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Sewing fordert einfachere Bankenregulierung für mehr Wachstum

Thomas Schlüter
Thomas Schlüter

Steigende langfristige Zinsen für Staatsanleihen erhöhen den Druck auf die öffentlichen Haushalte. Angesichts hoher Schuldenstände und wachsender Ausgaben wird Wachstum damit umso wichtiger. Deshalb sind Reformen nötig, die das Wachstumspotenzial steigern, aber auch ausreichende Finanzierungskapazitäten, um Investitionen trotz höherer Zinsen zu ermöglichen. Einfachere und wettbewerbsfähige Regeln für Europas Banken sind ein entscheidender Baustein dafür, betonte Christian Sewing, Präsident des Bankenverbandes und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok. Europa müsse dafür seine Kapitalmärkte enger verzahnen, regulatorische Doppelungen abbauen und grenzüberschreitendes Bankgeschäft erleichtern.

„Die Zinsentwicklung erhöht den Handlungsdruck in der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Neben Haushaltsdisziplin ist nachhaltiges Wachstum entscheidend für die Tragfähigkeit öffentlicher Finanzen. Dafür brauchen wir Strukturreformen, die Investitionen erleichtern und Produktivität erhöhen. Zugleich müssen wir die Voraussetzungen schaffen, dass höhere private Investitionen finanziert werden können. Dazu müssen zu komplexe und teilweise doppelte Vorgaben abgebaut werden, damit Banken mehr Spielraum für die Finanzierung der Wirtschaft gewinnen – ohne Abstriche bei der Stabilität“, so Sewing.

Einzelne Korrekturen reichen nach Ansicht Sewings nicht aus. Europa müsse auch die strukturellen Hürden beseitigen, die den Bankenmarkt fragmentieren und grenzüberschreitende Geschäfte erschweren. Nationale Sonderinteressen dürften die europäische Integration nicht länger blockieren. Ein stärker integrierter Bankenmarkt würde es den Instituten erleichtern, Unternehmen und Investitionen in Europa zu finanzieren.

Die Herbsttagung von IWF und Weltbank habe erneut das große internationale Interesse an Europa als Investitionsstandort bestätigt. Zugleich habe Europa einen hohen Investitionsbedarf – etwa bei Digitalisierung, Infrastruktur und neuen Technologien. Um ihn zu decken, müssten Banken mehr Finanzierungen bereitstellen können und die europäischen Kapitalmärkte weiter vertieft werden. „Europa kann seine Investitionslücke nur schließen, wenn privates Kapital besser mobilisiert wird. Dazu brauchen wir leistungsfähige Banken, tiefere Kapitalmärkte und Regeln, die Stabilität sichern, ohne notwendige Investitionen auszubremsen“, sagt Sewing.

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