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Was das Rating verrät – Staats- und Unternehmensanleihen im Vergleich

Vivien Rottka
Vivien Rottka

Wer in Anleihen investieren möchte, sollte die Unterschiede zwischen Staats- und Unternehmensanleihen kennen. Beide bieten Chancen aber auch unterschiedliche Risiken. Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der Einschätzung von Bonität, Rendite und Sicherheit ankommt.

Wenn Sie sich zunächst mit den Grundlagen zur Funktionsweise von Anleihen und der Zusammensetzung ihrer Wertentwicklung vertraut machen möchten, finden Sie diese Informationen im Artikel "So funktionieren Anleihen – Zinsen, Kurs und Rendite einfach erklärt".

Die Bonität: Was sagt das Rating einer Anleihe aus? 

Alle Anleihen, egal ob Staats- oder Unternehmensanleihen, basieren auf der Bewertung der Kreditwürdigkeit des Emittenten. Hierfür werden Ratings genutzt, die den Investoren ermöglichen, das Risiko und die potenzielle Rendite einer Anleihe einzuschätzen. Es wird grundsätzlich in Buchstaben ausgedrückt und gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass der Emittent seine Schulden zurückzahlen kann - also wie es um seine Bonität steht.

Rating-Agenturen bewerten die Bonität anhand verschiedener Daten. Sie berücksichtigen dabei Faktoren wie die Finanzkraft oder die Branche des Emittenten.

Rating-Skala:

  • AAA ist die beste Bewertung und steht für eine sehr gute Bonität.
  • Anleihen mit einem Rating von AAA bis BBB gelten als Investment-Grade-Anleihen. Dies sind Schuldverschreibungen mit guter bis sehr guter Bonität.
  • Anleihen mit einem Rating von BB oder schlechter gelten als spekulativ.
  • D ist die schlechteste Bewertung und steht für einen Zahlungsausfall.

Die großen Ratingagenturen (Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch) bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen mit ähnlichen Skalen - von der Bestnote AAA (bzw. Aaa bei Moody’s) bis zur schlechtesten Note D (bzw. C bei Moody’s für Zahlungsausfall). Die Abstufungen dazwischen können sich leicht unterscheiden. Das erklärt, warum ein Emittent bei verschiedenen Agenturen unterschiedliche Noten erhalten kann.

Je besser das Rating, desto geringer das Ausfallrisiko und desto günstiger kann sich der Emittent Geld leihen. Schlechter bewertete Anleihen bieten in der Regel höhere Zinsen, um für das höhere Risiko zu entschädigen.

Staatsanleihen

Auch Staaten werden von Ratingagenturen bewertet. Diese sogenannten Länderratings geben Auskunft darüber, wie kreditwürdig ein Staat ist. Beispielsweise Deutschland als Emittent, hat bei allen großen Agenturen die Bestnote AAA (Stand: 18. Juni 2025). Entsprechend niedrig sind die Zinsen, die der Staat für Bundesanleihen bieten muss.

Die wichtigsten Käufer von Staatsanleihen sind:

  • Institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen und Investmentfonds
  • Zentralbanken und Banken
  • Privatanleger, also sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen

Unternehmensanleihen

Anleihen werden nicht nur von Staaten, sondern auch von Unternehmen ausgegeben. Diese so genannten Unternehmensanleihen funktionieren im Prinzip genauso wie Staatsanleihen.

Allerdings bieten Unternehmensanleihen oft eine höhere Verzinsung als Staatsanleihen. Denn das Risiko ist etwas höher: Unternehmen können schneller in finanzielle Schwierigkeiten geraten als Staaten. Achten Sie deshalb stets auf das Rating Ihrer Anleihen.

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