„Claude Mythos & Co.: Neue Cyberrisiken für Finanzunternehmen verstehen und bewältigen“
Fact Sheet aus dem Webinar des Bank-Verlags in Kooperation mit Bankenverband und Bankenakademie
Das Webinar führte unterschiedliche Perspektiven zusammen: die Sicht der Aufsicht, Einschätzungen der nationalen Cybersicherheitsbehörde sowie Praxisbeiträge aus mehreren Kreditinstituten.
Einordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Kernaussage: Cyberrisiken stehen im Fokus der Aufsicht, da die Bedrohungslage hoch ist und Cybervorfälle nicht nur einzelne Institute, sondern sehr schnell auch das Finanzsystem und die gesamte Industrie betreffen können. Digitale Innovationen werden als wichtig für ein funktionsfähiges, wettbewerbsfähiges und stabiles Finanzsystem eingeordnet; zugleich steigen mit der zunehmenden Nutzung digitaler Technologien die Risiken im Cyberraum.
Dies gilt auch für Chancen und Risiken durch neue Frontier-AI-Modelle. Aus Sicht der Aufsicht bilden die vollständige Umsetzung von DORA und eine gute Cyberhygiene eine solide Grundlage für die aktuellen Herausforderungen. Dennoch sind weitere Schritte notwendig. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, eine Vielzahl neuer Schwachstellen in kurzer Zeit bewerten und schließen zu müssen oder durch geeignete Mitigationsmaßnahmen abzusichern. Ein risikoorientiertes Vorgehen ist hierbei entscheidend. Kritische Systeme sollten im Fokus stehen. Auch sind Lösungen für veraltete „unpatchbare“ Systeme notwendig. Dabei ist zu bedenken, dass die Herausforderungen nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch IKTDrittdienstleister betreffen.
Zentrale Treiber: Komplexe IT-Systeme, geopolitische Konflikte sowie Konzentrationen und Abhängigkeiten prägen die hohe Risikolage. Durch den steigenden Einsatz von KI entstehen neue Risiken. Aktuell stehen insbesondere leistungsstarke Frontier-AI-Modelle wie Claude Mythos 5, GPT-5.5 und MDASH im Fokus. Sie sollen in der Lage sein, bisher unbekannte Schwachstellen in IKT-Systemen in kurzer Zeit zu entdecken und auszunutzen. Da sich die Bereitstellung dieser Modelle auf wenige Anbieter konzentriert, könnten sich die Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern in Drittstaaten durch diese Entwicklung noch einmal vergrößern. Die Rahmenbedingungen hinsichtlich Zugang, Datenschutz sowie rechtlicher Aspekte können sich aktuell täglich ändern.
Weiterführender Hinweis: Informationsaustausch, Diskussion und das Teilen von Erfahrungen und Best Practices werden als wichtig hervorgehoben. Die vollständige Keynote von Nikolas Speer ist hier zu finden.
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