Herausforderungen formuliert. 

Inhalt

Konjunkturelle Entwicklungen in Deutschland

Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle
Unsicherheiten und Risiken bleiben außerordentlich groß
Rezessionsrisiko deutlich gestiegen
Sondereffekte reduzieren den Preisdruck vorübergehend 
EZB hat Negativzinspolitik beendet

Lage der Unternehmen 

Stabile Ausgangssituation wird von negativem Ausblick dominiert
Bezahlbare und verfügbare Energie entscheidend über weiteren Verlauf

Kreditvergabe und -bedingungen für Unternehmen 

Gleichklang von anziehenden Kreditbedingungen…
...und steigender Kreditnachfrage

Transformation der Wirtschaft: Fokus auf Rohstoffsicherung

Abhängigkeiten/Anfälligkeiten des deutschen Wirtschaftsmodell korrigieren
Lösungsansätze auf europäischer Ebene finden

Neuausrichtung der Außenwirtschaftsförderung und Exportwirtschaft

Lehren aus den Corona-Maßnahmen zur Stabilisierung der Unternehmen


Kurzfassung

Konjunkturelle Entwicklungen in Deutschland

Deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle

Nach einem ausgesprochen guten Jahresauftakt – die gesamtwirtschaftliche Leistung wuchs in den ersten drei Monaten dieses Jahres um +0,8 % gegenüber dem Vorquartal – ist das Wirtschaftswachstum in Deutschland im zweiten Quartal dieses Jahres fast zum Erliegen gekommen (+0,1 % gegenüber dem Vorquartal). weiterlesen

Unsicherheiten und Risiken bleiben außerordentlich groß

Die Perspektiven für die kommenden Quartale haben sich bis zuletzt weiter eingetrübt. Besonders starke Belastungen dürften sich auch im weiteren Jahresverlauf durch die zu hohe Inflation und die sehr hohen Energiepreise für Verbraucher und Unternehmen ergeben. Hinzu kommt die große Unsicherheit über die künftige Gasversorgung, nachdem Russland die Gaslieferungen in den letzten beiden Monaten deutlich gedrosselt hat. weiterlesen

Rezessionsrisiko deutlich gestiegen

Für das gesamte Jahr 2022 erwarten wir in Deutschland nur noch ein Wirtschaftswachstum von knapp 1,5 %. Dieses Wachstum dürfte ausschließlich auf dem guten Ergebnis aus dem 1. Quartal 2022 sowie auf statistischen Effekten aus dem Vorjahr beruhen. weiterlesen

Sondereffekte reduzieren den Preisdruck vorübergehend 

Die Inflationsrate ist im Juni und Juli 2022 in Deutschland leicht gesunken, lag aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau (zuletzt +7,5 % ggü. dem Vorjahr). Der Rückgang ist insbesondere auf Sondereffekte (9-Euro-Ticket und Tankrabatt) zurückzuführen, die den Preisanstieg kurzfristig gedrückt haben. weiterlesen

EZB hat Negativzinspolitik beendet

Mit der Erhöhung der Leitzinsen um 50 Basispunkte haben die europäischen Währungshüter im Juli 2022 ein deutliches Signal gesendet und auf die hohen Inflationserwartungen reagiert. Für die kommenden Monate hat die EZB weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. weiterlesen

Lage der Unternehmen 

Trotz der konjunkturellen Herausforderungen und Unwägbarkeiten sind die überwiegende Zahl an Unternehmen gegenwärtig solide aufgestellt und schätzen die aktuelle Lage als stabil ein. weiterlesen

Stabile Ausgangssituation wird von negativem Ausblick dominiert

Vor diesem Hintergrund sackt laut aktuellem ifo Geschäftsklimaindex die Unternehmensstimmung in Bezug auf Geschäftslage und -erwartungen in den kommenden Monaten auf den niedrigsten Wert seit Juni 2020 ab. Auch wenn die Betroffenheit der Unternehmen von Sanktionen, Inflation, Lieferketten und Rohstoffpreisen sehr variiert, trüben die wachsenden Rezessionssorgen den Ausblick branchenübergreifend ein. weiterlesen

