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07. Februar 2025

Bankenbrief – BIZ-Chef warnt vor Risiken aus Handelskriegen – Deutschland erwartet schwaches Exportjahr

Liebe Leserinnen und Leser,

heute haben wir für Sie diese Themen im Bankenbrief:

  • BIZ-Chef warnt vor Risiken aus Handelskriegen – Deutschland erwartet schwaches Exportjahr
  • Sabadell wehrt sich gegen BBVA-Offerte
  • Bank Vontobel leidet weiter unter Abflüssen von Institutionellen
  • OECD-Generalsekretär: Reform der Entwicklungsfinanzierung notwendig


Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre!

Ihre Bankenbrief-Redaktion

THEMA DES TAGES


Carstens
Quelle: picture alliance/dpa/Eduardo Cavero

BIZ-Chef warnt vor Risiken aus Handelskriegen

Der Dachverband der Zentralbanken, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, hat erstmals öffentlich die Risiken aus Handelskriegen als große Gefahr angeprangert, wie sie von den Zollplänen des erneut gewählten US-Präsidenten Donald Trump ausgehen könnten. BIZ-Chef Agustín Carstens (Foto) bezeichnete in einer Rede in Mexiko die Entwicklungen im Handel als eine der Hauptsorgen im internationalen Wirtschaftsgeschehen. Auch die Regulierung, Steuerpolitik und Einwanderungspolitik beunruhigten ihn. Das weltweite Wirtschaftswachstum werde wahrscheinlich davon negativ beeinflusst. Es sei zu erwarten, das Unternehmen Investitionen vermieden und Haushalte größere Anschaffungen erstmal unterlassen würden. "Diese allgegenwärtige politische Unsicherheit wird die Zentralbanken auf verschiedene Weise beeinflussen", sagte Carstens. Er sehe die Gefahr eines weiteren Auseinanderklaffens der Zinssätze in den USA und anderen großen Volkswirtschaften. Die Zentralbanken sollten sich darauf konzentrieren, die Inflation in Schach zu halten. Wegen der Unsicherheiten dürften die Finanzmärkte volatiler werden, und insbesondere Wechselkursabwertungen könnten inflationär wirken.

In Deutschland erwartet die Exportwirtschaft weitere Rückschläge

Deutschlands Exporteure haben das Jahr 2024 unterdessen trotz eines Zuwachses im Dezember mit einem Minus abgeschlossen. Waren "Made in Germany" im Gesamtwert von 1.559,7 Milliarden Euro wurden nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr ins Ausland geliefert und damit 1,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Allerdings stiegen die Exporte überraschend im Dezember, weil die Nachfrage aus der Europäischen Union (EU) und China anzog. Die Ausfuhren legten um 2,9 Prozent zum Vormonat zu. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang von 0,6 Prozent gerechnet. "Die positiveren Zahlen zum Jahresende können die insgesamt negative deutsche Exportbilanz nur etwas aufpolieren", sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. "Auch 2025 sind weitere Rückschläge zu erwarten." 

diepresse.com
investrends.ch
tagesschau.de
spiegel.de

MELDUNGEN DES TAGES


Sabadell
Quelle: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS/David Zorrakino

Sabadell wehrt sich gegen BBVA-Offerte

Die spanische Bank Sabadell will im Abwehrkampf gegen die Übernahmeofferte ihres größeren Rivalen BBVA den Aufwand für Aktienrückkäufe und Dividenden deutlich erhöhen. Für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 sollen dafür insgesamt 3,3 Milliarden Euro ausgegeben werden, teilte das Geldhaus heute mit. Bislang hatte Sabadell-Vorstandschef César González-Bueno dafür 2,9 Milliarden eingeplant. Das Institut konnte vor allem wegen seiner britischen Tochter TSB im vierten Quartal den Nettogewinn um 75 Prozent auf 532 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern. "Wir beginnen das neue Jahr voller Zuversicht und Ehrgeiz", sagte Chairman Josep Oliu. Die eigenständige Strategie der Bank werde weiterhin bleibende Werte für Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter und für die Gesellschaft schaffen.

boerse.de
handelszeitung.ch

Vontobel
Quelle: Vontobel

Bank Vontobel leidet weiter unter Abflüssen von Institutionellen

Bei der Bank Vontobel haben die institutionellen Kunden, wie Fonds und Pensionskassen, 2024 weitere 2,9 Milliarden Franken (3,1 Milliarden Euro) abgezogen nach einem Minus von 7,6 Milliarden Franken im Vorjahr. Vor allem im Geschäft mit Aktien habe es Abflüsse gegeben, erklärte Finanzchef Thomas Heinzl heute bei Vorlage der Zahlen. Die Bank erwarte aber eine Erholung, vor allem im Geschäft mit Anlagen in Schwellenländern. Netto flossen dem Institut im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Franken zu, da es im zweiten Standbein Private Clients besser lief. Vermögende Privatkunden vertrauten 4,6 Milliarden Franken der Bank an. Das verwaltete Vermögen wuchs um 11 Prozent auf 229 Milliarden Franken zum Jahresende. Der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 266 Millionen Franken. Die Eigenkapitalrendite von 12,3 Prozent verfehlte allerdings die eigene Zielmarke, wie es hieß. Die Dividende soll sich unverändert auf 3 Franken je Aktie belaufen.

