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Geldgeschenke zu Weihnachten – gibt es Grenzen oder Regeln?

09.12.2021Artikel
Sylvie Ernoult
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Zu Weihnachten sind die Deutschen spendabel: 281 Euro geben sie im Schnitt pro Kopf für ihre Lieben aus. Neben Gutscheinen liegt auch gerne mal Bares unterm Weihnachtsbaum.

Doch wie ist das eigentlich mit dem Verschenken von Geld? Darf ich das ohne Weiteres? Ab wann muss ich Schenkungen dem Finanzamt melden?

Kleinere Geldbeträge müssen dem Finanzamt nicht gemeldet werden. Sie können also getrost überschaubare Geldgeschenke Ihrer Verwandten zu Weihnachten annehmen oder auch selbst Geld verschenken. 

Die Grenze, ab der Sie dem Finanzamt Geldgeschenke melden müssen, ist nicht in Stein gemeißelt. Grundsätzlich stellen 20.000 Euro einen guten Richtwert dar. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Finanzamt nach. Ziel der Meldung von größeren Schenkungen besteht darin, dass das Finanzamt überprüfen kann, ob eine etwaige Steuerpflicht besteht. Diese variiert je nach Verwandtschaftsgrad zwischen Schenkenden und Beschenkten. Je enger der Verwandtschaftsgrad, desto höher der Freibetrag. 

So können grundsätzlich Eltern ihren Kindern und Stiefkindern jeweils bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Bei Eheleuten liegt die Grenze sogar bei 500.000 Euro. Großeltern haben die Möglichkeit ihren Enkelkindern immerhin noch 200.000 Euro steuerfrei zu übertragen. Unter Geschwistern, geschiedenen Ehegatten und allen übrigen Erwerbern liegt der Betrag mit 20.000 Euro wesentlich darunter. 
 
Ist der Beschenkte minderjährig, so sind die gesetzlichen Vertreter des Kindes, in der Regel die Eltern, bis zur Volljährigkeit des Kindes verfügungsbefugt und haben die Verantwortung. Hierbei gilt jedoch immer der Grundsatz: Das geschenkte Geld gehört ausschließlich dem Kind. Eltern können es nicht für sich selbst ausgeben, sondern nur nutzen, wenn dies dem Kind zugutekommt, zum Beispiel, wenn sie für ihr Kind davon einen Auslandsaufenthalt oder einen Führerschein finanzieren.

Eine wichtige Besonderheit bei Schenkungen liegt darin, dass die steuerlichen Freibeträge alle zehn Jahre neu in Anspruch genommen werden können. Schenkungen innerhalb von zehn Jahren von einer Person zu einer anderen werden zur Feststellung der Steuerpflicht aufaddiert. Schenkt zum Beispiel eine Mutter ihrem Kind innerhalb von zehn Jahren einmal 350.000 Euro und noch einmal 60.000 Euro, so wird der Freibetrag überschritten, und das beschenkte Kind wird steuerpflichtig. Nach Ablauf der Zehnjahresfrist kann dann aber wieder der volle Betrag verschenkt werden, ohne dass Steuern anfallen. Wer also langfristig plant und beabsichtigte Schenkungen zeitlich streckt, kann Vermögen steuergünstig übertragen – nicht nur zu Weihnachten

Und wenn man kein Geld verschenken will? Alternative: ETF-Sparpläne oder Aktienfonds-Sparpläne

Höhere Renditechancen bieten zum Beispiel Aktienfonds-Sparpläne oder ETF-Sparpläne. Fondssparpläne haben sich als Anlageform bewährt, da sie sehr flexibel und bereits für recht kleines Geld zu haben sind. Der Anleger ist an keine feste Laufzeit gebunden und kann seine Sparraten jederzeit ändern oder bei Bedarf auch ganz aussetzen. Empfohlen werden breit streuende Aktien-Indexfonds wie zum Beispiel MSCI-World da hier zahlreiche Länder in den Index einfließen und mögliche Risiken somit gering gehalten werden. 

Darüber hinaus ermöglicht die langfristige Anlage über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren, Kursschwankungen zu nutzen und damit langfristig zu einer soliden Rendite zu kommen. Es gibt zwar keine Garantie für erzielte Renditen, hätte man in den vergangenen zehn Jahren aber monatlich 50 Euro mit Aktienfonds Deutschland gespart, so wären bis heute laut BVI aus den eingezahlten 6.000 Euro durchschnittlich 9.716 Euro geworden

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