Frauen stehen bei der Altersvorsorge oft vor Herausforderungen: Sie verdienen im Schnitt weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen mehr unbezahlte Carearbeit. Diese Faktoren wirken sich langfristig auf die Rente aus und führen häufig zu einer deutlichen Versorgungslücke.
Dass sich diese Unterschiede auch in der Wahrnehmung der eigenen finanziellen Sicherheit widerspiegeln, zeigt unsere Umfrage: Während 66 Prozent der Männer ihre Absicherung als (sehr) gut einschätzen, sind es bei Frauen nur 54 Prozent. Neben geringeren Einkommen spielen dabei auch eingeschränkte finanzielle Spielräume und unbezahlte Kinderbetreuung sowie Pflege Angehöriger eine Rolle – im Schnitt fehlen rund 300 Euro monatlich.
Die gesetzliche Rente bildet zwar die Basis der Altersvorsorge, reicht jedoch in vielen Fällen nicht aus. Die gute Nachricht: Sie können aktiv gegensteuern und Ihre Altersvorsorge gezielt aufbauen.
Wunschrente und Rentenlücke: Ermitteln Sie Ihren Bedarf im Alter
Überlegen Sie: Wie viel Geld brauchen Sie im Alter, um Ihren Lebensstandard zu halten? Kalkulieren Sie eher großzügig und berücksichtigen Sie Fixkosten, Freizeit, Reisen, Hobbys sowie mögliche Gesundheitsausgaben.
Vergleichen Sie jetzt Ihre Wunschrente mit den Angaben aus Ihrer Renteninformation. Eine gute Grundlage dafür bietet Ihnen auch die digitale Rentenübersicht: Sie zeigt, welche Ansprüche Sie bereits aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge haben.
Dabei handelt es sich um eine Bruttorente, das heißt, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern fallen noch an.
Für Renteneintritte im Jahr 2025 liegt der steuerpflichtige Anteil bei 83,5 Prozent und steigt für spätere Jahrgänge schrittweise an. Ab 2058 ist die Rente – abgesehen vom dann geltenden Grundfreibetrag – vollständig zu versteuern. Zudem mindert die Inflation langfristig die Kaufkraft Ihrer Rente; dieser Effekt wird in der Renteninformation nicht berücksichtigt.
Ziehen Sie von Ihrer Wunschrente alle voraussichtlichen Einkünfte ab – etwa aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge sowie vorhandenem Vermögen. Die Differenz ist Ihre persönliche Rentenlücke.
Verschaffen Sie sich einen klaren Überblick über Ihre Finanzen
Bevor Sie Ihre Rentenlücke gezielt schließen, sollten Sie Ihre aktuelle finanzielle Situation genau kennen. Stellen Sie Einnahmen und Ausgaben gegenüber und erfassen Sie konsequent alle Posten, von Daueraufträgen über Kartenzahlungen bis hin zu kleinen Barbeträgen. Digitale Tools können dabei unterstützen, ebenso eine einfache Tabelle oder ein klassisches Haushaltsbuch. So erkennen Sie, wie viel Geld Ihnen regelmäßig für den Vermögensaufbau zur Verfügung steht.
Investieren Sie nur den Teil Ihres Geldes, den Sie langfristig entbehren können. Halten Sie ausreichend Rücklagen für Notfälle, Reparaturen und geplante größere Ausgaben auf kurzfristig verfügbaren Konten wie dem Giro- oder Tagesgeldkonto.
Legen Sie Ihr Geld langfristig an
Den frei verfügbaren Betrag können Sie nutzen, um systematisch Vermögen aufzubauen und Ihre Rentenlücke zu schließen. Für langfristige Ziele eignen sich insbesondere Aktien, Fonds und ETFs. Wichtig: Die Kapitalmärkte schwanken. Wer jedoch einen langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren hat, kann diese Schwankungen in der Regel gut ausgleichen.
Achten Sie auf eine breite Streuung über verschiedene Regionen und Branchen. So reduzieren Sie das Risiko, dass einzelne Fehlentwicklungen Ihr gesamtes Portfolio stark beeinträchtigen.
Wenn Sie absehen können, wann Sie auf Ihr Geld zugreifen möchten, sollten Sie das Risiko rechtzeitig reduzieren. Schichten Sie etwa drei bis fünf Jahre vor diesem Zeitpunkt schrittweise in stabilere Anlageformen um, um größere Wertschwankungen kurz vor der Entnahme zu vermeiden.
Bauen Sie auch mit kleinen Beträgen Vermögen auf
Auch mit kleinen Sparbeträgen lässt sich durch den Zinseszinseffekt langfristig Vermögen aufbauen. Prüfen Sie zudem, ob Sie zusätzliche Fördermöglichkeiten nutzen können – etwa staatliche Zulagen oder vermögenswirksame Leistungen. Informieren Sie sich auch über Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge bei Ihrem Arbeitgeber.
Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie fachliche Unterstützung in Anspruch, um Ihre Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und passende Entscheidungen zu treffen.
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Kathleen Altmann
Pressesprecherin