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11. September 2026

Bankenbrief – Klingbeil vor Treffen mit UniCredit-Chef Orcel

Liebe Leserinnen und Leser,

heute haben wir für Sie diese Themen im Bankenbrief:

  • Vorschau: Klingbeil und Orcel vor Treffen am Montag
  • Unternehmensinsolvenzen auf höchstem Stand seit 2013
  • Geschäfte sollen Kartenzahlung akzeptieren müssen
  • Nach EZB-Beschluss: Notenbanker blicken auf Zinsentwicklung

Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihre Bankenbrief-Redaktion

THEMA DES TAGES


Klingbeil
Quelle: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Vorschau: Klingbeil vor Treffen mit UniCredit-Chef Orcel

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (Foto) will Berichten zufolge am Montag mit UniCredit-Chef Andrea Orcel zusammenkommen. Bei dem Gespräch soll es um die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank gehen. Die Bundesregierung will bei einer Übernahme die deutsche Identität und die hiesige Börsennotierung des Frankfurter Instituts erhalten, berichtete heute die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Klingbeil (SPD) werde diese Forderungen am Montag bei dem Treffen mit Orcel in Berlin platzieren. Zudem werde der Minister den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen fordern, sagte eine der Quellen.

Insider: Regierung will weiter Einfluss auf Commerzbank

Laut Reuters sagte eine der Personen, Klingbeil werde am Montag fordern, dass der Staat, der 12 Prozent an der Commerzbank hält, sein Recht behält, zwei nicht geschäftsführende Verwaltungsratsmitglieder zu benennen und damit einen gewissen Einfluss zu wahren. "Für die Bundesregierung hat die Rolle der Commerzbank für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands hohe Priorität", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die Commerzbank sei als bedeutender Arbeitgeber zentral für den Finanzstandort Frankfurt. "Das gilt es auch in Zukunft sicherzustellen." Die beiden Institute wollten sich nicht zu den Berichten äußern.

handelsblatt.com
ch.marketscreener.com
boerse-global.de
n-tv.de
zeit.de

MELDUNGEN DES TAGES


Unternehmensinsolvenzen
Quelle: picture alliance/dpa/Jonas Walzberg

Unternehmensinsolvenzen auf höchstem Stand seit 2013

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juni deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt heute meldete, registrierten die Amtsgerichte 2.266 Anträge auf Unternehmensinsolvenzen – 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das erste Halbjahr ergibt sich damit eine Gesamtzahl von 12.812 beantragten Unternehmensinsolvenzen. Einen höheren Wert für ein erstes Halbjahr hatte es laut den Statistikern zuletzt im Jahr 2013 gegeben. Zum Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um 6,7 Prozent. Besonders häufig gab es Pleiten im Bereich Verkehr und Lagerei sowie im Gast- und Baugewerbe.

sueddeutsche.de

Kartenzahlung
Quelle: picture alliance/dpa/Marcus Brandt

Bar oder digital: Die Kunden sollen entscheiden

Geschäfte und Restaurants sollen künftig sowohl Bargeld als auch digitale Zahlungen akzeptieren müssen. Wie die Deutsche Presse-Agentur heute berichtete, werden die Eckpunkte des Vorhabens von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil aktuell mit den anderen Ministerien abgestimmt. Das Ziel sei Wahlfreiheit für Kundinnen und Kunden. Sie sollen entscheiden können, ob sie bar oder digital – also per Karte, Handy oder Uhr – bezahlen. Die Pflicht soll den Eckpunkten nach für Handel, Gastronomie und Dienstleistungssektor gelten. Nichtkommerzielle Organisationen wie Amateur-Sportvereine und Wohltätigkeitsverbände sollen auch weiter die Option haben, nur mit Bargeld zu arbeiten. Ziel des Finanzministeriums ist, dass ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen und dann 2027 umgesetzt wird.

faz.net

OpenAI veröffentlicht ChatGPT-Version für die Finanzbranche

Das US-Softwareunternehmen OpenAI hat eine spezielle Version seines Chatbots ChatGPT für die Finanzbranche auf den Markt gebracht. Wie das Unternehmen mitteilte, richtet sich "ChatGPT for Financial Services" an Investmentbanker und Aktienanalysten. Das Modell kombiniere das neueste KI-Modell GPT-6 Astra mit integrierten Daten von Anbietern wie der London Stock Exchange Group (LSEG), PitchBook, Crunchbase und Daloopa. Bei der Entwicklung hat OpenAI den Angaben zufolge mit den US-Finanzinstituten Morgan Stanley und Evercore zusammengearbeitet. 

n-tv.de

Österreichs Notenbank senkt Inflationsprognosen

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognose für die Inflation in diesem Jahr leicht nach unten korrigiert. Für 2026 erwartet die OeNB nun eine Inflationsrate von 3 Prozent. Im Juni hatte sie noch mit einer Teuerung von 3,2 Prozent gerechnet. Für 2027 und 2028 prognostiziert die Notenbank eine deutlich niedrigere Inflation von 2,3 beziehungsweise 2,2 Prozent. Den erwarteten Rückgang in den kommenden beiden Jahren führt die OeNB auf eine prognostizierte Abschwächung der Auswirkungen des durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks zurück. Für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr erhöhte das Institut wiederum seine Prognose: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im kommenden Jahr um 1,3 Prozent zulegen. Im Juni war die OeNB noch von einem Wachstum von 1,1 Prozent ausgegangen. Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit einem Wachstum von 0,5 Prozent (Juni-Prognose: 0,6 Prozent).

