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MACH2 Zukunftskonferenz: Jugendliche machen Zukunft

Christian Jung
Christian Jung

Wie wollen wir morgen leben, lernen und arbeiten – und was können wir schon heute dafür tun? Um diese Fragen drehte sich am 24. September 2026 die MACH2 Zukunftskonferenz auf dem Campus Berliner Tor der HAW Hamburg. Rund 250 Jugendliche ab der 9. Klasse kamen aus Hamburg und Umgebung zusammen, um Zukunft nicht nur zu diskutieren, sondern selbst in die Hand zu nehmen. Mit Keynotes, Workshops und offenen Gesprächsformaten entstand ein Tag, der Mut machte, Neugier weckte und zeigte, wie viele Wege jungen Menschen offenstehen.

Geschichten, die Mut machen

Einen besonders eindrucksvollen Akzent setzte Dominik Bloh. Er berichtete von seinem Lebensweg, der alles andere als geradlinig verlief: Mit 16 Jahren geriet er in die Obdachlosigkeit und lebte fast ein Jahrzehnt auf den Straßen Hamburgs. Dennoch machte er seinen Schulabschluss, schrieb später den Spiegel-Bestseller „Unter Palmen aus Stahl“ und gründete mit GoBanyo einen Duschbus für obdachlose Menschen. Für sein gesellschaftliches Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Blohs Geschichte machte deutlich, was Resilienz, Hoffnung und soziale Verantwortung ganz konkret bedeuten können. Statt einfache Erfolgsrezepte zu präsentieren, zeigte er, wie aus persönlichen Hürden gesellschaftliches Engagement entstehen kann. Seine Botschaft an die Jugendlichen: Schwierige Ausgangsbedingungen müssen nicht das letzte Wort haben. Wer Unterstützung sucht, an sich glaubt und Verantwortung übernimmt, kann den eigenen Weg verändern – und zugleich etwas für andere bewegen.

Auch Jan Henri Kalinowski warb dafür, nicht auf den perfekten Plan zu warten. Der Gründer von ChefTreff, Europas größter Talent-Plattform, erzählte, wie aus einer einfachen Frage ein großes Netzwerk entstand: Wie baut man ein Netzwerk auf, wenn man noch keines hat? 2017 organisierte er als Student ohne Budget und ohne vorgefertigte Kontakte ein erstes Event in einem Uni-Hörsaal. Aus 100 Teilnehmenden entwickelte sich ein Talent-Summit mit heute mehr als 10.000 Teilnehmenden; über den ChefTalk Podcast erreicht er zudem mehr als 250.000 Hörerinnen und Hörer.

Sein Beispiel traf den Kern von MACH2: Zukunft beginnt oft nicht mit Gewissheit, sondern mit einer Frage, einer Idee und dem Mut zum ersten Schritt. Kalinowski ermunterte die Jugendlichen, neugierig zu bleiben, Menschen anzusprechen und Gelegenheiten selbst zu schaffen. 

Aus Zuhören wird Ausprobieren

Nach den Impulsen auf der Bühne ging es in den Workshops um das eigene Tun. Hier konnten die Jugendlichen neue Fähigkeiten entdecken, Ideen weiterentwickeln und Zukunftsthemen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Die Bandbreite reichte von Künstlicher Intelligenz über nachhaltige Luftfahrt bis zur Finanzbildung. Damit verband die Konferenz technologische, ökologische und persönliche Fragen – und machte sichtbar, dass Zukunftskompetenz viele Facetten hat.

Im Mittelpunkt stand nicht die reine Wissensvermittlung. Die Teilnehmenden konnten ausprobieren, nachhaken und gemeinsam nach Lösungen suchen. Mitarbeitende der Partnerorganisationen gaben Einblicke in ihre Arbeitsfelder und zeigten, welche Kompetenzen in einer sich wandelnden Welt gefragt sind. Zugleich erhielten die Jugendlichen Orientierung für mögliche Berufswege und die Erfahrung, dass ihre Fragen und Ideen ernst genommen werden.

Sehr erfreulich war auch das erneut riesige Interesse der Schülerinnen und Schüler am Thema Finanzbildung. So waren die beiden Workshops, die der Bankenverband dazu anbot, im Nu ausgebucht und, wie Workshopleiterin Frauke Revermann berichtet, die Teilnehmenden begeistert bei der Sache. Das zeigt nicht nur, dass finanzielle Bildung Spaß machen kann, sondern auch wie sehr Jugendlichen mittlerweile bewusst ist, wie wichtig sie für ihr weiteres Leben sein kann. 

Offener Austausch auf Augenhöhe

In den Open Spaces boten schließlich Zukunftstrends, Künstliche Intelligenz, Schule und Weltpolitik reichlich Stoff für weitere engagierte Gespräche. Die Jugendlichen brachten ihre Sichtweisen ein, hörten einander zu und entwickelten gemeinsam neue Gedanken. Es gab nicht auf jede Frage eine fertige Antwort, aber viel Raum, Positionen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Dass diese Begegnung zustande kam, ist das Ergebnis einer breiten Partnerschaft namhafter Unternehmen und gesellschaftlicher Akteure. Accenture, Airbus, der Bankenverband, Berenberg, DAK-Gesundheit, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die HAW Hamburg, NXP, tesa und YAEZ bündelten ihre unterschiedlichen Perspektiven und Zugänge. Anstatt abstrakter Institutionen, konnten die Jugendlichen so die Menschen dahinter kennenlernen, die von ihrem Alltag berichteten, Fragen beantworteten und Lust darauf machten, eigene Möglichkeiten auszuloten.

Ein Tag, der nachwirkt

Am Ende des Konferenztages stand deshalb mehr als eine Sammlung spannender Eindrücke. Viele Teilnehmende nahmen neue Fragen, Kontakte und Ideen mit – und vor allem das ermutigende Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. 

Die MACH2 Zukunftskonferenz 2026 hat damit erneut gezeigt, wie wertvoll Räume sind, in denen junge Menschen ernst genommen, ermutigt und zum Handeln eingeladen werden. Auf dem Hamburger Uni-Campus wurde Zukunft für einen Tag nicht als etwas Fernes wahrgenommen, sondern als gemeinsame Aufgabe im Hier und Jetzt. Die wichtigste Botschaft lautete dabei: Es braucht nicht immer den fertigen Plan. Oft beginnt Veränderung zum Positiven mit Neugier, einer Begegnung und dem Mut, den ersten Schritt zu gehen.

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