Überschwemmung

Extremwetter hat Folgen auch für die Wirtschaft

06.09.2022

Hitzewellen, Sturzfluten und andere extreme Wetterphänomene infolge des Klimawandels haben in den vergangenen 20 Jahren nicht nur Tausenden Menschen das Leben gekostet. Auch die ökonomischen Folgen sind immens, wie eine neue Studie zeigt, die das Bundesumweltministerium und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima bei dem Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos in Auftrag gegeben hatten. Die Gesamtschäden infolge der Extremwetterereignisse in den Jahren 2000 bis 2021 werden für Deutschland auf fast 145 Milliarden Euro beziffert. Dies entspricht im jährlichen Schnitt einer Schadenssumme von mindestens 6,6 Milliarden Euro. 

Dürresommer…

Allein die beiden Dürresommer der Jahre 2018 und 2019 verursachten insgesamt Schäden von mindestens 35 Milliarden Euro. Besonders hoch waren die Verluste mit knapp 18 Milliarden Euro in der Forstwirtschaft, wobei in die Berechnung auch indirekte Kosten in Höhe von 2,8 Milliarden Euro eingeflossen sind. Diese entstanden dadurch, dass mit Beschädigung des Baumbestandes große Mengen CO₂ freigesetzt wurden. Die direkten Verluste für die Landwirtschaft, vor allem durch Einbußen bei der Weizen- und Kartoffelernte, werden auf 4,4 Milliarden Euro beziffert. Hinzu kommen indirekte Effekte der Ernteausfälle in Höhe von rund 3,4 Milliarden Euro. 

Auch in Industrie und Gewerbe seien durch hitzebedingte Produktionsausfälle hohe Kosten entstanden: insgesamt mehr als 9 Milliarden Euro. Berücksichtigt sind auch Verluste durch eine verringerte Arbeitsleistung. Dabei wurde eine Produktionsminderung von 12 Prozent für jeden Hitzetag über 30 Grad Celsius zugrunde gelegt. Am stärksten waren die Auswirkungen im verarbeitenden Gewerbe, gefolgt von Gesundheits- und Sozialwesen.

… und Flutkatastrophe

Noch höher als die Schäden durch die Hitzesommer waren die Kosten durch die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr. Der Gesamtschaden wird auf mindestens 40,5 Milliarden Euro beziffert. Am größten waren die Verluste für die Privathaushalte (14 Milliarden Euro), gefolgt von Bauwesen und Verkehr (jeweils knapp 7 Milliarden Euro) sowie Industrie und Gewerbe (5 Milliarden Euro). Trotz der vielen Daten zu den Folgen von Extremwetterereignissen gibt es weiterhin Lücken. Zu wenig weiß man beispielsweise über hitzebedingte Kosten für das Gesundheitssystem. 

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