Bezahlbare und verfügbare Energie entscheidend über weiteren Verlauf

Eine entscheidende Rolle für die weitere Wirtschaftsentwicklung spielt die (wenig beeinflussbare) Versorgung der Wirtschaft mit Gas: Nach wie vor gilt die Stufe zwei des Notfallplan Gas und ist die Situation aufgrund der von Russland willentlich gedrosselten Gasmenge durch die Pipeline Nord Stream 1 weiter angespannt. weiterlesen

Kreditvergabe und -bedingungen für Unternehmen 

Die Banken sind aufgrund von soliden bzw. deutlich gewachsenen Eigenkapitalquoten sowie einer niedrigen Quote von notleidenden Krediten gut für die aktuellen Herausforderungen aufgestellt. weiterlesen

Gleichklang von anziehenden Kreditbedingungen…

Dies hat bereits erste Auswirkungen auf den Zugang zu Krediten: Unternehmen wie Banken verzeichnen eine leicht restriktivere Kreditvergabepolitik. Neben einer höheren Risikomarge, der anhaltenden Unsicherheit sowie den weiterhin gestörten Lieferketten spielt hierbei die bereits eingeläutete Zinswende der EZB eine Rolle. weiterlesen

...und steigender Kreditnachfrage

Parallel zu diesen Entwicklungen stieg laut aktueller Ifo-KfW Kredithürde sowohl der Anteil mittelständischer Unternehmen und insbesondere der von Großunternehmen in Kreditverhandlungen im zweiten Quartal 2022 an. Die deutschen Banken berichteten analog dazu in der EZB-Befragung mehrheitlich von einem Anstieg der Nachfrage nach Unternehmenskrediten (+23 %) gegenüber dem Vorquartal. weiterlesen

Transformation der Wirtschaft: Fokus auf Rohstoffsicherung

Die Transformation hin zu einer nachhaltigen, digitalen aber vor allem auch resilienten Wirtschaft ist angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Krieges dringlicher denn je. weiterlesen

Abhängigkeiten/Anfälligkeiten des deutschen Wirtschaftsmodell korrigieren

Insbesondere im Zusammenhang mit Rohstoffen ist die Abhängigkeit Deutschlands und Europas in den letzten zweieinhalb Jahren deutlicher denn je geworden: sowohl das weit verzweigte Netz an Lieferketten als auch der Bezug von Rohstoffen von einigen wenigen, wenn nicht sogar nur einem Bezugsland haben zu deutlichen Preissteigerungen und Engpässen insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und Schlüsselsektoren der Wirtschaft geführt. weiterlesen

Lösungsansätze auf europäischer Ebene finden

Zwar werden Unternehmen vereinzelt ihre Bezugsquellen selbst neu aufstellen können, doch wird die Verfügbarkeit von Rohstoffen über die nächsten Jahrzehnte nur mittels eines europäischen Ansatzes gewährleistet werden können. Die Marktmacht der EU als größte Freihandelszone sollte dabei genutzt werden, um die Unabhängigkeit von Lieferanten, die Senkung der Kosten und die Reduktion der Emissionen zu erreichen. weiterlesen

Neuausrichtung der Außenwirtschaftsförderung und Exportwirtschaft

Die globale Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg haben gezeigt, wie fragil globale Handelsketten sind und wie die industriegeprägte und exportorientierte deutsche Wirtschaft von globalen Handelsaktivitäten abhängig ist. So führen aktuell die steigenden Energiepreise und die Versorgungsunsicherheit von Gaslieferungen zu einer massiven Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. weiterlesen

Lehren aus den Corona-Maßnahmen zur Stabilisierung der Unternehmen

Durch die weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland ab März 2020 ausgebremst. Um die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf Konjunktur und Beschäftigung zu minimieren, hat die Bundesregierung gleichzeitig finanzielle Hilfen zur Unterstützung von Haushalten und Unternehmen beschlossen. weiterlesen

Cookie Einstellungen