Positionspapier

Next Generation Money

Anwendungen und Potenziale tokenisierten Geldes

Tobias Tenner
Tobias Tenner
Stefan Mietke
Stephan Mietke

Inhalt
1 Einleitung   
2 Geld im Wandel: Systematik und neue Ausprägungen   
3 Praxisbeispiele für den Einsatz tokenisierten Geldes    
4 Welche Geldform für welchen Anwendungsfall?    
5 Glossar   

Dieses Papier analysiert den aktuellen Entwicklungsstand und die praktischen Einsatzmöglichkeiten verschiedener Formen tokenisierten Geldes – von Stablecoins über tokenisierte Bankeinlagen bis hin zu digitalem Zentralbankgeld (Wholesale-CBDC).

Tokenisiertes Geld entwickelt sich zu einem zentralen Baustein zukünftiger digitaler Finanz- und Wirtschaftssysteme. Es ermöglicht, Zahlungen direkt in digitale Prozesse zu integrieren, Transaktionen automatisiert abzuwickeln und neue Formen wirtschaftlicher Interaktion zu realisieren. Damit geht es über die Funktionen klassischer Geldformen hinaus und erschließt neue Nutzen- und Wertschöpfungspotenziale. 

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass unterschiedliche Ausprägungen tokenisierten Geldes entstehen, und das aus guten Gründen. Die verschiedenen Formen – insbesondere Stablecoins, tokenisierte Bankeinlagen und digitales Zentralbankgeld – unterscheiden sich hinsichtlich Zugänglichkeit, regulatorischer Einbindung, technologischer Architektur und wirtschaftlicher Funktion. 

Die Betrachtung konkreter Anwendungsfälle macht deutlich, dass tokenisiertes Geld kein Selbstzweck ist. Sein Nutzen ergibt sich aus dem jeweiligen Anwendungskontext. Unterschiedliche Use Cases stellen unterschiedliche Anforderungen, etwa an Verfügbarkeit, Programmierbarkeit, Integration in bestehende Systeme oder regulatorische Sicherheit. 

In verbrauchernahen Anwendungen, etwa beim Zugang zu stabilen Währungen oder bei ersten Formen von Zahlungen mittels autonomer KI-Agenten, spielen Stablecoins eine zentrale Rolle. Sie sind bereits verfügbar, global einsetzbar und vergleichsweise einfach in digitale Anwendungen integrierbar. Gleichzeitig stoßen ihre Einsatzmöglichkeiten an die Grenzen uneinheitlicher regulatorischer Anforderungen sowie Fragen der Stabilität und Governance. 

Für Unternehmensanwendungen und industrielle Prozesse gewinnen daher tokenisierte Bankeinlagen an Bedeutung. Sie ermöglichen programmierbare Zahlungen, eine enge Integration in bestehende Bank- und Treasury-Systeme sowie die Automatisierung komplexer Geschäftsprozesse, etwa in der Supply-Chain-Finanzierung, im Liquiditätsmanagement oder in der Industrie 4.0. Viele dieser Anwendungen befinden sich derzeit in Pilot- oder frühen Implementierungsphasen, zeigen jedoch ein erhebliches Skalierungspotenzial.

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