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21. Mai 2026

Aktuelles Stichwort: Tokenisiertes Geld als wichtiger Baustein für Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität Europas

Tokenisiertes Geld gewinnt rasant an Bedeutung und wird zunehmend zu einem Schlüsselelement für die digitale Transformation von Finanzsystemen und Wirtschaft. Es eröffnet neue Möglichkeiten für effizientere, automatisierte und integrierte Zahlungs- und Geschäftsprozesse. Damit wird das Thema zu einem zentralen Faktor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität Europas.

Neue Geldformen für digitale Anwendungsfälle

Tokenisiertes Geld entwickelt sich zu einem zentralen Baustein zukünftiger digitaler Finanz- und Wirtschaftssysteme. Es ermöglicht, Zahlungen unmittelbar in digitale Prozesse zu integrieren, Transaktionen automatisiert abzuwickeln und neue Formen wirtschaftlicher Interaktion zu realisieren. Damit geht es deutlich über die Funktionen klassischer Geldformen hinaus und erschließt zusätzliche Effizienz- und Wertschöpfungspotenziale. Entscheidend ist dabei: Tokenisiertes Geld ist kein Selbstzweck. Sein wirtschaftlicher Nutzen ergibt sich stets aus konkreten Anwendungsfällen, die unterschiedliche Anforderungen an Verfügbarkeit, Programmierbarkeit, Integration und regulatorische Sicherheit stellen. In verbrauchernahen Anwendungen gewinnen insbesondere Stablecoins an Bedeutung. Sie sind bereits heute verfügbar, global einsetzbar und lassen sich vergleichsweise einfach in digitale Anwendungen integrieren – beispielsweise beim Zugang zu stabilen Währungen oder bei ersten Anwendungsfällen autonomer KI-basierter Zahlungsprozesse. Gleichzeitig bestehen hier weiterhin Herausforderungen, etwa durch uneinheitliche regulatorische Anforderungen sowie Fragen der Stabilität und Governance. Im Unternehmens- und Industriebereich rücken hingegen tokenisierte Bankeinlagen in den Fokus. Sie ermöglichen programmierbare Zahlungen und lassen sich eng in bestehende Bank- und Treasury-Systeme integrieren. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Automatisierung komplexer Prozesse, etwa in der Supply-Chain-Finanzierung, im Liquiditätsmanagement oder in Industrie-4.0-Anwendungen. Auch wenn sich viele dieser Lösungen noch in frühen Phasen befinden, zeigen sie bereits erhebliches Skalierungspotenzial. Im Finanzmarkt- und Interbankenkontext sind vor allem Effizienz, Sicherheit und Abwicklungsfinalität entscheidend. Digitales Zentralbankgeld kann hier, im sogenannten Wholesale-Bereich, Risiken senken und Prozesse beschleunigen, befindet sich jedoch primär noch in der Erprobung.

Fragmentierung überwinden, Potenziale heben

Ein einheitlicher Standard für tokenisiertes Geld ist derzeit nicht absehbar; vielmehr entsteht ein Nebeneinander unterschiedlicher, sich ergänzender Geldformen. Für Banken, Unternehmen und öffentliche Institutionen erfordert dies eine konsequent anwendungsorientierte Bewertung sowie die frühzeitige Identifikation relevanter Einsatzfelder. Weitere Fortschritte bei Interoperabilität, regulatorischer Klarheit und tragfähigen Geschäftsmodellen sind entscheidend, damit tokenisiertes Geld sein Innovations- und Wettbewerbspotenzial entfalten kann.

Position des Bankenverbandes 

Der Bankenverband unterstützt einen anwendungsorientierten und technologieoffenen Ansatz bei der Weiterentwicklung des tokenisierten Geldes. Entscheidend ist ein verlässlicher regulatorischer Rahmen, der Innovation ermöglicht und zugleich Stabilität und Vertrauen sichert. Zudem sollte die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Geldformen und Systemen aktiv vorangetrieben werden, um Fragmentierung zu begrenzen und die Potenziale des tokenisierten Geldes für Wirtschaft und Finanzmärkte voll auszuschöpfen. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie dem aktuellen Papier des Bankenverbandes entnehmen.


Markus Kirchner

Kontakt

Dr. Markus Kirchner

Leiter Politik Deutschland

   +49 (30) 1663 2250

   markus.kirchner@bdb.de

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Steffen Gleisenberg

Politik Deutschland

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