finanzbusiness.de
handelszeitung.ch

EZB-Volkswirte: Noch mehrere Lockerungsschritte zu erwarten

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Berechnungen ihrer Volkswirte noch mehrere Zinssenkungsschritte vor sich, bevor sie mit ihren Leitzinsen die Wirtschaft nicht mehr bremst. Den aktuellen Schätzungen zufolge liegt der sogenannte neutrale oder natürliche Zins, der die Wirtschaftsaktivitäten weder bremst noch anheizt, in einer Spanne zwischen 1,75 und 2,25 Prozent, wie die Ökonomen in einem heute veröffentlichten Bericht mitteilten. Diese Bandbreite hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bereits im Januar genannt. Nach Medieninformationen folgt daraus, dass die Notenbank den Leitzins noch zweimal um jeweils einen Viertelprozentpunkt reduzieren müsste, um das obere Ende der genannten Spanne zu erreichen. Aktuell liegt der Leitzins im Euroraum bei 2,75 Prozent. Die EZB hatte ihn Ende Januar auf dieses Niveau herabgesetzt.

de.tradingview.com

Italienische Bank BPER mit Gebot für Banca Popolare di Sondrio

Italiens viertgrößtes Geldhaus BPER will die Regionalbank Banca Popolare di Sondrio (BPSO) erwerben. Die Übernahmeofferte liegt nach Angaben der Institute bei 4,3 Milliarden Euro. Bei beiden Instituten ist der Versicherer Unipol der gemeinsame Hauptaktionär. Der Nettogewinn des kombinierten Unternehmens dürfte nach Medieninformationen im Jahr 2027 bei mehr als 2 Milliarden Euro liegen. Mit dem Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 gerechnet. Die Marktkapitalisierung von BPER wird mit rund 9,74 Milliarden Euro veranschlagt und damit mehr als doppelt so hoch wie der Marktwert von BPSO mit 4,17 Milliarden Euro.

ch.marketscreener.com

Mexiko senkt Leitzins

Die mexikanische Notenbank hat ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 9,50 Prozent gesenkt. Bei der Bekanntgabe deuteten die Währungshüter an, dass sie den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld bei künftigen geldpolitischen Sitzungen in ähnlicher Größenordnung weiter herabsetzen könnten. Seit sie im März 2024 mit der Senkung begonnen hatten, war es die stärkste Reduzierung. Damals lag der Leitzins bei 11,25 Prozent. In den vergangenen Monaten hatte die Inflation in Mexiko weiter abgenommen. Die zwölfmonatige Gesamtinflation lag in den ersten beiden Januarwochen bei 3,69 Prozent. Das war der niedrigste Stand seit Anfang 2021.

handelsblatt.com

KÖPFE DES TAGES


Cormann
Quelle: OECD

OECD-Generalsekretär: Reform der Entwicklungsfinanzierung notwendig

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat eine grundlegende Überarbeitung der Finanzierung von Entwicklungshilfe gefordert. Sonst könnte die Lücke zwischen dem weltweiten Bedarf an Entwicklungsfinanzierung und den verfügbaren Mitteln bis 2030 auf knapp 6,2 Billionen Euro steigen, teilte die Organisation heute in Paris mit. "Die Herausforderung besteht darin, Ressourcen in großem Umfang zu mobilisieren und Finanzmittel in transformative Investitionen wie saubere Energiewende und nachhaltige Infrastruktur zu lenken", sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann (Foto). Der Finanzierungsbedarf habe sich zwischen 2015 und 2022 um 36 Prozent erhöht. Die Gründe dafür lägen größtenteils im Klimawandel und in den geopolitischen Unsicherheiten. Die bereitgestellten Mittel seien im gleichen Zeitraum nur um 22 Prozent gestiegen.

boerse-frankfurt.de
rp-online.de

Lane
Quelle: picture alliance/empics/Niall Carson

EZB-Chefvolkswirt Lane: Notenbank weniger auf neutralen Zins konzentriert als auf Daten

Die EZB schaut nach Worten ihres Chefvolkswirts Philip Lane (Foto) bei ihrer Geldpolitik auf Preis- und Aktivitätsdaten und orientiert sich weniger am Konzept des sogenannten neutralen Zinses. Das sagte er in einem heute veröffentlichten Podcast der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Was sehen wir in den Preisdaten? Was sehen wir in den Aktivitätsdaten? Was sehen wir bei der Übertragung (der Geldpolitik in die Realwirtschaft)?", so Lane im Podcast. Zwar seien Narrative, wie das des neutralen Zinses wichtig, um beispielsweise im Falle einer Inflation von deutlich über 2 Prozent – so die Zielmarke der EZB – zu signalisieren, dass die Zinsen nun steigen müssten. "Aber jetzt, wo wir uns dieser Zone (der Zielmarke) nähern, sollten wir nicht über Neutralität reden, sondern darüber, was angemessen ist", erklärte Lane.

