Presseinformation

Kleine und mittelgroße Institute

Stresstest der deutschen Bankenaufsicht bestätigt die Widerstandsfähigkeit

Thomas Schlüter
Thomas Schlüter

Die von der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht veröffentlichten Einschätzungen zur Ertragslage und Widerstandsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Banken (Less Significant Institutions, LSI) belegen die robuste Verfassung der Kreditinstitute in Deutschland. „Die Ergebnisse zeigen, dass die rund 1.100 einbezogenen Institute für mögliche Stresssituationen gut gewappnet sind“, sagt Daniel Quinten, Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, federführend für die Deutsche Kreditwirtschaft (DK). Die Kapitalisierung der Institute bleibe auf hohem Niveau und übertreffe die Mindestanforderungen sehr deutlich.

Das dem Test zugrunde gelegte Stressszenario wurde europaweit vorgegeben. Die Aufsicht hat einen starken Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten sowie erhebliche Turbulenzen an den Märkten angenommen.

Auf Basis dieser Stresstestergebnisse wird die Aufsicht die institutsindividuelle Eigenmittelempfehlung festlegen, die von den Instituten perspektivisch einzuhalten ist. Angesichts des weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds spricht sich die DK dafür aus, dass die Aufsicht hierbei mit Bedacht vorgeht, um die Kreditvergabemöglichkeiten nicht ohne Notwendigkeit zu beeinträchtigen. Die hohe Widerstandsfähigkeit der Institute sollte zugleich bei der Überprüfung bestehender pauschaler Kapitalbelastungen angemessen berücksichtigt werden. Die DK bekräftigt daher ihre Forderung, den sektoralen Systemrisikopuffer für Wohnimmobilienfinanzierungen und den antizyklischen Kapitalpuffer zurückzunehmen.

Aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft ist positiv hervorzuheben, dass die Aufsicht den Erhebungsumfang gegenüber dem LSI-Stresstest 2024 reduziert hat. „Das ist ein wichtiger Entlastungsschritt, auch wenn der Erhebungs- und Umsetzungsaufwand für die Institute weiterhin hoch bleibt“, so Quinten weiter. Die bereits vorgenommenen Vereinfachungen müssten daher erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Die DK setzt sich im konstruktiven Austausch mit der Aufsicht dafür ein, den Aufwand künftiger Erhebungen weiter zu optimieren, ohne die sachgerechte Abbildung der Risiken zu beeinträchtigen.

Thomas Schlüter

Kontakt

Thomas Schlüter

Bereichsleiter Kommunikation

Das könnte Sie auch interessieren:

Presseinformation

Deutsche Kreditwirtschaft warnt

Vergesellschaftung schafft keinen neuen Wohnraum, Bundesgesetz muss schnell kommen

Die Deutsche Kreditwirtschaft warnt anlässlich des Ergebnisses der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eindringlich vor einer Vergesellschaftung von Wohnraum. Sie teilt die Sorge vieler Menschen über die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten.

Presseinformation

DK: Anhebung der Mindestreserve ist geldpolitisch unbegründet, standortpolitisch schädlich

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) warnt vor einer Erhöhung der unverzinsten Mindestreserve im Euroraum. Ein solcher Schritt lasse sich geldpolitisch nicht begründen und belaste die europäischen Banken zusätzlich. Er konterkariere zudem die Bemühungen der Europäischen Kommission, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzsektors zu stärken.