Presseinformation

Bankenverband rät zur Zinspause

EZB
Kerstin Altendorf
Dr. Kerstin Altendorf

Nach der heutigen Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) spricht sich der Bankenverband für eine Zinspause in den kommenden Monaten aus.

„Inzwischen gibt es sehr gute Gründe, über den Sommer hinweg erstmal auf weitere Zinsschritte zu verzichten“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Der Leitzins liegt nach dem heutigen Beschluss bei 2,0 Prozent und damit am unteren Rand des neutralen Niveaus. „Weitere Zinssenkungen der EZB würden die Inflation wieder aktiv antreiben“, warnt Herkenhoff. „Das wäre nicht ohne Risiko – gerade jetzt, wo niemand genau weiß, welche Preiseffekte tatsächlich aus den Handels- und Zollkonflikten entstehen.“

Auch der Rückgang der Inflationsrate im Mai unter die 2-Prozent-Zielmarke der EZB ändere an dieser Einschätzung nichts. Denn bereits im September 2024 lag die Teuerungsrate mit 1,7 Prozent kurzzeitig unter dem Zielwert. „Doch das hielt nicht lange. Anfang des Jahres waren wir wieder bei 2,5 Prozent“, erinnert der Chef des Bankenverbandes. 

„Zudem sprechen eine expansivere Finanzpolitik, die Neuausrichtung globaler Produktions- und Lieferketten sowie die historisch niedrige Arbeitslosigkeit im Euroraum gegen eine dauerhaft zu niedrige Inflationsrate“, so Herkenhoff.

Sein Fazit: „Die europäischen Währungshüter sind gut beraten, wenn sie bei den Leitzinsen nun eine längere Zinspause einlegen. Es wäre ein Zeichen von Augenmaß und Stabilität.“

Kerstin Altendorf

Kontakt

Dr. Kerstin Altendorf

Pressesprecherin

Das könnte Sie auch interessieren:

Presseinformation

Herkenhoff: EZB kann bei den Zinsen weiterhin auf Sicht fahren

„Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen unverändert zu lassen, ist nachvollziehbar - insbesondere mit Blick auf die im gesamten Euroraum gestiegenen Kapitalmarktzinsen“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Heiner Herkenhoff Pressefoto
Presseinformation

Herkenhoff: Konsequente Reaktion der EZB auf gestiegene Preise

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute die Zinsen erhöht. Aus Sicht des Bankenverbandes ist diese Entscheidung konsequent. „Nach dem jüngsten Anstieg der Inflationsrate im Euroraum auf 3,3 Prozent ist die aktuelle Zinserhöhung unvermeidlich“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands.

Presseinformation

DK: Anhebung der Mindestreserve ist geldpolitisch unbegründet, standortpolitisch schädlich

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) warnt vor einer Erhöhung der unverzinsten Mindestreserve im Euroraum. Ein solcher Schritt lasse sich geldpolitisch nicht begründen und belaste die europäischen Banken zusätzlich. Er konterkariere zudem die Bemühungen der Europäischen Kommission, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzsektors zu stärken.