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Teilzeit planen: So organisieren Sie Einkommen, Rente und Vorsorge

Vivien Rottka
Vivien Rottka
Studentin arbeitet Zuhause am Laptop

Mehr Zeit für die Kinder oder auch für die Pflege Angehöriger: Es gibt viele Gründe, beruflich für eine gewisse Zeit runterzuschalten. In Deutschland lag die zuletzt erhobene Teilzeitquote der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2025 bei 40,1 Prozent, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Doch Teilzeitarbeit führt nicht nur zu einem geringeren Einkommen, sondern hat auch Auswirkungen auf die Höhe der Rente. Es lohnt sich deshalb, einen Wechsel bewusst zu planen.

Netto-Teilzeitgehalt berechnen

In welchem Umfang können und wollen Sie sich Teilzeit leisten? Ein Planungstool für alle, die ihre Wochenarbeitsstunden anpassen möchten, ist zum Beispiel der Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Er gibt eine erste Orientierung zum voraussichtlichen Netto-Teilzeitgehalt.

Aufgrund der Steuerprogression kann bei einer geringeren Wochenstundenzahl mehr übrigbleiben als gedacht. Denn Sie haben zwar weniger Einkommen, zahlen aber auch weniger Steuern.

Wichtig ist auch, dass Sie Ihre spätere Rückkehr auf den Stundenumfang Ihrer ursprünglichen Stelle gleich mitdenken. Hierbei hilft der Gesetzgeber: Die Brückenteilzeit ermöglicht Ihnen eine befristete Teilzeitarbeit mit einem Rückkehrrecht zur vorherigen Regelung.

Auch während der Elternzeit ist unter bestimmten Voraussetzungen Teilzeitarbeit möglich. Eltern dürfen dabei bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten (bei Kindern, die vor dem 1. September 2021 geboren wurden, sind es bis zu 30 Stunden). Nach der Elternzeit können Sie in der Regel zu Ihrer ursprünglichen Stundenzahl zurückkehren, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Rentenlücke ermitteln

Wie sich der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente auswirkt, kann man bei der Deutschen Rentenversicherung erfragen. Grundsätzlich gilt zwar, dass Kindererziehungszeiten angerechnet werden, aber wer über einen längeren Zeitraum in Teilzeit arbeitet, verzichtet nicht nur auf Gehalt, sondern meist auch auf Rentenansprüche.

Wichtig ist daher, dass Sie zusätzlich fürs Alter vorsorgen:

  • Wieviel Geld brauchen Sie voraussichtlich im Alter?
  • Wie hoch ist Ihre persönliche Rentenlücke unter Berücksichtigung der Phasen mit geringerem Verdienst?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Sie?

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber über eine betriebliche Altersvorsorge und nutzen Sie, wenn möglich, vermögenswirksame Leistungen.

Es kann sinnvoll sein, insbesondere wenn Sie wegen der Betreuung gemeinsamer Kinder in Teilzeit wechseln wollen, mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner eine finanzielle Vereinbarung zu treffen, um die entstehende Lücke auszugleichen.

Finanziell für die Zukunft vorsorgen

Auch mit einem Teilzeitjob können Sie mit kleineren Beträgen langfristig Vermögen aufbauen. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme:

  • Wieviel Geld liegt schon auf der „hohen Kante“?
  • Gibt es sonstiges Vermögen, etwa eine Immobilie?
  • Oder Schulden?

So sehen Sie, womit Sie zuerst starten: Schulden abbauen, Rücklagen sichern oder direkt sparen. Meist lohnt es sich, laufende Kredite möglichst schnell zu tilgen, um Zinsen zu sparen. Legen Sie außerdem ein Notfallpolster zurück. Als Faustregel gelten drei Monatsausgaben. Für diesen Betrag eignet sich ein Tagesgeldkonto, weil das Geld dort jederzeit verfügbar ist.

Und dann können Sie, falls noch nicht geschehen, mit einem konkreten Sparplan starten. Schon mit wenigen Euro monatlich kann man zum Beispiel in Fondssparpläne einzahlen und so nach und nach Beträge ansparen, die auch in die eigene Altersvorsorge fließen können. Ob Aktien, Fonds oder Versicherungsprodukte: Investieren Sie nur in ein Produkt, das Sie auch verstehen. Achten Sie dabei auch auf Gebühren und vergleichen Sie Angebote. Ihre Bank berät Sie hierzu gern.

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