Es ist eine üble Masche, die Erbschleicher haben es auf das Vermögen älterer und/oder hilfsbedürftiger Menschen abgesehen. Mit vermeintlicher Fürsorge und Zuwendung erschleichen sie sich ihr Vertrauen und drängen sich als Helfer auf. Wenn Zeit und Unterstützung in der Familie fehlen, haben diese vermeintlich „guten Seelen“ leichtes Spiel.
Im schlimmsten Fall kann es sogar zu größeren Schenkungen oder Testamentsänderungen zugunsten der „falschen“ Helfer kommen. Die Geschädigten sind dann die ursprünglichen Erben. Doch selbst, wenn es nicht so weit kommt, nutzen diese Kriminellen alle Möglichkeiten, um Schritt für Schritt an das Geld ihrer Opfer zu kommen.
Typischerweise schenken sie der auserwählten Person zunächst nur viel Aufmerksamkeit, übernehmen Einkäufe oder bieten an, für sie Geld von der Bank abzuheben. Hierfür übergeben die vertrauensseligen Opfer dann ihre Karte und Bankdaten, die sie eigentlich geheim halten müssen. Die Abhebungen müssen anfangs nicht hoch sein – sie können sich auf einem Niveau bewegen, das dem Betroffenen oder seinen Angehörigen nicht auffällt.
Eine weitere Methode: Das aufgebaute Vertrauensverhältnis wird ausgenutzt, indem von finanziellen Engpässen im Privatleben berichtet wird, bis das potenzielle Opfer aus Mitleid mit Geld aushilft. Häufig isolieren sie die Zielperson vom Rest der Familie und versuchen, sich als einzige Vertrauensperson darzustellen.
Aber Sie können Ihre Angehörigen davor schützen! Dazu gehört vor allem, mit ihnen über solche Szenarien und die dahinterstehenden Absichten zu sprechen. Denn was man kennt, durchschaut man als Betroffener schneller. Hier sind einige Tipps, wie Sie das Risiko verringern können:
PIN-Nummern geheim halten
Weisen Sie Ihre Angehörigen darauf hin, ihre PIN-Nummern niemals weiterzugeben oder auf der Bankkarte zu notieren. Sonst kann das Konto leicht über einen längeren Zeitraum unbemerkt leergeräumt werden. Regelmäßige Abhebungen in für den Kontoinhaber untypischer Höhe können ein Indiz für eine missbräuchliche Verwendung der Bankkarte sein.
Keine Blanko-Vollmachten ausstellen
Wenn eine Vertrauensperson auch finanzielle Angelegenheiten regeln soll, sollten die Befugnisse klar geregelt sein. Besprechen Sie mit Ihren Angehörigen, dass alle Handlungen transparent bleiben und dem Willen des Vollmachtgebers entsprechen, um Missbrauch zu verhindern.
Geld nur mit schriftlichem Nachweis aushändigen
Falls die Person im privaten Umfeld Geld verleihen will, raten Sie ihr dazu, sich einen schriftlichen Nachweis geben zu lassen – idealerweise einen Darlehensvertrag. So bleibt der Zahlungsvorgang dokumentiert und kann gegebenenfalls auch wieder zurückgefordert werden. Es ist zudem hilfreich, die Identität des Helfers festzuhalten, beispielweise durch die Vorlage eines Ausweisdokuments.
Wichtige Dokumente sicher aufbewahren
Unterstützen Sie Ihren Angehörigen dabei, wichtige Unterlagen wie Testamente oder Bankdokumente sicher aufzubewahren. So verhindern Sie, dass Dritte ohne Zustimmung darauf zugreifen können.
Ein gutes soziales Umfeld schützt vor Isolation. Bleiben Sie aufmerksam und unterstützen Sie Ihre Angehörigen dabei, selbstbestimmt zu bleiben. Mit offenen Gesprächen und Informationen lassen sich Erbschleicher frühzeitig entlarven!

Kontakt
Kathleen Altmann
Pressesprecherin