orf.at
onvista.de

KÖPFE DES TAGES


Nagel
Quelle: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

EZB-Währungshüter blicken auf Leitzinsentwicklung

Nach der Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben sich heute EZB-Ratsmitglieder zur künftigen Zinsentwicklung zu Wort gemeldet. Bundesbankchef Joachim Nagel (Foto) sagte in einem Interview, es sei noch zu früh, um über Zinserhöhungen zu spekulieren. Allerdings schloss er nicht aus, dass die EZB die Zinsen weiter erhöhen könnte und damit auch die Wirtschaft leicht bremsen würde. Die EZB hatte den Leitzins gestern auf 2,5 Prozent angehoben. Nagel sagte, damit sei er an der Obergrenze einer neutralen geldpolitischen Zone angesiedelt – also in einem Bereich, in dem die Wirtschaft weder gebremst noch angeschoben wird. Unterdessen betonte das österreichische EZB-Ratsmitglied Martin Kocher heute, man müsse nun erst einmal die Entwicklung der Inflationsrisiken abwarten. Aktuell könne "niemand seriöserweise sagen, wie sich die Lage weiterentwickelt".

cnbc.com
de.marketscreener.com
de.tradingview.com

Lotter
Quelle: Flatexdegiro

Veränderungen im Aufsichtsrat von Flatexdegiro

Hans-Hermann Lotter (Foto), Aufsichtsratsvorsitzender des Frankfurter Finanzdienstleisters Flatexdegiro, hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Interimistisch sei Stefan Müller zum Aufsichtsratschef gewählt worden, teilte der Onlinebroker gestern Abend mit. Auch Martina Pfeifer werde den Aufsichtsrat verlassen. Grund für die Abgänge sollen Medienberichten zufolge unterschiedliche Auffassungen zu strategischen Unternehmensfragen gewesen sein. An der Börse brach die Aktie des Unternehmens zunächst um 11 Prozent ein. Die Verluste wurden dann aber etwas eingedämmt, zuletzt stand die Aktie noch knapp 6 Prozent im Minus. 

boersen-zeitung.de
boerse.de

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Deutsche Bank

Twenty-five years after September 11, 2001, we join New York and communities around the world in remembering the lives lost, the families forever changed and all those who continue to live with the effects of that day.

For Deutsche Bank, this anniversary carries a deeply personal meaning. We remember our colleagues Frank Bourdier and Sebastian Gorki, who were killed in the attacks. Their names are inscribed on a memorial plaque in our New York offices – a lasting tribute to their lives and to all who were lost.

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European Central Bank

Banks need to prepare for the unknown, writes Supervisory Board Chair Claudia Buch in #TheSupervisionBlog. 

Geopolitical uncertainty continues to define the risk environment, and it remains a priority for European banking supervisors. In our 2026 reverse stress test, we asked banks to construct plausible geopolitical scenarios that could have a severe impact on their balance sheet, and to demonstrate how they would respond.

The results of the test were published in July and brought three issues into sharper focus:

🔹 Preparedness starts with reliable, granular data. Banks need to know which channels could be most affected by shocks. And they need the right systems in place to turn information from various sources into a coherent picture.

🔹 Sound planning and stress-testing frameworks can help banks prepare for uncertainty. Every shock is different, so boards and managers must ensure banks are flexible enough to adapt and remain resilient under a range of stress scenarios.

🔹 Banks need to be realistic about whether mitigating measures would be available in a crisis. Market dynamics may not be ideal if other banks want to use the same measures at the same time, and recent fiscal pressure could lead to more muted policy responses.

Ultimately, banks need capital to absorb losses and continue supporting the economy even when under stress. Reverse stress tests help supervisors assess whether banks have the right frameworks in place to ensure sound capital planning.

Want to learn more? Read the full Supervision Blog post 👉 https://lnkd.in/eEYRG2fd

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WAS DIE NÄCHSTEN TAGE WICHTIG WIRD


Der Digitalverband Bitkom veranstaltet am Montag eine Online-Pressekonferenz zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der deutschen Wirtschaft. – In Dresden beginnt am Montag der zweitägige KI-Kongress "Brains on Silicon".

NACHSCHLAG


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Haben Sie bei den Wirtschaftsnachrichten in den vergangenen Tagen gut aufgepasst? Im Quiz der WirtschaftsWoche können Sie Ihr Wissen zum Wochenabschluss selbst auf die Probe stellen. Jetzt mitquizzen:

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bankendialog

Demografie, Sozialstaat und Finanzen – welche Reformen brauchen wir?
16. September 2026

Der demografische Wandel hat massive Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die sich in vielen Bereichen schon heute zeigen. Über die damit verbundenen Herausforderungen wollen wir in unserer Reihe „Demografie – die stille Revolution“ diskutieren.

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