Bankenverband: ein Prozent Wachstum möglich, Reformdruck bleibt
Der Bankenverband hält in diesem Jahr für Deutschland ein Wachstum von mehr als einem Prozent für möglich. Grund ist die bessere Entwicklung im ersten Halbjahr: „Die Konjunktur steht stabiler da als erwartet. Damit daraus im nächsten Jahr ein Aufschwung wird, muss die Politik wie angekündigt ihre Reformen entschlossen umsetzen“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, bei der Veröffentlichung des Berichts zur Unternehmensfinanzierung.
„Wenn die Pläne zur Rentenreform in wesentlichen Punkten verwässert würden, drohen höhere Lohnzusatzkosten. Das wäre das falsche Signal für Wachstum und Investitionen“, so Herkenhoff. „Die Kosten der sozialen Sicherungssysteme müssen stabilisiert werden. Nur mit einem ambitionierten Reformpaket kann aus der Erholung im kommenden Jahr ein breiterer Aufschwung werden.“
Vor allem die Exporte stützten die Entwicklung. Rückgänge bei den Ausfuhren in die USA und nach China wurden durch kräftige Zuwächse in europäische Nachbarstaaten mehr als ausgeglichen. Besonders der Export von Anlagen und Maschinen zog an. Im Inland bleibt die Lage dagegen verhalten. Inflation, hohe Energiepreise, steigende Lohnzusatzkosten und geopolitische Risiken bremsen Konsum und Investitionen.
Bei der Unternehmensfinanzierung zeigt sich eine leichte Belebung. Vor allem Großunternehmen haben wieder etwas mehr Kredite nachgefragt. Eine breite Investitionsbelebung ist daraus noch nicht abzulesen. „Banken finanzieren tragfähige Vorhaben. Entscheidend ist ein verlässliches Investitionsumfeld“, betont Herkenhoff und weiter: „Erfreulich sind die hohen Gründungszahlen im ersten Halbjahr 2026. Das zeigt: Deutschland hat die Kraft zur Innovation.“
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Tanja Beller
Pressesprecherin