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22. September 2026
Aktuelles Stichwort: Digitale Identitäten jetzt praxistauglich ausgestalten
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Mit dem Digitale-Identitäten-Gesetz wird die Grundlage für die Einführung der Europäischen Digitalen Identitätswallet (EUDI-Wallet) in Deutschland geschaffen. Ziel muss es sein, digitale Identitäten sicher, nutzerfreundlich und europaweit einsetzbar zu machen. Damit die Wallet ihr Versprechen eines einfachen, sicheren und digitalen Nachweises von Identitäten tatsächlich einlösen kann, müssen jetzt die richtigen politischen und rechtlichen Weichen gestellt werden. Rechtssicherheit als Grundlage für die digitale IdentitätFür Banken ist entscheidend, dass die Nutzung der EUDI-Wallet mit klaren Haftungsregeln verbunden wird. Bislang bleibt offen, wer bei Fehlern, Identitätsmissbrauch oder technischen Problemen die Verantwortung trägt. Banken dürfen nicht für Risiken haften, die außerhalb ihres Einflussbereichs entstehen. Gleichzeitig müssen sie Betrug zuverlässig erkennen und Transaktionen gerichtsfest nachweisen können. Dafür fehlen bislang wichtige Vorgaben zu Sicherheitsdaten, Betrugsindikatoren und einer nachvollziehbaren Dokumentation der einzelnen Verfahrensschritte. Nur ein klarer rechtlicher Rahmen schafft Vertrauen und ermöglicht die notwendigen Investitionen in die neue Infrastruktur. Zudem darf die Akzeptanz der EUDI-Wallet nicht automatisch zu unverhältnismäßigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen führen. Derzeit bestehen Unsicherheiten bei der Einordnung von Wallet-Anbietern und den daraus resultierenden Pflichten für Banken. Ohne gesetzliche Klarstellungen drohen zusätzlicher Compliance-Aufwand und unterschiedliche Auslegungen durch die Aufsicht. Hier braucht es einen praxistauglichen und verhältnismäßigen Rechtsrahmen. Digitale Nachweise schnell und flächendeckend verfügbar machenDer Erfolg der EUDI-Wallet hängt maßgeblich davon ab, dass digitale Nachweise schnell und flächendeckend verfügbar werden. Banken benötigen neben Identitätsdaten auch weitere digitale Bescheinigungen und Nachweise für ihre Prozesse. Die Bereitstellung dieser Informationen darf nicht von einer vollständigen Modernisierung aller Register abhängen. Zentrale Issuing-Services des Bundes können dazu beitragen, digitale Nachweise zügig und einheitlich bereitzustellen und so die Einführung der Wallet deutlich zu beschleunigen. Für hochwertige digitale Identifizierungsverfahren ist außerdem ein rechtssicherer Lichtbildabgleich erforderlich. Dies betrifft insbesondere digitale Unternehmensgründungen, notarielle Verfahren und Immobiliengeschäfte. Ohne die Möglichkeit, ein Lichtbild rechtssicher einzubinden und von gesetzlich legitimierten Stellen nutzen zu lassen, würden wichtige Anwendungsfälle der digitalen Identität von vornherein ausgeschlossen.
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