Chartbook - Indikatoren zur Risikolage im Finanzsystem

Unser Chartbook enthält ausgewählte und kommentierte Grafiken zur Risikolage im Finanzsystem

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Julian Milek
Volker Hofmann
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Die allgemeine Lage im Juni 2026: 

Weltwirtschaft: geopolitische Risiken belasten die Konjunktur und anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten

  • Das geopolitische Umfeld bleibt von erhöhter Unsicherheit geprägt. Insbesondere die Spannungen im Nahen Osten belasten Energieversorgung, Handelsrouten und globale Lieferketten. Einschränkungen wichtiger Transportwege sowie steigende Energiepreise sorgen für ein höheres Inflationsrisiko und zusätzlichen Kostendruck. Ein absehbares Abkommen zwischen den USA und Iran dürfte aus heutiger Sicht die genannten Risiken mittelfristig reduzieren; die Umsetzung der Verhandlungsergebnisse bleiben zunächst allerdings noch offen.
  • Die Finanzmärkte haben mit höherer Volatilität und steigenden Kapitalmarktzinsen reagiert; zugleich nehmen die Risiken abrupter Marktreaktionen zu.
  • Auch die wechselhafte und schwer kalkulierbare Zoll- und Handelspolitik der US-Regierung bleibt ein Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft. Zugleich wachsen die strukturellen Ungleichgewichte durch staatlich gestützte Exportüberschüsse in China und die strategische Nutzung von Rohstoffzugängen.

Leitzinsen im Euroraum: EZB setzt Zeichen für Preisstabilität

  • Die Inflationsrate im Euroraum ist zuletzt auf 3,2 % gestiegen. Höhere Energiepreise und eine anziehende Kerninflation (Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel) sorgen für anhaltenden Preisdruck.
  • Die EZB hat ihre Leitzinsen im Juni 2026 um 25 Basispunkte angehoben, um die Inflationserwartungen zu stabilisieren und die Gefahr von Zweitrundeneffekte zu begrenzen. Anders als während des Inflationsanstiegs in den Jahren 2021 und 2022 fällt die europäische Notenbank geld- und stabilitätspolitische nicht „hinter die Kurve“ zurück. Dies hat einen weiteren Vorteil: Mit der Zinserhöhung im Juni ist kein Automatismus für den nächsten Zinsschritt im Juli verbunden.
  • An den Finanzmärkten ist erst für die übernächste EZB-Ratssitzung im September mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50 % der nächste Leitzinsschritt eingepreist.

Euro-Dollar-Kurs: Euro-Aufwertung zuletzt abgeflacht

  • Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Quartalen deutlich aufgewertet. Treiber waren ein höheres Interesse an europäischen Anlagen (Pull-Faktoren), eine erratische US-Wirtschaftspolitik (Push-Faktoren), sowie die Diversifizierung von zu großen Währungsreservebeständen in US-Dollar.
  • Zuletzt konnte der US-Dollar wieder leicht zulegen. Ausschlaggebend waren insbesondere geopolitische Spannungen im Nahen Osten, von denen die US-Währung als „sicherer Hafen“ für Anlagen profitierte.
  • Die weitere Entwicklung bleibt von Zinsdifferenzen, geopolitischen Risiken und den Konjunkturaussichten geprägt.

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