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Gefälschte Stimmen: Fünf Tipps gegen Betrug mit KI

Kathleen Altmann
Kathleen Altmann

Stellen Sie sich vor, Sie hören die vermeintliche Stimme Ihres Kindes am Telefon: „Mama, ich hatte einen Unfall. Sie lassen mich erst gehen, wenn ich eine Kaution hinterlege. Hilf mir, schnell!“ Der Missbrauch künstlicher Intelligenz kann betrügerische Anrufe auf ein neues Level heben. Die gute Nachricht: Mit ein paar Tipps können Sie sich schützen.

Allerdings wird es mit der Weiterentwicklung der KI-Technologie immer schwieriger, solche betrügerischen Anrufe sofort zu durchschauen. Denn: Die Stimmen von Verwandten oder Freunden können damit täuschend echt imitiert werden. Als Angerufener kann man den Unterschied kaum feststellen. Hinzu kommt der Überraschungseffekt, der das Opfer dazu verleitet, sofort zu handeln und möglicherweise das Geld gleich zu überweisen. Oft bleiben die Opfer auf dem finanziellen Schaden sitzen.

So kommen die Täter an die Stimmen

An die Stimmen kommen die Kriminellen zum Beispiel durch Schadsoftware, mit der sie sich Zugang zu mobilen Endgeräten verschaffen, um Gespräche aufzuzeichnen.

Diese können sie entweder sofort verwenden oder zum Training von KI-Anwendungen nutzen. Für das Training von KI-Systemen werden nur wenige Minuten Audiomaterial des Originals benötigt.

Die Zukunft: Betrug bei Videotelefonaten

Eine mögliche Zukunft dieser Betrugsmasche könnten Videoanrufe mit ähnlichem Inhalt sein. Hierbei könnten Kriminelle KI-Technologien nutzen, um neben der Stimme auch Mimik und Gestik zu fälschen, also sogenannte Deep Fakes einsetzen. Dazu werden beispielsweise Videoaufnahmen als Vorlage verwendet und lippensynchron aufbereitet. 

Fünf Tipps für Ihren Schutz

  1. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und rufen Sie den vermeintlichen Anrufer unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
  2. Achten Sie auf kleine Unstimmigkeiten in der Stimme oder abgehackte Wörter. Achten Sie auch auf die individuellen Besonderheiten in der Aussprache, beispielweise ein bestimmter Dialekt, ein Akzent oder Wörter, die die Ihnen bekannte Person üblicherweise verwendet, oder eben nicht.
  3. Wichtig: Vereinbaren Sie ein Familienpasswort! Das sollte ein Codewort sein, das jedes Familienmitglied kennt und das am Telefon abgefragt werden kann. 
  4. Alternativ kann am Telefon auch eine Frage gestellt werden, die der Anrufer nur beantworten kann, wenn er tatsächlich das betreffende Familienmitglied ist.
  5. Das Wissen um die Möglichkeit eines solchen Angriffs hilft dabei, wachsam zu sein. Sprechen Sie daher mit Ihren Angehörigen und Freunden und informieren Sie sie über diese Betrugsszenarien.
Kathleen Altmann

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Pressesprecherin

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