Chartbook - Indikatoren zur Risikolage im Finanzsystem

Unser Chartbook enthält ausgewählte und kommentierte Grafiken zur Risikolage im Finanzsystem im Oktober 2026

Profilbild Julian Milek
Julian Milek
Volker Hofmann
Volker Hofmann

Die allgemeine Lage im Oktober 2026: 

Geopolitische Risiken belasten die Konjunktur und sorgen für anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten

  • Das geopolitische Umfeld bleibt von erhöhter Unsicherheit geprägt. Die Spannungen im Nahen Osten bergen weiterhin Risiken für die Energieversorgung, wichtige Handelsrouten und globale Lieferketten. Hohe Transport- und Energiepreise erhöhen die Produktionskosten und verursachen zusätzlichen Inflationsdruck.
  • An den Finanzmärkten zeigen sich die Auswirkungen in einer erhöhten Volatilität und steigenden Kapitalmarktzinsen. Gleichzeitig nimmt das Risiko abrupter Marktbewegungen zu.
  • Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die schwer kalkulierbare Zoll- und Handelspolitik der USRegierung. Darüber hinaus verschärfen Chinas staatlich gestützte Exportüberschüsse und die strategische Nutzung von Rohstoffzugängen die strukturellen Ungleichgewichte im Welthandel.

Leitzinsen im Euroraum: EZB setzt Zeichen für Preisstabilität

  • Die Inflationsrate im Euroraum ist im September auf 3,8 % gestiegen. Ausschlaggebend für den Preisauftrieb sind vor allem die höheren Energiepreise. Die Kerninflationsrate ist mir 2,3 % noch moderat. Auch die bisherigen Tarifforderungen deuten bislang auf begrenzte Zweitrundeneffekte hin.
  • Die EZB hat ihre Leitzinsen im September 2026 um weitere 25 Basispunkte angehoben. Damit will sie die Inflationserwartungen nah an der mittelfristigen Zielgröße von 2 % halten.
  • An den Finanzmärkten ist erst für die übernächste EZB-Ratssitzung im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 % der nächste Leitzinsschritt eingepreist.

Euro-Dollar-Kurs: US-Dollar gewinnt gegenüber dem Euro an Stärke

  • Der US-Dollar konnte gegenüber dem Euro zuletzt deutlich aufwerten. Belastend für den Euro sind die angespannte fiskalische Lage in Frankreich, politische Unsicherheiten in Spanien sowie die anhaltend hohen Energiepreise, die den Euroraum als Nettoenergieimporteur besonders treffen. Auf US-Seite stützten zudem die zunehmend restriktiven Zinserwartungen den Dollar.
  • Mit Blick auf die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten konnte die US-Währung zuletzt auch wieder von ihrer Rolle als „sicherer Hafen“ profitieren.

Download

Chartbook - Indikatoren zur Risikolage Oktober 2026

PDF

Kontakt

Profilbild Julian Milek

Julian Milek

Volkswirtschaft

Kontakt

Volker Hofmann

Volker Hofmann

Leiter Volkswirtschaft

Das könnte Sie auch interessieren:

Europäische Zentralbank in Frankfurt
Presseinformation

Herkenhoff: EZB kann bei den Zinsen weiterhin auf Sicht fahren

„Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen unverändert zu lassen, ist nachvollziehbar - insbesondere mit Blick auf die im gesamten Euroraum gestiegenen Kapitalmarktzinsen“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Heiner Herkenhoff Pressefoto
Presseinformation

Herkenhoff: Konsequente Reaktion der EZB auf gestiegene Preise

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute die Zinsen erhöht. Aus Sicht des Bankenverbandes ist diese Entscheidung konsequent. „Nach dem jüngsten Anstieg der Inflationsrate im Euroraum auf 3,3 Prozent ist die aktuelle Zinserhöhung unvermeidlich“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands.

Presseinformation

DK: Anhebung der Mindestreserve ist geldpolitisch unbegründet, standortpolitisch schädlich

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) warnt vor einer Erhöhung der unverzinsten Mindestreserve im Euroraum. Ein solcher Schritt lasse sich geldpolitisch nicht begründen und belaste die europäischen Banken zusätzlich. Er konterkariere zudem die Bemühungen der Europäischen Kommission, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzsektors zu stärken.