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3 Fragen, 3 Antworten: RDARR

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Dr. Teo Geldner
Juliane Weiß
Juliane Weiß
3 Fragen, 3 Antworten

1. Worum geht es bei RDARR überhaupt? 

RDARR steht für Risk Data Aggregation and Risk Reporting – auf Deutsch: Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung. Hinter diesem sperrigen Begriff steckt eine simple Grundforderung: Banken müssen ihre Risiken auf Basis verlässlicher, vollständiger und nachvollziehbarer Daten steuern und berichten können.

Die Bedeutung dieser Anforderung wurde erstmals in der Finanzkrise 2007/08 deutlich: Viele Banken konnten ihre eigenen Risiken nicht schnell und präzise einschätzen – weil ihre Daten unvollständig, fehlerhaft oder nicht rechtzeitig verfügbar waren. 

Vor diesem Hintergrund hat die EZB 2024 den RDARR Guide veröffentlicht. Im Mittelpunkt dieser verbindlichen Regeln steht die Frage: Sind die Daten, auf denen Risikoentscheidungen beruhen, verlässlich, rückverfolgbar und gut dokumentiert?

2. Was beschäftigt die Banken bei der aktuellen Umsetzung des RDARR Guides? 

Die privaten Banken stehen hinter den Zielen des RDARR Guide: verlässliche Datenqualität, transparente Datenflüsse, robuste Governance. Die Frage ist nicht ob – sondern wie diese Ziele am besten erreicht werden.

In der Praxis lässt sich beobachten, dass noch kein einheitliches Verständnis darüber besteht, was eine angemessene Umsetzung konkret bedeutet: Welche Daten, Berichte und Systeme fallen in den Anwendungsbereich? Welche Dokumentationstiefe ist erforderlich? Welcher Lösungsweg ist aufsichtsrechtlich akzeptiert? Das Ergebnis sind unterschiedliche Auslegungen – zwischen Instituten, zwischen Instituten und Aufsehern, und selbst zwischen verschiedenen Aufsichtsteams.

Besonders deutlich wird das bei der sogenannten Data Lineage, also der Dokumentation, woher Daten stammen und wie sie verarbeitet werden. Eine lückenlose Nachverfolgung auf Ebene jedes einzelnen Datenpunkts ist unverhältnismäßig aufwendig und sie bringt oft keinen echten Erkenntnisgewinn. Im worst case entsteht so eine Informationsflut, die Transparenz eher erschwert als fördert.

3. Was fordern die Banken konkret? 

Die privaten Banken fordern keinen Rückzug aus der Regulierung, sondern eine Regulierung, die ihre eigenen Ziele konsequenter verfolgt. Das Leitprinzip lautet: „fit for purpose". Aufwand und Tiefe der Umsetzung sollen dort ansetzen, wo sie für Risikosteuerung und Aufsicht wirklich etwas bewirken. Das Ziel muss eine Umsetzung sein, die die aufsichtlichen Anforderungen erfüllt, ohne dabei Ressourcen in Dokumentation zu binden, die keinen echten Mehrwert schafft. Bessere Regulierung, nicht weniger.

Was das konkret bedeutet, können Sie im Positionspapier nachlesen: 

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Bankenaufsicht und Bilanzierung

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Juliane Weiß

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Pressesprecherin