finanzen.net

OpenAI-Mitgründer Altman sieht Deutschland als attraktiven Markt

Deutschland gehört nach Worten von OpenAI-Mitbegründer und Konzernchef Sam Altman zu den wichtigen KI-Märkten. Das Unternehmen werde sein erstes deutsches Büro in München eröffnen. Deutschland sei für technisches Know-how und industrielle Innovation bekannt, sagte Altman anlässlich seines Besuchs heute in Berlin. Es überrasche deshalb nicht, dass das Land auch weltweit führend in der KI-Nutzung sei. Die Bundesrepublik hat dem Unternehmen zufolge die höchste Zahl an Nutzern von ChatGPT in Europa und gehört weltweit zu den fünf führenden Ländern in der Nutzung des Chatbots. Die Zahl der Nutzer in Deutschland habe sich allein im vergangenen Jahr verdreifacht.

manager-magazin.de
n-tv.de

SCHON GEWUSST?


Welche Schnittstellen es zwischen Entwicklungshilfe und Außenwirtschaft gibt

In seinem jüngsten Podcast spricht der Bankenverband mit Oliver Roth von der Commerzbank über dieses Thema. Während die Entwicklungszusammenarbeit darauf abzielt, globale Armut zu bekämpfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern und den Übergang zu einer klima- und naturverträglichen Wirtschaft zu unterstützen, konzentriert sich die Außenwirtschaftsförderung auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die Erschließung neuer Märkte und die Förderung von Auslandsinvestitionen. Diese scheinbar unterschiedlichen Ziele sind eng miteinander verknüpft und schließen sich keineswegs aus, konstatiert der Bankenverband. In dem Podcast sprechen Friederika Boehme und Hendrik Hartenstein vom Verband mit Oliver Roth darüber, wie sich wirtschaftliche Interessen und entwicklungspolitische Ziele so verbinden lassen, dass alle Beteiligten profitieren und warum die strategische Verzahnung von Interessen immer wichtiger wird. Wie können deutsche Unternehmen durch internationales Engagement nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten? Und welche Rolle spielen die Banken dabei? Zum Podcast gelangen Sie hier:

bankenverband.de

X

World Gold Council

Annual #gold investment reached a four-year high in 2024. Get the data in #GoldDemandTrends: http://spr.ly/6014IEn4q

x.com

LinkedIn

Bundesagentur für Arbeit

🌍 Viele Unternehmen sind bei der Besetzung offener Stellen auf Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Doch wie findet man geeignete Kandidatinnen und Kandidaten?

💡 Eine Möglichkeit: Stellenanzeigen für das Portal Make it in Germany freischalten – und diese Möglichkeit haben Sie in unserer Jobsuche!

➡️Wie das geht, erklärt unser neuer Artikel im Arbeitgebermagazin: https://lnkd.in/ecZ2jTSc

linkedin.com

WAS AN DEN NÄCHSTEN TAGEN WICHTIG WIRD


In Nürnberg veranstaltet die CSU am Samstag einen kleinen Parteitag mit Blick auf die Bundestagswahl 2025 mit Parteichef Markus Söder und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz. – Aus China kommen am Sonntag die Entwicklung der Erzeugerpreise und der Inflationsrate zu Jahresbeginn. – In der ARD und im ZDF wird vor der Bundestagswahl am Sonntagabend live das TV-Duell zwischen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) gezeigt. – In Potsdam findet der außerordentliche Parteitag der FDP zur Bundestagswahl statt. – Am Montag veröffentlicht das italienische Geldhaus Banca Generali seine Jahreszahlen für 2024. – Für die Eurozone wird die Entwicklung des Investorvertrauens von Sentix für Februar präsentiert. – Aus Japan kommen die Leistungsbilanzzahlen vom Dezember. – In Paris treffen sich Staats- und Regierungschef, Personen aus der Zivilgesellschaft und Vertreter internationaler Organisationen zu einem zweitägigen Gipfel zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). – In Warschau ist unter der neuen Ratspräsidentschaft Polens ein informelles Treffen der Entwicklungsminister der EU-Staaten angesetzt.

NACHSCHLAG


Wie sind die Warnzeichen für einen stillen Burnout?

Äußerlich scheint alles okay. Man funktioniert im Job, nimmt Termine wahr und erledigt alle Aufgaben. Doch innerlich fühlt man sich erschöpft und reagiert gereizt. Die Ungeduld nimmt zu, die Geräuschempfindlichkeit wächst. Statt geselliger Treffen mit Freunden sitzt man lieber vor dem Fernseher. Diese Anzeichen deuten auf einen stillen Burnout hin, wie Psychologin Anja Hirth erklärt. Die Variante sei viel subtiler und schwerer zu erkennen als der klassische Burnout. Verdrängt man diese Symptome, seien Konzentrations- und Schlafstörungen die Folge. Die Gefahr, in die Depression zu rutschen, nehme zu. Wie man aus dieser Überlastungsspirale herauskommt, lesen Sie hier:

impulse.de

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