Chartbook - Indikatoren zur Risikolage im Finanzsystem

Unser Chartbook enthält ausgewählte und kommentierte Grafiken zur Risikolage im Finanzsystem

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Friederika Boehme
Volker Hofmann
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Die allgemeine Lage im Februar 2026: 

Weltwirtschaft: neue Unsicherheiten über Zollentwicklung und US-Handelspolitik

  • Die Weltwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr trotz höherer Zölle der US-Regierung und verschiedener geopolitischer Spannung robust entwickelt (+3,2 %).
  • Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognosen im Januar angehoben. Er rechnet in diesem Jahr mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,3 %, das im Jahr 2027 geringfügig auf 3,2 % nachlassen soll.
  • Der Oberste Gerichtshof in den USA hat die Zölle der US-Regierung teilweise für unrechtmäßig erklärt. Präsident Trump hat daraufhin einen globalen Zoll von 15 % angekündigt; vorerst wurde ein globaler Zollsatz von 10 % eingeführt. Die Unsicherheit, wie es mittelfristig mit der US-Zollpolitik weitergeht ist groß, zumal die neuen Zölle ohne parlamentarische Zustimmung des Kongresses auf 150 Tage befristet sind.

Leitzinsen im Euroraum: voraussichtlich für längere Zeit unverändert

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen seit Juni 2025 konstant gehalten. Am Markt wird erwartet, dass der Zinssatz für die Einlagefazilität noch für eine längere Zeit auf dem derzeitigen Niveau von 2 % verbleibt.
  • Auch die US-Notenbank (Fed) hat ihre Leitzinsen zuletzt nicht verändert. Von September bis Dezember 2025 hatte sie die Zinsen dreimal in Folge um jeweils 25 Basispunkte gesenkt. Die Marktteilnehmer erwarten für die Sitzung im März erneut eine Zinspause. Im weiteren Jahresverlauf könnte die Fed die Zinsen jedoch weiter senken.

Euro-Dollar-Kurs: Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau

  • Der Euro hat im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar deutlich aufgewertet. Dabei dürfte auch die erratische Wirtschaftspolitik der US-Regierung und das sinkende Vertrauen internationaler Investoren in lange Zeit bevorzugte US-Anlage eine Rolle gespielt haben. Die europäischen Finanzmärkte konnten davon profitiert.
  • Zuletzt konnte der US-Dollar allerdings wieder etwas an Boden gewinnen. Auch dies unterstreicht, dass zwischenzeitlich aufkeimende Sorgen über eine zu starke und abrupte Euro-Aufwertung überzogen waren.

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